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Auf ein Neues, oder wie es so heißt

2025, uff.

Da war ja mal gut etwas los, wenn ich mich anhand der Fotos in meinem Handy so richtig erinnere.

Es begann mit dem Jahreswechsel an der Nordsee mit guten Bekannten gemeinsam in einer Ferienwohnung. Deren Vermieterin habe ich dann fairerweise bei der Rückgabe der Wohnung gezeigt, wo sie nachbessern müsste, damit es zukünftig bei booking.com keine miesen Bewertungen gibt. So bin ich und ich fühle mich besser dabei, als wegen irgendwelcher eigenen Blödheiten schlechte Bewertungen zu schreiben. Immerhin war es schön an der Nordsee, auch wenn wir damals nicht ahnen konnten, dass zu Ostern die Bekannte urplötzlich übelst verreckt ist (tut mir leid, anders kann ich es nicht ausdrücken).

Im Januar habe ich das VW Discover Media aus unserem Tiguan rausgeschmissen und ein China-Gerät mit Android testweise eingebaut. Nachdem der Verkäufer jedoch einige technische Mängel bei der Anbindung an das Fahrzeugmenü nicht regeln konnte, bekam ich mein Geld zurück und habe das Teil noch immer im Schrank liegen. Das Gerät braucht einen Golf 7, den der Schwiegersohn hat, das Gerät aber nicht will.

Im Januar waren wir auch im Miniaturwunderland in Hamburg, gemeinsam mit den Kindern und Enkelkindern. Das war wundervoll und ich Opa freue mich riesig über die Freude und das Staunen der Kleinen. Die Enkeltochter hat beim Gang durch die Mönckebergstraße erstmals „Stolpersteine“ gesehen und über die böse Vergangenheit Deutschlands erfahren.

Auch noch im Januar haben wir ein Konzert mit Max Raabe und dem Palastorchester gesehen, was einfach wunderbar war. Seitdem will ich auch mit Hummeln bummeln.

Im Februar hatte ich einen Stand auf einer Buchmesse in Solingen und wenn ich nicht schon damals eine weitere Buchmesse schon gebucht und bezahlt hätte, wäre es auch die erste und letzte gewesen. Ich habe zwar Spaß gehabt aber sozusagen mein Geld verbrannt.

Im März begann der „graue Star“ im rechten Auge unglaublich schnell Einschränkungen zu erzeugen. Ich vereinbarte einen Operationstermin und schob meine Angst vor mir her wie eine Bugwelle. Dennoch besuchten wir Helge Schneider und hatten durchgehend von der ersten bis zur letzten Minute mächtig viel Spaß dabei.

Es kam der April und mit ihm eine eskalierte Schleimbeutelentzündung des linken Ellenbogens. Sofortige Operation nach wochenlangem Salben und dann musste alles schnell gehen. Ich bin dann mit Gipsarm noch fahrfähig gewesen und so ging es in den Spreewald zu sauren Gurken und leckerem Essen.

Im Mai genas der Arm wieder und es ging auf die lange Reise nach Norwegen. Dazu braucht es sicher noch einen besonderen Bericht, doch die Reise hat sich absolut gelohnt. Sowohl von den Erfahrungen her als auch vom Gefühl, „völlig überlandschaftet“ zurückzukommen.

Im Juni wurde ich berühmt. Zumindest lokal und als Stimme für ein vorgelesenes Schild zu einer früheren Zecheneingang in der Region. Immerhin kann man mich nun jederzeit überall hören, wo ich nicht nur Kurzgeschichten erzähle. Ebenfalls im Juni landete ich geplant für viereinhalb Stunden auf dem Operationstisch und ließ mir den verschlossenen Wirbelkanal in der Lendenwirbelsäule wieder befreien. Der Erfolg lässt auf sich warten, das eingesetzte Stück Plastik anstelle der dort auch verlaufenden und leider verletzten Hirnhauthält immerhin die Hirnflüssigkeit, wo sie sein soll.

Den Juli über war ich schwer schmerzhaft daheim und habe überflüssigen Kram aus Schänken und Keller verkauft. Ich machte erste Erfahrungen mit dem Krankengeld.

