Überfall

Dieser Blog wurde gestern und heute wieder einmal von Spam-Kommentatoren überfallen. Insgesamt hat das Anti-Spam-Plugin weit mehr als 6.000 Spam-Kommentare abgefangen.

Ich habe schon per Anpassung der htaccess-Datei einige Länder ausgesperrt, was eine Zeitlang gut gewirkt hat, aber natürlich keine Garantie bietet. Auch die Filter durch Reizworte aktualisiere ich regelmäßig, sodass solche Kommentare sofort abgewiesen werden und gar nicht erst möglich sind.

Allerdings hilft das alles nichts gegen die Bot-Überfälle, wie den aktuellen. Ich warte noch immer auf das Plugin, dass Spam an die Absender zurücksendet und eine Überhitzung und Explosion der aussendenden Geräte bewirkt. Da würde ich mich über jeden Knall in Rechenzentren rund um die Welt freuen.

Bis dahin freue ich mich nur daran, dass ich den Spam-Ordner regelmäßig betrachte und diesen Dreck nicht unter den Beiträgen finde.

Klarer Fall

„Schön, dass Sie über das Renteneintrittsdatum weiterarbeiten möchten.“

„Sehr gern, geht ja auch mit dem Wunsch der Regierung konform und Sie wissen ja, Wissenstransfer, Behalten von Leistungsträgern im Beruf und so weiter.“

„Wir können Sie jedoch nicht weiter beschäftigen.“

„Aus welchem Grund?“

„Wir beschäftigen grundsätzlich keine Rentner.“

„Ich gehe nicht in Rente, ich werde weiterarbeiten.“

„Das macht keinen Unterschied.“

„Sie suchen seit Jahren erfolglos Mitarbeitende in genau meiner Tätigkeit und lassen mich gehen?“

„Wir beschäftigen grundsätzlich keine Rentner.“

„Dann bewerbe ich mich eben auf die ausgeschriebenen Stellen. Ich erfülle ja dank meiner Berufserfahrung in diesem Fachgebiet alle Voraussetzungen perfekt.“

„Wir müssen Sie ja nicht zum Vorstellungsgespräch einladen.“

Das nennt man dann wohl mal die perfekte Altersdiskriminierung. Klage zwecklos, da nichts gerichtsfest nachweisbar. Ich suche ab dem 01.03.2026 oder früher einen neuen Job.

Es ist zum Kotzen, Herr Bundeskanzler Merz, wie weit Sie mit Ihren Forderungen weg von der Realität sind. Denn dieses obige Gespräch fand kürzlich im öffentlichen Dienst statt, also in einer Behörde, die im Auftrag der Bundesregierung Dienste am Bürger leistet und somit eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollte.

Da ich es gewohnt bin, mein Leben um die wirklich wichtigen Dinge kämpfen zu müssen, werde ich also wieder einmal wehrhaft. Ich werde Bewerbungen versenden müssen und wünsche mir wieder einmal, dass wir auch in Deutschland lernen könnten, auf das Foto, das Geschlecht und die Altersangabe verzichten zu können. Denn Diskriminierung jeglicher Art ist zwar verboten, jedoch alltäglich und nicht nachweisbare Praxis. Ebenso wie Rassismus.

Die Kernfrage für mich als hoffnungslos „überqualifizierte“ und „multifunktional einsetzbarer“ Mitarbeitender ist jetzt: „Wer stellt mich in meinem Alter noch ein?“ ergänzt mit „Und hegt nicht die üblichen Vorurteile gegen Alte wie zu kaputt, zu teuer, zu langsam?“.

Warum ich 90 Prozent der Video-Tutorials verachte

Video-Tutorials sind seit einiger Zeit offenbar unter jüngeren Menschen das Allheilmittel gegen Unkenntnis. Du weißt nicht, wie man tapeziert? Frag nicht deine Eltern (die vermutlich auch keine Ahnung, keine Zeit oder keine Lust auf Erklärungen haben), frag YouTube. Oder Google, das auf die Seiten von Youtube führt. Du willst wissen, wie man das Getriebe an deinem alten Auto wechselt, ein Buch schreibt, ohne Musikkenntnisse binnen 24 Stunden eine Gitarren-Live-Show hinlegt oder auch den kompletten Bekleidungsstil verändert, um eine gute Partnerschaft zu erhalten? Dann schau dir ein Tutorial an und …

… fruste dich nicht, wenn es nicht klappt. Es gibt ja noch Millionen andere dieser Videos von echten und völlig verblödeten Tippgebenden, die mit Dir einen Haufen Geld für nichts generieren.

