Die Sache mit dem täglichen Bloggen

Ich hatte mir ja vor einiger Zeit vorgenommen, wieder täglich etwas aufzuschreiben, in den Blog zu bringen. Um es vorweg zu nehmen, es hat nicht geklappt.

Die Gründe sind vielfältig wie das Leben. Manchmal vergesse ich es, häufig geht niemanden an, was in meinem Leben gerade passiert und meistens passiert so viel, dass es ein irre langer Beitrag werden würde.

Ich könnte über den Besuch mit den Enkelkindern und ihrem Vater in der Show der Ehrlich Brothers in Dortmund berichten. Mit dem Schwiegersohn deshalb, weil die Liebste übelst erkrankt ist. Auch das allein wäre schon bloggenswert, gerade meine Sorge um sie. Dann die Sache mit einem neuen Arbeitsplatz ab dem 01.05.2026 und damit dem Ende des vollen Rentnerdasein, das am 01.03.2026 begann. Die weiteren Experimente mit der Musik unter Mithilfe der KI und einem erstaunlichen Ergebnis zu meiner Lebensgeschichte mit diesem missratenen Konstrukt Körper, in dem ich lebe.

Es gibt also viele Themen, die ich sehr ausführlich behandeln könnte. Es fehlt die Zeit zum Schreiben und eigentlich sollte ich mir überlegen, nicht doch das Projekt Bloggen als Podcast mal ernsthaft anzugehen. Ich könnte lieber erzählen als schreiben. Doch dann wäre wieder mein Anspruch an die Qualität der Aufnahme und das war es dann wohl. Und eigentlich kann man sich Sätze mit dem Wort „eigentlich“ sparen.

Nun ist doch noch ein Beitrag darüber entstanden, weshalb keine Beiträge kommen. Oder zumindest weniger als geplant.

Dem alten weißen Mann ist es egal

Mein Menschenbild und meine Einstellung zur Gleichberechtigung haben sich mit meinen Lebensjahren verändert. Ich schicke gleich vorweg, dass meine heutige Welt so bunt ist, dass ich die meiste Zeit des Alltags nicht mehr wahrnehme, ob der Mensch in meiner Nähe weiblich, männlich, schwul, dunkelhäutig oder was auch immer ist. Dagegen nehme ich Ausstrahlung wahr, Besonderheiten in den Bewegungen, Lächeln und eben die Feinheiten, die sonst im Alltagsdröhnen nicht beachtet werden.

Als Kind bin ich mit dem männlichen Frauenbild der 60er Jahre aufgewachsen, wurde zum Scheidungskind, habe niemals ein Muttergefühl erlebt und wurde mit einem Vater groß, der sich selbst als gefühlskalt und ausschließlich sachlich bezeichnete. Dass er meine Mutter und damit seine Ex-Frau bis aufs Blut hasste und sein Leben lang zumindest mit Verachtung und Diskreditierung verfolgte, hat er wohl nur sich selbst gegenüber rechtfertigen können.

Meine letzte Ehe vor dieser verlief in Chaos und Gewalt. Eine Frau, die schlimme Dinge tat, sich selbst in ihren Minderwertigkeitskomplexen als großartig darstellte und daheim blutige Narben an mir und meiner Psyche erzeugte. Ich war draußen im Berufsleben der Starke, begann Männer zu verachten und daheim wurde ich immer mehr zu einer weichen Masse ohne jede Greifbarkeit. Frauen wurden für mich zu einem unerfüllten Wunschtraum, nachdem insgesamt vier vorherige Beziehungen ebenfalls chaotisch verliefen. Dagegen wurde mein Männerbild immer deutlicher, die Ablehnung der Männlichkeit an sich immer klarer.