Der August brachte mir zunächst etwas Mobilität und dann die beiden Augenoperationen. Ich bin nun mit insgesamt sechs künstlichen Dingen im Körper versehen. Drei Brücken in den Zähnen, die beiden künstlichen Linsen in den Augen und das Stück Duraplast in der Wirbelsäule. Der Androidenstatus rückt näher.

Im September habe ich das Auto etwas modifiziert und für die dunkle Jahreszeit Flutlicht für den Kofferraum eingebaut. Großer Spaß, als alles funktionierte. Eine Reise nach Wien musste dann als Härtetest für den Rücken herhalten. Leider kein Bestehen der Belastungsprobe, wie man ärztlicher- und therapeutenseits hinterher feststellte.

Im Oktober dann die zweite und diesmal wirklich letzte Buchmesse. Auch hier wieder viele Kontakte, aus denen nichts geworden ist und verbranntes Geld. Ich entschloss mich, meine Sammlung von 39 Kg Lego Technic-Bausätzen zu verkaufen. Beim Beschluss und den Inseraten ist es auch geblieben. 39 kg sehr gut erhaltenes und vollständiges Material für 200 € zu verkaufen, nein, so schlimm drückt es mich dann doch nicht. wir fuhren kurz an die Nordsee, um für Dezember alles zu erkunden und Tische in Restaurants zu reservieren. Macht man ja auch mal offline, nicht wahr?

Der November brachte mir die Kündigung der bisherigen Wohnwagengarage und die Anmietung einer neuen Garage in gleicher Größe, näher am Wohnort und mit besseren Konditionen. Wir führen nach Venlo, Weihnachtsdekoration einkaufen und müde Füße und schmerzenden Rücken abholen. Wir hatten außerdem das Vergnügen, Jürgen von der Lippe zu erleben. Das war auch schön.

Der Dezember bescherte mir die Aufgabe des Hintergrund-Supports für die Weltrekord-Teilnahme von Liebster, Tochter und Enkeltochter an der längsten Polonäse in Weihnachtsklamotten der Welt. Wir hatten sehr viel Spaß und Opa war im wahrsten Sinne des Wortes die feste Bank für Taschenablage, Kuscheln und Anfeuern. Außerdem fuhren wir an die Nordsee, ich trank heißen Apfelpunsch, aß jede Menge Fischbrötchen und heizte mehrmals täglich den Wohnwagen. Außerdem bekam ich eine Absage zu einer Bewerbung um einen neuen Job und aufgrund meiner sehr zufriedenstellenden Leistungen im Nebenjob eine Gehaltserhöhung. Aber nur im Nebenjob, versteht sich.
Außerdem kauften wir einen neuen Fernseher, der sich nicht mit dem alten Receiver vertrug und der neue Receiver vertrug sich nicht mit dem alten TV-Tarif. Somit ist nun alles neu und den alten Fernseher haben wir an jemanden verschenkt, der sich jetzt über ein riesiges Bild freut, wo vorher nur ein kleiner Bildschirm war. Der alte Receiver ist bei den Kleinanzeigen abgetaucht. Hatte ich erwähnt, dass ich Kleinanzeigen hasse? Entweder tut sich nicht oder die Leute sind doof. Hier ist nun der erstere Fall eingetreten.

Nr. 14 läuft

Es ist der 2. Dezember und ich kann glauben, dass ich wieder einen „Akustischen Weihnachtskalender“ in die Welt gesetzt habe.

Es ist inzwischen der vierzehnte seiner Art und somit mein am längsten überlebendes Projekt, neben dem, selbst am Leben zu bleiben. Ich kann es kaum fassen, dass mir noch immer einige wahrhaft sehr treue Schreibende und Sprechende Jahr für Jahr ihre weihnachtlichen Beiträge zusenden, damit ich sie veröffentliche. Ich bin überrascht, irritiert und ein wenig stolz darauf.

Sehr zufrieden bin ich mit der irgendwann vor einigen Jahren mit vielen Mühen erfolgte Umstellung der Website von Nucleus CMS zu WordPress. Da laufen die Beiträge doch im eingebundenen Audio-Player doch einfacher und komfortabler als noch mit dem externen Gedöns. Über die Anfangszeit mit einem gemieteten CMS eines anderen Anbieters und seinem eingeschränkten und verhunzten WordPress will ich gar nicht mehr reden oder nachdenken.

