Ein nachdenklicher Abend ist heute. Wir haben den Tag mal wieder getrennt voneinander verbracht. Ich war wie immer mit den täglichen Dingen des Lebens in unserem kleinen Haushalt beschäftigt und Du …..
Na ja, ich muss nun immer wieder daran denken, wie es war, als wir uns kennen lernten. Du wurdest mir gebracht, weil Du eine Zeitlang keine Bleibe hattest. Du warst 10 Jahre jünger als jetzt und damals, dass gestehe ich heute ganz ehrlich, mochte ich Dich nicht. Du warst mir zu grob, zu ausgeflippt und zu egoistisch. Dein Aussehen war unter aller Sau und Du warst verwöhnt ohne Ende.
Aber immerhin bist Du die meiste Zeit außer Haus gewesen und so hatten wir nicht viel Berührungspunkte. Bis dann der Tag kam, an dem Du einfach nicht mehr wiederkamst. Am Morgen warst Du noch da, so wie immer. Völlig aufgedreht und durchgeknallt eben. Für Dich also nichts Besonderes. Und am Abend bist du nicht nach Hause gekommen. Auch die Tage danach warst Du nicht da. Ich habe Dich gesucht. Denn ich hatte die Verantwortung für Dich übernommen.
Und ich habe da erst bemerkt, wie sehr ich mich an Dich gewöhnt hatte. Du fehltest mir. Doch Du warst verschwunden. Neun lange Monate warst Du weg. Bis ich Dich wiederfand. Deine Erlebnisse hast Du mir nie erzählen können. So werden diese neun Monate Trennung wohl ewig ein Geheimnis bleiben.
Doch sie haben Dich verändert. Du bist stärker geworden, reifer und kraftvoller in Deiner Ruhe. Und so wuchs die Sympathie in uns zur Liebe. Soweit wir beide das zugeben mögen.
Wir leben jetzt nach mehr als zehn Jahren immer noch zusammen. Doch es hat sich viel verändert.
Du bist faul und träge geworden. Das muss ich Dir einfach mal so sagen. Du pflegst Dich nicht mehr so wie früher. Manchmal geht mir Dein Geruch wirklich auf die Nerven. Deine Haare liegen überall herum und wenn Du das Klo benutzt hast……
Doch ich will nicht nur an Dir meckern. Du bist lieb zu mir und Du schmust mit mir, wenn ich traurig bin. Du erkennst meine Sorgen und Du bist immer für mich da. Ich streichele Dich noch immer gern und ich mag es, wenn Du auf mir liegst. Du gibst mir eine stille Zärtlichkeit, die mich Deine dummen Angewohnheiten vergessen lässt. Deine Ruhe gibt mir oftmals Kraft und Du bist mir treu. Du lässt mir die Freiheiten, die ich brauche. Du bist dankbar für jede Geste der Zuneigung.
Ich denke einfach, dass wir uns lieben würden,
wenn Du ein Mensch wärst,
geliebter Kater.
(c) CeKaDo 2002