In einem langen Reifungsprozess über eine einige Jahrzehnte hinweg, an dem meine berufliche Arbeit mit Menschen, denen es schlecht geht, sehr beteiligt war, veränderte sich mein Geschlechterbild. Ich bin heute der festen Überzeugung, dass jeder Mensch gleichermaßen das Recht hat, alle Dinge zu erlernen und zu tun, soweit sie andere Menschen nicht in eben diesem beeinträchtigen. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass niemand das Recht hat, eine andere Person aufgrund irgendeiner Eigenschaft, wie dem Geschlecht oder der Herkunft, zu diskriminieren oder zu benachteiligen. Das gilt für mich in allen Lebensbereichen. Ich käme als alter weißer Mann niemals auf die Idee, die Kompetenz und Arbeit der Handwerksmeisterin anzuzweifeln, die in unserem früheren Wohnhaus die Heizungsanlage betreut hat. Ebenso wenig kommt mir der Gedanke, dass eine meiner früheren Kolleginnen die männlichen Kunden anders behandeln würde als die weiblichen. Da die letzte Arbeitsstelle zudem in einem internationalen Team war, gilt das auch für die Tatsache der Herkunft, die mir völlig egal ist. Für mich ist es lediglich hochinteressant zu wissen, wie diese Menschen aufgewachsen, geflüchtet oder sich dorthin entwickelt haben, wo sie nun sind. Ich bin eben neugierig und will wissen und verstehen.

Natürlich schaue ich als nicht schwuler, alter, weißer Mann auch gern hübsche Menschen an. Ich erfreue mich ultrakurz an ihrem Anblick und das war es. Ich starre nicht, ich pfeife nicht hinterher, ich lade nicht zum Kaffee ein und ich zwinge ihnen keine Gespräch auf, ebenso wenig wie ich sie berühre. Das darf niemand und schon gar nicht in meinem Alter. Ich bemühe mich um Freundlichkeit gegenüber den Kassierenden an der Supermarktkasse, lache über die Doofen, die bei einer Kassenöffnung von ganz hinten in der Schlange an diese rennen und ärgere mich über dumme Autofahrende. Wie die geneigte Leserschaft sicher feststellt, benutze ich die deutsche Sprache verallgemeinernd wie spezifisch.

Für mich darf jeder Mensch arbeiten, anziehen, lieben und leben wie er oder sie oder wie auch immer will. Es ist mir egal. Solange andere nicht darunter leiden müssen. Verhält sich jemand dagegen, gehört er bestraft. Und dazu braucht es nicht nur Gesetze, sondern auch gesellschaftliche Akzeptanz der absoluten Gleichberechtigung.

Natürlich kann ich keine Kinder gebären. Erstens wegen meines Alters und zweitens aufgrund fehlender biologischer Voraussetzungen. Dennoch habe ich das Recht, als Nichtgebärender akzeptiert zu werden. So wie Frauen, die sich gegen eigene Kinder entschließen. Andererseits habe ich nicht das Recht, meine vielleicht andere Körperchemie dafür einzusetzen, einen Menschen zu missbrauchen, nur weil ich es kann. Ich denke, dass gehört zur Menschlichkeit und zur Eigenschaft als soziales Wesen.

In Gesprächen über Sexualität bezeichne ich mich immer als lesbisch und ernte damit Verwunderung. Vielleicht wird es Zeit, auch diese Bezeichnungen aus unserem Sprachgebrauch zu streichen. Es täte gut, wenn wir nicht mehr zwischen uns diversen Unterschieden Unterschiede machen könnten. Aus meiner Sicht können Worte wie „hetero“ und „Ausländer“ ohnehin aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Sie sind in einer vernünftigen und respektvollen Welt nicht notwendig.