Nein, alles läuft und die Besucherzahlen sind hübsch, ebenso die Kommentare. Auch wenn der Kalender nicht im Webring aufgenommen wurde, weil zu speziell und temporär zu eingeschränkt, wird er doch anderweitig fleißig verlinkt.

Dieses „No Budget“-Projekt ist mein kleiner und heimlicher Erfolg der letzten beiden Jahrzehnte. Mal schauen, wie lange es noch läuft.

Hier geht es entlang, wer möchte: https://www.erbsenprinz.de

Lasst euch nur Zeit, ihr Pappnasen

Ich möchte vorweg schreiben, dass ich es absolut nicht leiden kann, in ein Kaufhaus zu gehen und dort Bekleidung für mich einzukaufen. Das ist die Hölle, was diese Suche, die Anproben und dieses Nichtfinden angeht. Nicht umsonst kaufe ich als zufriedener Kunde meine Schuhe schon seit sehr vielen Jahren in der JVA Remscheid, meine Jeans und die Meerschweinchen-Zelte, die als Unterhosen bezeichnet werden, bestelle ich bei einem bekannten Bekleidungshandel und die Hemden, wie auch die Unterhemden kauft die Liebste.

Doch nun stand nach weit mehr als 10 Jahren des dauerhaften Tragens der Kauf einer wasser- und windfesten Funktionsjacke an. Das Geschäft, in dem die aktuelle Jacke damals gekauft wurde, ist nicht mehr. Meine in Norwegen spontan gekaufte Ersatzjacke ist schön, befriedigt jedoch nicht ganz die gewünschte Windfestigkeit für den Winter. Also suchte ich online nach einer passenden Jacke.

Was mich richtig aufregt, sind die verschiedenen Auffassungen von Bekleidungsgrößen. Wo laut Maßtabelle eine 3XL passen sollte, lachte ich mich halb tot, weil ich nach der Lieferung und der folgenden Anprobe wie eine Wurst in praller Pelle aussah. Jacke Nr. 2 in 4XL eines anderen Herstellers bot den gleichen Anblick, nur mit viel zu langen Ärmeln. Wobei mir diese Jacke aufgrund ihrer Funktionalität, Dichtigkeit und der Reflektoren sehr gut gefiel. Also schickte ich beide Jacken an die unterschiedlichen Vertriebe wieder zurück und bestellte bei einem dritten Versandhändler die schöne Jacke in 5XL. Weil der Händler mit der 4XL-Jacke keine in 5XL auf Lager hatte. Bei beiden zurück gesandten Jacken bat ich um Erstattung des Kaufpreises.

So erhielt ich dann von einem der beiden Händler die Nachricht über den Eingang und die nun folgende Bearbeitung der Retoure. Eine Erstattung des Kaufpreises würde baldigst, jedoch frühestens binnen 14 Tagen erfolgen. Der zweite Händler bog die Palme noch viel weiter nach unten, indem er eine Rückerstattung des Kaufpreises, abzüglich von 5 € Gebühren, nach spätestens 30 Tagen versprach. Beides sind übrigens gestandene deutsche Unternehmen und keine Fake-Shops. Zudem kaufe ich nie in diesen Black-Irgendetwas-Wochen.

Ja sage mal, geht es noch? Nun verhungere ich nicht gleich wegen insgesamt 350 € für zwei Jacken. Aber es ist nun einmal ein Haufen Geld von mir, den andere in den Händen behalten, um damit was genau zu machen? Im Zeitalter der Online-Shops und digitalen Kontoführung sollte doch eine Rückerstattung binnen einiger weniger Tage möglich sein.

Man mag über Amazon schimpfen wie man will. Doch hier bringe ich eine Reklamation in die Packstation und wenn ich wieder daheim bin, ist mein Geld auf dem Konto, spätestens jedoch am anderen Tag. So geht Retourenbearbeitung, Ihr Pappnasen.

