Ist Euch schon einmal die Wirkung des vielgenutzten kleinen Wortes "aber" aufgefallen? Wie häufig es benutzt wird? Und vor Allem, mit welch krasser Wirkung es bei vielen Menschen in jedem zweiten Satz vorkommt?
Das "aber" ist in der Wirkung ganz einfach. Es verändert im schlechten Sprachgebrauch die vorangehende Aussage mit der nachfolgenden Aussage ins Gegenteil oder schwächt sie ab.
Nun könnte sich natürlich der nachdenkliche Mensch fragen, welchen Sinn es macht, mit einem Halbsatz einen vorigen zu verändern. Wäre es nicht einfacher, gleich die richtige und ungefilterte Aussage zu machen? Unsere Sätze wären in jedem kürzer und vor Allem ehrlicher.
"Aber" ist im Grunde garnicht nötig, wenn wir klare Worte schon im ersten Halbsatz sprechen.
"Ich habe wenig Geld, aber ich bin zufrieden."
Hier ist die Bedeutung nach konsequentem Nachdenken ganz klar: "Wenig Geld zu haben, belastet mich. Doch die Belstung ist nicht so groß, als daß ich nicht zufrieden wäre." doch irgendwie passt da etwas nicht, oder? Vielleicht stimmt eine der beiden Aussagen nicht und das unbestimmte Gefühl der Beugung lässt sich auch beim Zuhörer nicht betreiten.
"Ich habe wenig Geld und ich bin zufrieden."
Klingt anders und authentischer, nicht wahr? Sicherlich kommt es immer darauf an, welche ursprüngliche Mitteilung da gegeben werden sollte. Doch es wäre ja auch möglich, ehrlich zu sein und Folgendes von sich zu geben:
"Ich habe wenig Geld. Ich komme zurecht."
Wobei ich nun betonen möchte, daß ein "aber" natürlich nicht immer und zu jeder Zeit ein schwächendes und negierendes Wort ist. Doch es fällt auf, wenn wir mal in unserer Sprache darauf achten, wie wir es nutzen.
Und nun höre ich auf, hier über das "aber" zu schreiben. Aber ich höre nicht mit dem Schreiben auf.
:))