Wenn aktuell gerade die Sache Ulmen / Fernandez zum Anlass genommen wird, wieder einmal gegen Männer als Urheber allen weiblichen Übels zu agieren, kann ich nur sagen, dass im Falle dessen, wenn es sich wirklich zu zugetragen hat, der Mensch Ulmen ein Arschloch ist. Unabhängig davon, ob er männlich oder was auch immer ist. Dass zudem die meisten Kriegstreibenden dieser Welt Männer sind, heißt nur meines Erachtens nur, dass diese Typen machtgeile Irre sind und es auch wären, wenn sie weiblich und an der Macht wären. Ich bin mir sicher, dass im Falle dessen, dass die religiöse Entwicklung nicht das Patriarchat sondern das Matriarchat zur Grundlage hätte, wir alle aktuellen Probleme der Gleichberechtigung umgekehrt erleben würden. Ich habe in meinem Leben Frauen nicht als grundsätzlich friedvoller erlebt als Männer. Nur anders erzogen und entwickelt. Und das sollte sich nun schleunigst ändern. Die Zeit ist mehr als reif dafür.

Die Sache mit der KI in der Musik

Aktuell wird sehr hitzig über die Nutzung von künstlicher Intelligenz in der Musik diskutiert. Es scheint mir, als würden sich erneut die Fronten aufbauen und verstärken. Ja, sogar vielleicht schon bekämpfen. Denn erste Berichte von Ausschlüssen aus den Charts bei „Feststellung einer KI-Nutzung bei einer Chart-Platzierung“ gehen schon die Runde.

Das erinnert mich doch sehr an die Ablehnung der Beatles, die vehemente Ablehnung deutscher Coversongs von internationalen Hits, die Nutzung westlicher Musik durch das Amiga-Label der DDR, das Verbot von durch Synthesizer erzeugten Klängen in der britischen Popmusik durch die Gewerkschaft, die anfängliche Verachtung von Samples der DJs und DJanes, und so weiter und so weiter. Da geht es letztendlich immer darum, dass bisherige Musiker und Künstler ihre Arbeit nicht geschätzt und bezahlt sehen. Und es geht darum, dass junge Menschen den alteingesessenen Künstlern einen neuen Weg zeigen, Kunst zu erzeugen und unter die Leute zu bringen. Es ist also der ewig schon bekannte Konflikt zwischen Alt und Jung, so scheint es mir.

Doch was genau macht denn nun die KI in der Musik? Macht sie etwas anderes als der Künstler, der stets vollmundig erklärt, seine Kindheitsidole wären die Rolling Stones und Deep Purple gewesen? Oder macht sie etwas anderes als der DJ, der aus vielen Soundschnipseln und seinem wenigen Text einen Chart-Hit baut? Nein, sie macht es ebenso, denn die KI greift auf „Erfahrungen“ zu und baut daraus entsprechend der Befehle des Menschens, der vor der Software sitzt, etwas Neues zusammen. Das ist wie ein großer Haufen LEGO-Steine, aus dem man sicher entsprechend einer mit Copyright geschützten Anleitung genau das dort gezeigte Modell oder etwas eigenes aus eigener Fantasie, Gesehenem oder Erlernten schaffen kann. Habe ich viel Erfahrung, viel Erlerntes und viele Steine, kann ich viel Neues schaffen, obwohl ein grauer Vierer immer ein grauer Vierer bleibt.

Es kommt bei alledem, wie schon die GEMA in ihrer Stellungnahme zur KI schon richtig schreibt, auf die Schöpfungstiefe an. Schreibe ich einer KI „Erschaffe ein Lied“, hat das keine Schöpfungstiefe und ich genieße kein Recht an dem Produkt (auch wenn aktuell das Ganze mit einer kommerziellen Pro-Version der KI noch anders aussieht). Gebe ich der KI jedoch einen eigenen Text vor, weise sie mit Befehlen zu bestimmtem Verhalten an und korrigiere sogar noch die entstandenen Werke, um sie weiter zu bearbeiten, dann habe ich ein eigenes Produkt geschaffen. Und dieses hat aus meiner Sicht und Erfahrung die gleichen Rechte und Verdienste wie ein auf der Gitarre selbst gezupftes Lied, dessen Noten von Hand auf das Papier gebracht wurden.