Ich scheue mich allerdings auch nicht, nach einigen Tagen die Rückzahlung anzumahnen. Auch wenn das sicher gegen alle AGB, Gewohnheiten und die angekündigte Bearbeitungszeit spricht. Und es mag vielleicht wenig tolerant sein, wenn ich keine Rücksicht auf vielleicht kleine Betriebe nehme, die sich gegen die Großen durchsetzen müssen. Alles gut, doch eine so lange Zeit der Rückerstattung von vorn herein auch anzukündigen, zeugt für mich von mangelnder Organisationsbereitschaft. Abgesehen davon war ich lange genug selbständig und bei Retouren und Reklamationen gab es sofort das Geld zurück. Denn auch das gehört zur Kundenbindung.

Dankbar

Gestern hat das Auto nach den neuen Sommerreifen im Frühjahr nun auch neue Winterreifen bekommen.
Die Aktion an sich war bemerkenswert unspektakulär.
Was mich jedoch immer wieder dankbar und zufrieden sein lässt, ist die schlichte Tatsache, dass ich die knapp noch dreistellige Rechnung ohne Erschrecken und Not einfach bezahlen konnte. Das Trauma aus der Zeit vor 20 Jahren hat sich so tief in die Seele eingebrannt, dass ich noch heute glücklich über diesen kleinen Luxus bin.

Die Werkstatt suche ich auch bereits seit 20 Jahren auf und gestern kam das Gespräch auf eben diese schlechten Zeiten. Verrückt ist, dass ich noch heute, auch wenn es überhaupt nicht nötig und üblich ist, ein reines Guthabenkonto führe. Das irritiert bei jedem Beratungsgespräch die Mitarbeitenden in der Bank und führt zu seltsamen Versuchen, mir einen Disporahmen einzuräumen. Kostenlos versteht sich, harhar. Nein danke, nie wieder.

Und die einzigen Kredite, die ich seit dieser Zeit jemals wieder bedient und pünktlich bzw. vorzeitig abgezahlt habe, waren eben dieses Auto und nach dem Umzug die neue Einbauküche. Wobei uns inzwischen Beides gehört.

Ich habe aus diesen üblen Zeiten gelernt. Dennoch bin ich jeden Tag dankbar, dass ich heute so unbeschwert durch das Leben gehen kann, ohne bei jedem Brief im Postkasten zusammen zu zucken.

Übersetzungen von Kleinanzeigen-Codes

Ich sollte Übersetzer für Anzeigen-Codes werden. Mit echter Erfahrung und Intelligenz. Nicht mit KI.

„Charmante Wohnung“ = Bruchbude in schlechter Lage, frisch geweißt, um den Schimmel zu verdecken.

„Lichtdurchflutet“ = Im Sommer brütend heiß, dafür geht die Heizung im Winter nicht.

„Verkehrsgünstige Lage“ = Mitten in der Partymeile, Autoposer ab Einbruch der Dunkelheit direkt vor dem Schlafzimmerfenster.

„Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar“ = Ein Tankstellenshop in fünf Kilometern bergauf.

„Kindergarten, Schule, Ärzte in nächster Umgebung“ = Hahaha, alle nehmen aber niemanden mehr auf, ihr Trottel.

„Freundliche Mietergemeinschaft“ = Ein „ehrenwertes Haus“, wie es Udo Jürgens einst besang.

„Gemeinschaftsgarten“ = Keiner mäht den Rasen und eine der Familien feiert an jedem Wochenende darin bis zum Morgengrauen.

„Liebevoll ausgebaut“ = Der Wohnwagen/das Wohnmobil ist mit Material aus dem Baumarkt zusammengefrickelt und mit unnützer Deko von Temu überladen.

„Treues Fahrzeug“ = Hat nie eine Werkstatt gesehen, keine Inspektionen bekommen und über die Defekte wurde großzügig hinweg gesehen. Lief ja immer, wozu auch reparieren?

„Gern genutztes Familienvehikel“ = Kühlschrank dient als Schuhschrank, den Stauraum unter den Betten haben sich die Hunde und alte Socken geteilt, Wände bemalt und Wartung war Glückssache.

„Sofort reisebereit“ = Du kannst die alten Socken und das restliche Abwasser behalten, das noch irgendwo herumgammelt. Und wir haben leider das Putzen in der Eile nicht mehr geschafft. Aber hej, dafür hast du eine Liste der Werkstätten in ganz Europa im Handschuhfach liegen, weil das Fahrzeug vermutlich nach 100 Kilometern wieder die üblichen Macken auslebt.