Ja, es geht um Geld. Youtube installiert unabschaltbare Werbung vor jedes Video und die Videomachenden können noch einmal selbst bestimmen, wie oft weitere Werbung eingeblendet wird, um Geld zu beschaffen. Das führt dann neben der immer wieder mit großem Mißfallen von mir beobachteten Eigenwerbung durch Wort, Bild und „Subcribe“-Einblendungen zu Einnahmen für die Videomachenden und Nervenverlust von Leuten wie mir. Wenn mir beispielsweise ein Tutorial für den Ausbau der Türverkleidung meines VW versprochen wird, was insgesamt keine fünf Minuten Arbeit bedeutet, ich jedoch 25 Minuten Video schauen muss, davon 10 Minuten Werbung in eigener Sache, dann ein anderes Auto als meinen VW betrachte, weil das gerade „in“ ist, nur um zum Schluss zwei verwackelte Aufnahmen von Schraubenlöchern an einer nicht näher zu identifizierbaren Stelle zu sehen, dann passt da Vieles nicht. Das geht mir leider nicht nur in Einzelfällen so, sondern inzwischen überwiegend. Diese eigene Beweihräucherung als Hauptzweck einer eigentlich guten Sache geht mir tierisch auf den Geist.

Ich habe selbst lange Zeit Tutorials erstellt und das bereits zu Zeiten, als es mit den kleinen Filmchen noch nicht möglich war. Bild für Bild fotografiert, mit erklärenden Texten in einfachen Worten ergänzt und schon war die Schritt für Schritt-Anleitung geboren. Die mit wenig Zeitaufwand half und für sich allein genügend Werbung für mich war. Ich verdiente kein Geld damit. Wozu auch Geld für etwas nehmen, dass ich Wissen nenne und gern weitergebe, wenn es einer anderen Person hilft? Meine Philosophie ist, dass das Wissen dieser Welt allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen muss, sonst kommen wir als Menschheit nicht voran. Es könnte auch Kriege verhindern, Armut vermeiden und vielleicht auch die Bremse von Krieg in Richtung Frieden werden. Könnte, ich weiß.

Jedenfalls empfinde ich diese unsäglichen Tutorials nicht nur vom Aufbau und Anspruch her unbefriedigend, sondern zu einem nicht geringen Anteil auch als nutzlos und sogar gefährlich. Da wird von 20 Minuten Video in drei Minuten tatsächlichem Inhalt gezeigt, wie man einen Autoscheinwerfer austauscht. Es fällt jedoch kein Wort über die Typenzulassung und die dringend nötige Einstellung der Scheinwerfer.

Ein anderer, selbst ernannter Tutorialgott des Campings erklärt, dass man „diesen Fehler beim Abstellen der Gasflaschen im Wohnwagen keinesfalls machen soll“, erwähnt jedoch mit keinem Wort, was genau er nun meint und was genau man niemals machen soll. Und ich habe beim Anblick der beiden Gasflaschen in den 60 Sekunden tatsächlichem Inhalts des Videos auch auf den ersten Blick nichts gefunden, was gefährlich wäre.

Die fachlich fundierten Inhalte liegen weit hinter denen der Eigen- und Fremdwerbung zurück. Es gibt auch keine Möglichkeit, Tutorials als gefährlich einzustufen, völligen Blödsinn darzustellen oder gar löschen zu lassen. Denn alle Videos laufen auf ausländischen Servern unter ausländischen Regeln und wir wissen ja alle am Beispiel facebook, dass selbst die schlimmsten Beiträge niemals „gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen“.

Was also am Ende als meine Empfehlung übrig bleibt, ist der Hinweis darauf, kritisch zu bleiben und versuchen, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln. Im Zweifelsfalle fragt live und im echten Leben jemanden, der so etwas schon mal gemacht hat. Ich habe zum Beispiel alles über Elektrik von meinem Großvater, meinem Vater und einigen Handwerkergesellen und -meistern gelernt. Autoschrauben durch Helferarbeiten und Mitarbeit bei Gesellen und Meistern der Branche, Dachdecken mit einem Dachdecker, und so weiter. Manche Dinge und Fähigkeiten habe ich mir selbst beigebracht, wie die Sache mit Hard- und Software in Computern. Doch auch da war der Weg sehr lang, bis alles sicher war und ich dieses Wissen reinen Gewissens weitergeben konnte.