Wenn ich als schreibender Autor für meine Texte, die ich mir alle selbst ausdenke, ein Programm wie Microsoft Word und eine Rechtschreibprüfung nutze, das Ganze dann zur pdf-Datei exportiere, auf einen Server in den USA hochlade, um daraus mittels einer weiteren Software ein gedrucktes Buch herstellen zu lassen …
… dann mache ich beinahe ebenso viele Fehler in den Augen von Martin Luther, der seine Bibelübersetzungen von Hand hat schreiben lassen. Und später ebenfalls drucken liess.

Wir werden um elektronische Musik nicht mehr herumkommen und wenn sie uns gefällt, warum auch nicht? Die „handgemachte“ Musik wird nicht sterben, darüber mache ich mir keine Sorgen. Alles wird nebeneinander existieren können und nur die Hörenden werden entscheiden, was sie hören möchten. So wie damals, als die Alten die Beatles verteufelten und die Jungen sie vergötterten. Heute sind sie Kult. Wie die DJs und DJanes der Techno-Zeiten und auch ein Ennio Morricone, der ohne jeglichen Protest elektronische Zutaten einsetzte.

Ich zitiere Cicero, der vor unserer Zeitrechnung aussprach „O tempora, o mores!“, was im Asterix frei mit „Andere Zeiten, andere Sitten!“ übersetzt wurde. Was auch falsch ist, aber im heutigen Sprachgebrauch niemand mehr weiß.

Der Tod kommt plötzlich

Die Liebste und ich beschäftigen uns schon länger mit der Sache des Versterbens. Man muss einfach schon früh darüber sprechen, damit „die Dinge geregelt sind“, wenn es irgendwann einmal soweit ist. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es für Angehörige und Verbliebene schlimm ist, wenn absolut nichts geplant, getan, geregelt ist. Beim Tod eines Angehörigen gibt es unglaublich viel zu tun, schwere Entscheidungen zu treffen und das in einer Situation, in der ein klarer Verstand sicher nützlicher wäre, als eine ohnehin schon emotionsbelastete Situation.

Wir haben uns die diversen Szenarien vor dem Versterben in Gedanken angesehen und sind dann eines Tages (aus Gründen, die in meiner Verwandtschaft liegen) zum örtlichen Notar gegangen. Testamente, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen waren das Ergebnis dieser beiden Termine und eine große Erleichterung, dass alles klar und deutlich verfügt ist. Was uns noch fehlt, ist das für uns passende Grab. Über das wie sind wir uns einig, es braucht nur noch sozusagen die Buchung der letzten Ruhestätte.

Denn wie ich gerade erlebe, kann es auch ganz anders werden. Die Schwägerin ist im Alter von 57 Jahren in der Nacht aufgewacht, hat merkwürdige Geräusche von sich gegeben und ist aus dem Bett gefallen. Der Bruder hat weder Puls noch Atmung feststellen können und hat die 112 angerufen. Er konnte aufgrund der schlechten Liegeposition nicht mit der Reanimation beginnen und musste auf die alarmierten Ersthelfer aus der Kleinstadt warten. Der anschließend eintreffende Rettungsdienst hat die Reanimation erfolgreich beenden können, doch waren laut späterer Feststellung bereits dreiviertel des Gehirns ohne Funktion, da zu lange der Sauerstoff gefehlt hatte. Die Folge war nun die Abschaltung der Geräte und somit trat der Tod nach einer Woche Intensivstation und Koma ein.

Es gab wohl eine Patientenverfügung und eine Sterbeversicherung, doch aufgrund der persönlichen Lebenssituation der beiden herrscht nun Chaos bei der Planung und in den Handlungen. Unsere Schwester kümmert sich aufgrund örtlicher Nähe und bremst den Bruder immer wieder aus, wenn es um völlig überzogene Wünsche geht. Zumal die finanzielle Situation dort nie gesichert war und eher im Gegenteil jetzt erst richtig die Probleme auftauchen werden. Es hängen auch noch eine Betreuungsregelung für das Kind und ein auf die Verstorbene eingetragenes Eigentum und vieles mehr an diesem Tod. Das alles war vorher nicht besprochen und vor allen Dingen geschrieben. Und da sehen wir alle riesige Probleme auf den Bruder zukommen.