„Kleiner Wasserschaden behoben“ = Wir haben das Leck nicht gefunden, aber wozu gibt es Silikon und Wandfarbe aus dem Baumarkt?

„Keine üblen Gerüche“ = Wir haben keine Investitionen gescheut und jede Menge Febreze gegen die jahrelang mit uns im Fahrzeug schlafenden nassen Hunde versprüht.

Fortsetzung folgt.

Nur noch vier Monate

Und dann sind es seit heute nur noch vier volle Monate bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters. Meine Güte, ist das gruselig.

Da sitze ich hier und habe in den letzten Tagen für die Nebentätigkeit noch einen Haufen Arbeit vorbereitet und die wiederum habe ich unbefristet, also ohne automatischem Ende bei Erreichen der Regelaltersgrenze. Warum der Tarifvertrag meines Arbeitgebers einen solchen Quatsch aus uralten Zeiten noch enthält, weiß wohl niemand mehr.

Perspektivisch bin ich also gefühlt ab dem 01.03.2026 wieder einmal arbeitslos und könnte alternativ die volle Rente beantragen. Was ich aber nicht will, da ich erstens gern arbeite und zweitens einen monatlichen Vermögens- bzw. Einkommensschaden von mehr als 1.000 € erleiden würde. Das ist schlicht und einfach inakzeptabel.

Ab Montag bin ich ja wieder im Dienst und werde dann massiv meine dienstlichen Kontakte nutzen, um mir eine Arbeitsperspektive im Konzern zu schaffen.

Es klingt völlig bekloppt, wenn ich in Zeiten, wo jeder lieber heute als morgen in Rente gehen würde, vorzeitiger Rentenbezug als goldenes Ziel im ganzen Verwandten- und Bekanntenkreis im Raume steht und ich hingegen nicht aufhören will. Gern natürlich in Teilzeit, es geht letztendlich nur um diese 1.000 € monatlich, wobei ich gern auch mehr nehme und natürlich auch rentenwirksam meine Beiträge abführen lassen will. Denn rein rechnerisch würde ich, wenn ich weiter rentenwirksam arbeite, meine Rente nach drei Jahren der weiteren Tätigkeit um 20 Prozent erhöhen. Was bei mir immerhin brutto schon eine mächtige Entspannung verschaffen würde. Mal ganz abgesehen von der geplanten Steuerfreiheit des Verdienstes, wenn sie denn eingeführt wird.

Also lautet das Fazit für mich: Rente? Nein danke, jetzt noch nicht!

Neue Garage, neues Glück?

Ich hatte zu unserem Umzug vor etwas mehr als zwei Jahren eine große Garage für unseren Wohnwagen anmieten müssen. Bis zum Umzug stand der Wohnwagen auf Privatgelände vor dem von uns bewohnten Haus und wurde im Winter zugedeckt, damit der Dreck von den Bäumen und der Straße das gute Stück nicht allzu sehr in Leidenschaft zog.

Mit dem Umzug in eine Etagenwohnung in einem Wohngebiet gab es zwar ab dann einen Stellplatz für das Auto, jedoch keinen Platz mehr für den Wohnwagen. Die Suche nach Stellplätzen in Hallen, Scheunen und anderen geschlossenen Gebäuden gestaltete sich sehr schwierig. Entweder kam man nur nach Voranmeldung an den Wohnwagen heran oder man stand in einer großen Halle, wo jedermann rangieren konnte wie er es brauchte. Mit allen Konsequenzen für Rempler und einen verschobenen Wohnwagen. Das wollte ich alles ebenso wenig, wie ein Abstellen auf einer Freifläche, die unbewacht war. Was im Übrigen alle Freiflächen waren, auch wenn mit Kameraüberwachung geworben wurde, die dann auf Nachfrage „leider defekt“ war.