Bleibt also kritisch, fresst nicht jeden Dreck, der euch vorgeworfen wird und macht es wie bei gesundheitlichen Diagnosen, mit denen ihr nicht einverstanden seid: Holt euch eine zweite und ggf. dritte Meinung ein.

90 Prozent der Tipps in Videotutorials und 99 Prozent der Tipps in Foren sind inzwischen aus meiner Sicht blanker Unsinn. Wenn man das weiß, ist schon viel gewonnen.

Mehr Licht am Heck

Nachdem sich die Liebste im letzten Winter mehrfach beklagte, dass die Kofferraumbeleuchtung so dunkel und unpraktisch wäre, habe ich meine momentane Auszeit dazu genutzt, diesen Mangel zu beheben.

Heckklappe geöffnet und schon mit der neuen LED-Kofferraumleuchte.

Das neue Licht am Heck.

Verbaut habe ich eine für den Tiguan 2017 passende Zusatzbeleuchtung anstelle der beiden leeren Verkleidungen in der Heckklappe, eingekauft über AliExpress. Im Lieferumfang enthalten sind die beiden Verkleidungen mit LED-Beleuchtung, die entsprechenden Kabel zum steckerfertigen Anschluss an die vorhandene Kofferraumleuchte, ein Einziehdraht und ein Hebelwerkzeug. Die Kosten lagen zunächst bei rund 36 €.

Die Kabelführung habe ich mittels meines gern genutzten Meters 3×1,5 mm Aufputzkabels durchgeführt, weil der Einziehdraht einfach nicht gerade zu bekommen war. Das Kabel wird durch die beiden Löcher nach Aushebeln der leeren Verkleidungsteile von links nach rechts, dann nach Entfernen der rechten und oberen Verkleidung der Heckklappe zum Kabelschlauch, dann ein Stück unter dem Himmel, rechts hinter der Gummidichtung nach unten und dann nach Entfernung der Verkleidung nahe des Rücklichts hinter der seitlichen Verkleidung dorthin geführt.

Der Stecker von der ursprünglichen Kofferraumleuchte wird abgezogen, mit dem Y-Stecker und dem durchgeführten Kabel verbunden und das war es auch schon. So dachte ich, als alles funktionierte.

Bei der ersten Probefahrt meldete der Tiguan zwar keine offene Heckklappe, aber ein nicht verriegeltes Schloss der Klappe. Die sich ständig wiederholende Warnung war nicht auszuhalten.

Da ich zwar Elektrik kann, mich jedoch elektronisch zu meinem Bedauern nie ausgebildet habe, vermutete ich zunächst ein Problem im Widerstand der eingebauten (vorher noch mit normaler Glühbirne versehenen) Kofferraumleuchte. Ich entfernte den Widerstand, was eine um ca. 10 Minuten verzögerte Fehlermeldung erzeugte. Also tauschte ich die bisherige analoge Kofferraumleuchte gegen eine LED-Leuchte mit Verhinderung der Fehlermeldung (herstellerseitig versprochen) aus. Allein war es auch so, mit der Zusatzbeleuchtung erschien wieder die Fehlermeldung. Die Warnungen auskodieren wollte ich nicht, da sie ja einen sicherheitsrelevanten Sinn machen, wenn die Heckklappe einmal wirklich nicht geschlossen ist.

Das Ende der Geschichte war die Beschaffung eines Schalters und das manuelle Schalten der Zusatzbeleuchtung bei Bedarf. Durch die Trennung vom Strom während der Fahrt gibt es keine Fehlermeldung mehr und die Zusatzbeleuchtung ist der Hammer, sobald sie aktiviert ist.

Sicher gibt es elegantere Lösungen mit Einlöten von passenden Widerständen, doch wie gesagt, ich kann Elektrik mit Kabeln, habe aber von solchen Dingen keine Ahnung und lasse daher die Finger davon.

Getestet habe ich die Beleuchtung schon beim Beladen des Wagens in einer stockdunklen Kleingartenkolonie. Sie diente locker auch als Wegbeleuchtung.

Suchworte bei AliExpress sind „Kofferraumleuchte Tiguan 2017“.

Geöffnete Heckklappe mit Zusatzleuchten.

Eingebauter Schalter für die Zusatzbeleuchtung.

Nur gelb blinken können die Scheinwerfer nicht. Schade eigentlich.