Ich kann daher nur eindringlich dazu raten, sich schon in jungen Jahren darüber Gedanken zu machen, was geschehen soll, wenn man plötzlich handlungsunfähig wird oder verstirbt. Denn das kann von einer Sekunde zur anderen eintreten. Natürlich kann man denken „Was kümmert mich das, ich bin ja tot?“. Doch ich kann sagen, dass es für mich eine große Erleichterung ist, dass meinen Hinterbliebenen „nur“ das Abgeben der Unterlagen an den Bestatter und das Ausräumen meiner Wohnung überlassen ist. Das macht mir das Leben vor dem Tod leichter.

Treffer Nr. 1

Heute die erste Einstellungszusage erhalten. Laut Murphys Gesetz und meiner bisherigen Erfahrung dürfte daraufhin in allernächster Zeit eine weitere Zusage eintreffen und nach Arbeitsbeginn die dritte.

Im Grunde würde ich den gleichen Job wie vorher machen, nur für einen Bildungsträger und für 2.250 € brutto bei 25 Stunden in der Woche. Durch die momentan regierungsseitig verfügte Steuerfreiheit von Zuverdienst bei Rentenbezug in Höhe von 2.000 € monatlich dürfte das Netto meine voraussichtliche Rente etwa verdoppeln. Das wäre unverschämt viel Geld für wenige Arbeitsstunden, rechnet man nicht die fast 50 Jahre Arbeit davor. Wobei die eigentlich noch mehr sind, weil ich bereits im Alter von 13 Jahren gearbeitet habe. Damals hatte jedoch mein Vater „alles geregelt“ und mir mein Geld ausgezahlt. Ich vermute stark, dass ich weder versicherungspflichtig tätig, noch überhaupt versichert war, geschweige denn meinen Lohn in der richtigen Höhe erhalten habe (3,50 DM pro Stunde für Wagenschieben, Warenverräumung und Hausmeisterdienste, die ich nie vergessen werde).

Aktuell warte ich noch auf zwölf Rückmeldungen und angeblich vier noch ausstehende Vorstellungsgespräche, wo der Termin gefunden werden soll.

Und ich warte, damit es nicht zu unspannend wird, noch immer auf die Bescheide der Rentenversicherung und der beiden Zusatzversicherungen. Hätte ich mich nicht vorab schon für eine Teilrente entschieden, würde ich am nächsten Ersten nicht meine Miete bezahlen können.

Call me „wise old man“ 🙂

Metallica, Zoo, Küchendunst und Auto

Einige volle Tage im ungewohnten Rentnerdasein liegen hinter mir. Ich befinde mich gefühlt noch im Urlaubsmodus mit der Gewissheit einer Arbeitslosigkeit und schreibe weiter fleißig Bewerbungen. Aktuell habe ich noch keine Ergebnisse aus Vorstellungsgesprächen und keine Antworten zu den Bewerbungen. Die Informationskultur ist sozusagen nicht mehr vorhanden. Und wenn ich den Kanzler höre, der im Grunde sagt, dass wir alle faul sind, könnte ich im mal gehörig die Meinung vor die Füße kotzen.

Jedenfalls hatte die Liebste den Wunsch nach einer Dunstabzugshaube in der hiesigen Küche geäußert und wir wurden uns relativ schnell über das Modell einig, das drei Tage später geliefert wurde. Im örtlichen Handel gab es nichts, was auch nur annähernd gepasst hätte. 90 cm breit, Schräghaube, schwarz, leistungsstark und leise, so die Vorgaben. Am Ende waren 202,00 € incl. Versand und zwei Jahren Garantie statt Gewährleistung zu zahlen. Eine Tag später hatte die Liebste ihren Wandertag und ich meine Ruhe, was das Anbringen anging. Sieben Bohrlöcher und drei Stunden später hing das gute Stück an der Wand, macht einen guten Eindruck, die Küche war wieder sauber und alles Gerät wieder an Ort und Stelle verräumt. Gewöhnungsbedürftig war der Liebsten, dass Schräghauben nicht geöffnet werden, wenn es dampft, sondern unten und an den Seiten absaugen. Was vorgestern dann deutlich sichtbar wurde, als das für den heutigen Sonntag vorbereitete Gulasch gebraten wurde.