Am Ende mietete ich bei einem Lageranbieter einen Lagerraum, ebenerdig mit Rolltor und 24/7-Zugang. Damals noch für deutlich unter 300 € monatlichen Kosten, stiegen diese jedoch in den vergangenen zwei Jahren auf deutlich über 300 e monatlich. Was die Nachbarschaft angeht, habe ich alles durch. Vom bulgarischen Privat-Paketdienst mit ungezählten LKW, die meine Zufahrt blockierten und für Rattenbesuch sorgten, bis hin zur privaten Kfz.-Werkstatt gegenüber, die abgemeldete Schrottfahrzeuge in die Bewegungsflächen stellte. Dagegen waren die Jungs mit ihren getunten Autos fluffig und lustig, vor allen Dingen aber sauber und höflich. Nachdem nun erneut Raten meine Lagereinheit durchkreuzten, um die Nachbarlager zu besuchen, wurde es Zeit für einen neuen Standort für den Wohnwagen, das eingelagerte Klemmbaustein-Sammelwahnsinnskistengestapel und die Saisondekoration der Liebsten.

Die heute ab morgen angemietete neue Garage ist ebenfalls in einem Lagerpark, niegelnagelneu aufgebaut und sorgt mit ihren Mietbedingungen hoffentlich für etwas mehr Struktur und Ruhe im Großen und Ganzen. Abgesehen davon spare ich jetzt rund 100 € monatlich und 15 Minuten Fahrtstrecke, was mir beides gut gefällt.

Die Kamera werde ich dennoch wieder aufstellen, um zu kontrollieren, welche Tierchen da eventuell ein und aus gehen. Bislang hatte ich keine Schäden am eingelagerten Zeug zu verzeichnen, doch das ist ja keine Garantie für die Zukunft.

Jedenfalls ziehen der Wohnwagen und die Kisten voller Klemmbausteine in den kommenden Tagen um und irgendwie freue ich mich auf das Neue. Auch wenn die neue Lager weder größer noch kleiner ist oder anderen Luxus mehr bietet. Allein die Veränderung bereitet mir Freude. Was nun mal gar nicht so schlecht ist.

Immer vorwärts, Schritt um Schritt

„Immer vorwärts, Schritt um Schritt
es geht kein Weg zurück.“

So lautet eine Verszeile aus dem Lied „Kein Zurück“ von Wolfsheim, gesungen von Peter Heppner. Und so geht es auch um den aktuellen Status meiner gesundheitlichen Situation. „Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.“ Der ganze Text ist so wahr, wie nichts anderes, das in meinem Leben geschehen ist. Nun ja, was soll´s, denn geschehen ist geschehen.

Das Wichtigste ist, es geht irgendwie voran. Um es auf die klaren Punkte zu bringen, im Grunde sind die Schmerzen, die ich vorher hatte und die Einschränkungen, mit denen ich in Sachen Beweglichkeit und Vitalität gelebt habe, alle wieder da. Dennoch betrachte ich die Operation an den Lendenwirbeln nicht als unnütz und vergeblich, denn die Putativgefahr (was für ein schöner Begriff aus dem Ordnungsrecht, muss man kennen und lieben) einer Lähmung ist vom Tisch.

Die Psysiotherapie, die Arbeitsunfähigkeit seit mehr als vier Monaten, die Krankengymnastik, die Akupunktur, die Medikamente, die völlig fehlgeschlagene Schmerztherapie, all das hat lediglich dazu geführt, dass ich besser weiß, was ich machen muss, um aufgrund der Schmerzen keine schlechte Laune zu bekommen und wie ich Übungen gegen die schmerzhafte Unbeweglichkeit durchführen kann.

Ich besitze nun ein Korsett zum Umschnallen und feste Zuziehen, jede Menge hübscher Kortisontabletten, Schmerzmittel aller Art ohnehin (ausgenommen dieses Mistzeug wie Tramal und Co. in Tropfenform), Walkingstöcke, ein Laufband daheim und eine Verordnung über Reha-Sport mit dem Zweck des Muskelaufbaus, der Steigerung der Beweglichkeit und der Schmerzreduktion. Alle Maßnahme, bis auf den Reha-Sport habe ich nun beendet und werde ab dem kommenden Montag wieder arbeiten gehen. Wenn auch zunächst nur zwei Wochen lang vier Stunden täglich, dann weitere zwei Wochen sechs Stunden täglich und danach in Vollzeit. Dann ist es nahezu Dezember, der für mich arbeitstechnisch vor Weihnachten endet.

