Besuch auf der Creativa – Für Männer!

Frauen lesen bitte den Beitrag weiter unten und hüten sich vor dem Weiterlesen dieses Beitrages!

Der Frau begleitende Mann glaubt bis zu seinem Eintritt in die Messehallen noch an das, was auf der Website steht. Er rechnet mit Werzeugvorführungen für weihnachtliche und österliche Bastelarbeiten, Fachsimpeleien mit Vertretern der Waren und hofft auf eine Unmenge von Ideen für neue Heimwerker-Bastelprojekte. Zwischendurch hätte Mann gern ein bißchen was getrunken und vielleicht noch einen günstigen Happen zu sich genommen. Vielleicht würde sich ja auch der eine oder andere Erfahrungsaustausch mit anderen Männern ergeben.

Die Anbindung per U-Bahn ist hervorragend und die Parkplätze sind dicht an den Messehallen gelegen. Die Parkplatzwächter lächeln freundlich und lediglich das übliche Frauenproblem mit dem Nutzen zweier Parkplätze gleichzeitig trübt ein wenig die Stimmung des parkenden Mannes.

Auf dem Weg zu den Hallen schaut Mann ab und an irritiert auf die Wegweiser. Offenbar scheinen eine Unmenge von Frauen auf dem Weg von oder zum Flughafen irre gelaufen zu sein. Mit Koffern auf Rädern, Rucksäcken und überquellenden Reisetaschen rammen sie starren Blickes und unermüdlich schnatternden Mundes alle Entgegenkommenden beiseite. Mit Verlaub gesagt, mir kommt das Übergewicht der deutschen Nation mit zentnerschweren Trolleys an den Armen entgegen.

Die für lange Zeit letzte männliche Seele sehe ich am Eingang und ich habe eigentlich das zweifendelnde Lächeln und den emporgeregten Daumen nicht unbedingt auf mich bezogen. Kaum betrete ich die erste Halle, werde ich rüde von hinten und von der Seite angerempelt. Weiche weibliche Massen drücken mich in eine Richtung, die ich garnicht einschlagen will. Unerbittlich führt mich der Strom zu einem Stand mit farbigen Tüchern und wallenden Gewändern. Dort findet offensichtlich eine Schlacht statt.

Arme greifen an mir vorüber in die Tiefen des Standes und ich werde gedrängt, geschubst und ange"tststst". Ich versuche stehen zu bleiben, doch irgendetwas drückt mich beiseite. Zwei Frauen haben ganz offensichtlich von der gegenüberliegenden Gangseite Anlauf genommen und preschen durch die Massen. Ich werde aus dem Pulk geprellt und kann wieder atmen.

Bis mich eine Parfümwolke überrollt und ein ärgerliches Zungenschnalzen mich veranlasst, weiter zu gehen.

Alles was das Frauenherz begehrt, ist auf dieser Messe präsentiert. Nur wenige Werkzeug sind zu sehen und die äußerst wenigen Männer an den Ständen scheinen dafür zu sorgen, daß diese Stände frei von Publikum bleiben. Ich schaue mich um und entdecke am Horizont einen weiterne Mann zwischen all den wogenden weiblichen Formen. Die Profis erkennen sich an selbstgeschneiderten Blusen, selbstgefilzten Harrbändern und dem Geruch parfümfreier selbstgemachter Seife.

"Wo gibt es das?" Diese Frage sorgt für rege Beschreibungen von Orten, die ein Mann anhand der gegebenen Anweisungen vermutlich in diesem Leben nicht mehr finden würde. Da Frau aber ohnehin alle Hallen durchqueren wird, war die Frage eigentlich überflüssig. Mit brachilaer Gewalt werde ich gerade wieder von Schatz getrennt. Eine Frau drängt sich mit aller Kraft zwischen uns und vor Schatz, um noch vor ihr eines der ca. 3.500 ausgelegten identischen Werkstücke vor ihr zu erhaschen. Grabbeltischgehabe ist allerorten zu erleben.

Wildfremde Frauen lächeln sich an, plaudern ein wenig, um unmittelbar in Bruchteilen von Sekunden zu Bestien zu werden. Die wenigen Männer auf der Messe sind versklavt. Entweder sind sie zu verkaufenden Lustobjekten degradiert (sofern sie an Ständen den Dienst tun) oder sie haben die Rolle des Taschenträgers übernommen. "Für mich sind alle Männer hier auf der Messe wahre Helden", so drückt es ein Standinhaber uns gegenüber treffend aus.

Mann merkt, daß es eine reine Frauenmesse ist, denn bereits gegen 16 Uhr sind alle Eisstände leergefressen. Ich denke jetzt nicht über die soeben nebenbei belauschten Gespräche über Diäten nach. Es gibt keine Ruheoase, sondern nur eine riesige Halle, in der die laut schnabbelnden Frauen während angeregter Kommunikation ihre mitgebrachten Brote auspacken und die heiß ersehnten 20 Zigaretten in einem Zuge wegrauchen können. Verzagt lächeln sich einzeln verstreute männliche Gepäckträger zu. Das Wort "Brauhaus" grinst höhnisch den wenigen Männern zu.

Immerhin gibt es einige wenige Stände, die von Frauen nicht überlaufen sind und höchst interessante Dinge zeigen. So werden z.B. Handabdrücke gegossen und mann kann zuschauen, wie es gemacht wird. Frische Ideen zum Ersparen eigener mühsamer Holzkonstruktionen kann mann sich holen, indem er für 1,50 Euro fertige Produkte kauft und diese dann zuhause aufhübscht.

Die Disziplin der Frauen zeigt sich gegen 18 Uhr zur Schließung der Messe. DEr Lautsprecherdurchsage folgend, wird nochmals richtig eingekauft, weil nur die Dummen jetzt brav das Geländer verlassen. Schatz und ich hatten nun endlich noch eine Viertelstunde Zeit, mal in die interessanten Kisten zu schauen. In der letzten Viertelstunde haben wir mehr eingekauft als in den Stunden zuvor.

Fazit:

Ich kann Männern nur raten, sich der Messe fernzuhalten, wenn sie nicht schmerzfrei im Umgang mit dem weiblichen Schäppchenjagdverhalten sind. Sofern sie jedoch Spaß an der Beobachtung menschlicher weiblicher Verhaltensweisen haben, ihren Schatz gern zuschauen, wer sie sich vergnügt und ansonsten den Hyäninnen gern auch mal Kontra gibt, dann sind Männer absolut richtig und wünschenswert auf der Creativa.

Ich rate dringend dazu, sich etwas zu essen, zu trinken und einen Klapphocker mitzunehmen. Eis bekommt mann am besten noch gegen Mittag.

Nasenstöpsel nicht vergessen, überprafümierte Frauen in Massen machen schnell Kopfschmerzen.

Der echte Spaß beginnt dann wieder auf dem Parkplatz :))

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