Am Freitag ging ich mit dem Schwiegersohn zu einem Tribute-Konzert für Metallica mit der Band und dem Orchester Orion von Tobias Regner, einem früheren DSDS-Teilnehmer. Der macht seit nun mehr 23 Jahren Musik von Metallica und das keineswegs schlecht, wie ich finde. Nur der Mensch an der Tontechnik hatte mal wieder ganz offensichtlich den Ton nicht an den Saal angepasst. Der Sound war völlig übersteuert, das Orchester zwischen den E-Gitarren fast nicht zuhören und der Gesang nicht zu verstehen. Das ist dann wirklich schade. Ich kenne nicht viele Songs von Metallica und so stand es am Ende der Show 19 Titel insgesamt zu vier mir bekannten. Aber Spaß hatte ich dennoch. Witzig ist für wieder wieder, dass beim Blick auf die Köpfe im Saal (ich saß auf der Empore) nur Platte und Silber zu sehen war. Die Generation Ü60 war überdeutlich in der Mehrzahl. Es wird Zeit für eine Übergabe an die jüngeren Generationen.

Am gestrigen Samstag haben wir den Tag mit den Enkelkindern im Wuppertaler Zoo verbracht. Für Leute, die den nicht kennen: Das ist der einzige Zoo Deutschlands, in dem es gefühlt nur bergauf geht. Für Schmerzpatienten wie mich gibt es genügend Bänke und ich war in verblüffend guter Form. Vermutlich dank eines experimentell von mir eingesetzten neuen Medikaments, dass mir meine Schwester empfohlen und mitgegeben hatte. Jedenfalls hielt ich gut durch, hatte eine Menge Spaß mit den Kleinen und fiel am Abend kurz nach 20 Uhr müde ins Bett.

Am Montag geht das Auto im nunmehr zarten Alter von fast 9 Jahren für einige Tage zum Aufbereiter. Ich ertrage dieses Biotop nicht mehr, das sich in allen Ecken sammelt. Auf das Ergebnis von viel Geld und drei Tagen Busfahren bin ich sehr gespannt.

Türbeleuchtung eingebaut

Was mich seit Kauf des Tiguans 2017 genervt hatte, ist nun gestern endlich zu einem guten Ende gekommen. In den Türen befanden sich nämlich nur die Reflektoren und keine Beleuchtung nach hinten und unten.

Vorn waren zwar die Leuchten in den Spiegeln aktiv, doch hinten war nichts und insbesondere das rote Signal für doofe Vorbeifahrende, dass hier eine Tür geöffnet ist, fehlte mir doch sehr.

Türbeleuchtung VW Tiguan 2

Vorn habe ich die fest an das jeweilige Türsteuergerät angeschlossenen Leuchten von k-electronic verbaut. Hinten sind es die aufladbaren Leuchten mit VW-Logo von AliExpress. Die Logos sind dem Wunsch der Enkelkinder gefolgt eingebaut, mir würde einfach nur Licht nach hinten und unten reichen.

Türbeleuchtung hinten mit VW Logo

Die Entfernung der Türverkleidungen vorn braucht etwas Gewalt und zwei Hebelwerkzeuge. Da ich hier aufgrund des Alters der Steckverbinder den einen oder anderen beim Aushebeln beschädigen musste, habe ich mir gleich Ersatz bei Amazon besorgt.