Danach arbeite ich noch im Januar durch und den Februar vermutlich nur noch zur Hälfte. Denn mein goldiger Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) hat eine erneute Beschäftigung nach meinem Renteneintrittsalter mit der schnöden Begründung abgelehnt, man beschäftige keine Rentner. Trotz des erheblichen Mangels an Fachkräften wie mir und der entsprechenden Überlastung der vorhanden Mitarbeitenden. Das „Königreich Personalverwaltung“ spielt offenbar wieder einmal sein Macht aus. Eine Klage wäre zwecklos. Ich muss mir tatsächlich mit 66 Jahren einen neuen Job suchen, wenn ich nicht in gefühlter Altersarmut versinken will. Dieser psychische Druck von gefühlt drohender Arbeits- und Nutzlosigkeit kommt dann noch erschwerend hinzu. Dennoch ist Aufgeben für mich nie eine Option gewesen und wird es auch nicht sein. Finde ich keine Arbeit, mache ich mich wieder selbständig und suche mir Honorarstellen als Ausbilder/Fachdozent bei den Bildungsträgern.

Die Baustelle „Augen“ ist abgeschlossen, auch wenn sich ein nicht unüblicher „Nachstar“ gebildet hat, der irgendwann in Kürze noch einmal geblitzdingst werden muss, damit sich die Sehstärke endgültig positiv verändert. Meine Augen sind nun deutlich schneller ermüdet, ganz besonders bei der Nutzung des Tablets. Damit kann ich leben und höre dann einfach aus, schaue ohne Brille in die Ferne und tröste die Augen mit einem Augentrost-Zusatz in die kleine Pulle Augentropfen als flüssiges Medikament zur Erholung. Kann man machen, man kann aber auch einfach die Augen schließen und schlafen.

Was bleibt ist die Baustelle Schlauchmagen und was ebenfalls bleibt, ist der unbehandelte restliche Rücken. Da fehlt mir jetzt einfach die Lust, mich erneut ins Getümmel der Diskussion um Operation oder nicht und Krankengymnastik oder was auch immer zu stürzen. Dazu ist auch der Leidensdruck nicht hoch genug. Es reicht, wenn ich in Kürze einen Termin beim Zahnarzt wahrnehmen muss. Das ist bei mir beliebt wie Frisör und Hosenkauf, nur seltener.

Jetzt kommt ein Umzug aus meiner bisherigen Wohnwagen-Garage in eine neue Anmietung als Projekt hinzu. Wobei ich nicht so viel Krempel in der Garage horte, als dass es nicht mit drei bis vier Autoladungen voll überführt wäre. Immerhin spare ich dann mehr als 100 € monatliche Miete und das ist nicht wenig. Obwohl die Garage noch immer teuer ist, steht dort der Wohnwagen trocken und sicher, was es mir wert ist. Gäbe es dort noch einen Wasseranschluss, wäre das Glück perfekt. Aber man kann ja nicht immer alles haben und wie sagte schon meine Oma immer so wahr? „Nie ist alles Gute beisammen!“. So ist es.

Tja, und dann werden wir wohl wieder umziehen müssen. Der aktuelle Vermieter verschleppt die Nebenkostenabrechnungen, notwendige Reparaturen, geht uns mit seinem Gehabe auf den Geist und wir bekommen diese Wohnung einfach nicht warm, wenn es draußen windig ist. Entweder müssten wir erneut in Fensterdichtungen, Fensterreparaturen, Abflussspülungen und und und investieren oder wie suchen eine andere Wohnung. Da wir nicht bereit sind, das Trägheitsmoment zu unterstützen, suchen wir lieber, auch wenn die Wohnung an sich schön und passend für uns ist. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, wann hier irgendetwas eskaliert und das Risiko möchten wir nicht eingehen. Natürlich ist ein Umzug mit zwei Jahre alter Küche, Umzug in eine gute Infrastruktur, ruhige Wohngegend, möglich 1. OG mit Balkon oder EG mit Terrasse, Dusche statt Wanne, Stellplatz usw. nicht so einfach. Doch noch haben wir Zeit, können aussuchen und müssen nicht ad hoc jede Bruchbude für teures Geld an der Durchgangsstraße nehmen. Und auch das drückt die Laune, die Motivation, sorgt für Lähmung im Handeln. Die Depression lässt grüßen.

