Es erinnerte mich ein wenig an die derzeit hier in der Region umgehende Geschichte des Mannes, der nach einigen Jahrzehnten des Verlustes seinen Ehering auf einem Maulwurfshügel im Garten wiederfindet. Mir ist etwas ähnliches auch schon passiert, doch das soll hier nicht das Thema sein und kam auch damals nicht in die örtliche Presse.
Aufgrund des aktuellen Musikprojekts suche ich in meinen alten Texten nach guten Gedichten und Geschichten, um sie zu Chart-Hits zu machen. Nein, letzteres war ein Scherz. Doch ich suche und durchwühle die unendliche Anzahl an Bits und Bytes auf meiner externen Festplatte. Es fiel mir dann eines frühen Morgens ein, dass ich ja in der Mitte der 90er Jahre mit einer selbst gebastelten Website angefangen hatte und darin bis in die 2000er hinein immer wieder Gedanken, Gedichte und Geschichten veröffentlicht hatte. Als echter Sammler habe ich die damaligen und schon sehr lange nicht mehr (ohne die Wayback-Machine) öffentlich verfügbaren Seiten auf eben jener Festplatte gespeichert und mit dem Vermerk „nicht löschen“ versehen.
Doch was soll ich sagen? Beim Lesen der alten Texte erging es mir wie mit dem Anhören des Weihnachtsalbums von Unheilig (ihr kennt diesen Sänger vermutlich). Wer sich bis zum Anhören bzw. Lesen noch nicht umgebracht hat, wird es spätestens danach tun. Boah, welch abgrundtief bösen und depressiven Texte habe ich damals zu meiner Erleichterung verfasst. Das ist heute nicht mehr schön und lässt sich auch nicht mehr umschreiben, damit daraus etwas Schönes wird. Ich kann diese Texte wahrhaftig nur noch erneute vergraben und als Dokumente des vergangenen Schreckens archiviert lassen.
Folglich werde ich dann doch versuchen, aus der einen oder anderen nicht so heftigen Geschichte einen Songtext zu bauen, der dann in eine geeignete Melodie eingefügt werden kann. Doch diese alten Texte aus der Zeit um die Jahrtausendwende sind ausgegraben und wieder vergraben. Ebenso, wie die Mitverursachenden dieser Lebenssituation. Abgesehen von mir, der das alles überlebt hat. Was mir noch immer wie ein Wunder erscheint. Und ja, darüber sollte ich etwas singen lassen.