Die Einbauzeit vorn pro Tür ist für Ungeübte eine Stunde. Einbauzeit hinten für die aufladbaren Beleuchtungen 5 Minuten.
Benötigtes Werkzeug für vorn:
– Hebelwerkzeug
– 10er Schraubenschlüssel
– ggf. Ersatz-Verbinder
– Werkzeug zum Abisolieren
– Lötkolben oder Stromdiebe
– Isolierband
Man beginnt den Ausbau der Türverkleidung am besten mit Aushebeln der Türgriffverkleidung von unten nach oben. Darunter befindet sich eine Schraube, die rausgedreht und gut beiseite gelegt werden sollte. Die zweite Schraube findet man etwa in der Mitte oberhalb der Ablageschale. Dann muss von der Unterseite der Türverkleidung eine Kunststoffschraube mit einem 10er Schraubenschlüssel eine viertel bis halbe Umdrehung gedreht werden. Danach beginnt der fiese Gewaltakt, indem man die Verkleidung einfach mit Kraft Stück für Stück von unten nach oben herausreißt. Dabei können die Verbinder zerstört werden. Allerdings sind die ziemlich billig nachzukaufen und der Ersatz lohnt sich wirklich. Der Teil oben rechts (an beiden vorderen Türen ist es rechts) wird nur nach oben herausgehoben.

Die gängigen Youtube-Videos zeigen die Entfernung der Stecker aus der Tür, das Abkoppeln der Türgriffe usw. Das habe ich mir erspart, da ich nur den oberen Stecker des Steuergeräts herankommen musste. Der lange Stecker mit den zwei dicken und den vielen dünnen Kabeln in der Mitte wird gelöst (erst die magentafarbene Sperre rausziehen und dann den Stecker selbst. Danach werden die beiden zu belegenden Kabel irgendwo abisoliert und mit denen der Türbeleuchtung verbunden. Der Einbau der Verkleidung erfolgt umgekehrt. Manchmal braucht es etwas Druck beim Einklipsen der Verbinder. Eine detaillierte Anleitung ist von k-electronic mitgeliefert.

Für hinten brauchte ich nur das Hebelwerkzeug. Reflektor aushebeln und neue Leuchte einklipsen. Fertig.

Es gibt bei AliExpress auch Leuchten mit Batteriekasten, die ich im Test verbaut habe. Diese passen nur vorn, da nur hier Platz für den Batteriekasten ist. Wenn ich den dauerhaft verbauen wollen würde, käme für mich das Bohren eines kleinen Lochs in die Ablageschale infrage, damit der Batteriekasten besser zugänglich ist. Ansonsten müsste man für jeden Batteriewechsel die Leuchte wieder aushebeln. Für die Akkuleuchten hänge ich einfach eine Powerbank an, da sie nach gut einer Stunde von leer nach voll aufgeladen sind. Die Akkuleuchten sind jetzt seit drei Wochen verbaut, ohne dass sie aufgeladen werden mussten.

Wenn es mich nervt, baue ich hinten später doch noch die festen Leuchten ein.

Ich finde, das Auto hat einen befriedigenden Mehrwert an Nutzen erhalten.

Türbeleuchtung VW Tiguan 2 nachgerüstet.

Wie fühlt sich das an, wurde ich gefragt

Kaum in Rente, hatte ich gestern dann auch schon mein erstes Vorstellungsgespräch für einen neuen Job.

Es sieht gut aus, auch wenn es nicht der Arbeitgeber meiner ersten Wahl ist und das Gehalt bei Weitem nicht an das heranreicht, das ich zuletzt bekam. Doch dank temporärer, regierungsverfügter Steuerfreiheit, wird es wohl auch in Teilzeit gut passen.

Die erste Frage des Leiters an mich war „Sie sind ja seit Sonntag schon in Rente. Wie fühlt sich das an?“

Meine Antwort lautete „Schrecklich, wie arbeitslos in meinen zweitschlechtesten Zeiten.“.

Ich bin nicht normal, das weiß ich. Wäre ja auch noch schöner, wenn dem so wäre.