Nun ja, immer vorwärts, Schritt um Schritt. Es wird weitergehen und mein selbst gefundenes Lebensmotto ist bekanntlich „Es wird eine einzige Sache geben, die mich irgendwann tötet. Alles andere überlebe ich.“ Und das hänge ich meist an den Spruch von Alf, dem Außerirdischen „Was nützt es, über verschüttete Milch zu diskutieren?“.

Die Trennung ist vorerst beschlossen

Ich muss leider mehr als zwei Jahre nach unserem Umzug zugeben, dass es wohl keine Zukunft mehr für meine LEGO-Sammlung und mich gibt. Die Liebste drängelt ohnehin schon seit langer Zeit, alles abzugeben, hatte ein Kaufverbot ausgesprochen und ich bin im Grunde noch immer nicht bereit, mich vollständig zu trennen. Doch wenn ich es realistisch betrachte, spielen viele Faktoren in diese Entscheidung mit hinein.

Unsere Wohnung ist mit ihren mehr als 80 m² recht groß, doch sie hat nun einmal nur zwei Zimmer, eine Küche, ein Bad und einen kleinen WC-Raum rund um den langen und engen Flur herum. Und obwohl wir gut ausgemistet haben und recht übersichtlich möbliert sind, ist da neben den LEGO-Kisten für die Enkelkinder hinter der Esszimmertür einfach kein Platz für noch mehr Kisten, geschweige denn für aufgebaute Modelle.

Der Schwiegersohn beherbergt in seinem Haushalt ebenfalls eine große Menge LEGO, hat sich jedoch auf Star Wars und mit unserem Enkelsohn auf Ninjago und solchen Kram spezialisiert. Er hat einfach kein Interesse an LEGO-Technik. Und so bleibt leider kein anderer Weg, als die Sammlung von überwiegend Baustellenfahrzeugen zu verkaufen.

Solche Sammlungen werden als Fetisch in Originalverpackung und noch eingeschweißt für viele hundert Euro gehandelt. Das kann und wollte ich nicht bieten. LEGO Technik wird im Handel für Preise zwischen 9 € und 50 € pro Kilo für Spezialteile angeboten. Kaufen wollen es die gierigen Sammler zum Kilopreis von maximal 3 € bis 5 €. Bei den von mir gewogenen 33 kg Gesamtgewicht ist das lächerlich und entspricht in keiner Weise meinem Wertgefühl. Da das Ganze fein säuberlich in Kisten staubdicht und sortiert in der angemieteten Garage trocken lagert, frisst es kein anderes Brot als das der stetigen Ermahnung der Liebsten. Die würde sich ungern bei meinem plötzlichen und unerwarteten Versterben mit diesem Kram beschäftigen müssen.

So bleibt es also zunächst beim Inserat und dem Abwarten, ob sich jemand zumindest für Preisverhandlungen zu realistischem Angebot herablässt.

Nur für den Fall, dass jemand jetzt neugierig geworden ist:
Im Einzelnen sind es folgende Fahrzeuge, alle mit Motoren, soweit nicht anders angegeben oder nicht vorgesehen:

42068 – Feuerwehr, 2x, davon einmal mit Motor
8258 – LKW mit Kran (abgeblätterte Aufkleber, daher sehr günstig in den Preis eingeflossen
42009 – Kranwagen
42043 – LKW mit Kran und Pneumatik
42078 – Sattelschlepper mit Container
42030 – Volvo Radlader
42055 – Schaufelradbagger mit LKW
42054 – Claas Trecker mit Greifarm
42080 – Harvester
42024 – LKW mit Container (Steine in der Harvester-Kiste enthalten)
Mould King 13166 – Schneeschieber LKW
Winner 7119 – John Deere Raupenschlepper mit Grubber

Das ganze Paket soll komplett in andere Hände gehen und das für eine vierstellige Summe mit einer 1 am Anfang.

Sammlung LEGO Technik

Leider musste es mal wieder sein

Da machste mal wieder was mit Kleinanzeigen und schon schlägt in Form von Nachrichten die deutsche Blödheitskeule wieder gnadenlos zu.

Wir werden alle nicht im dritten Weltkrieg sterben, sondern höchstens, weil irgendein dummer Mensch nach seiner vierjährigen Einarbeitung fragt „Warum stehtn hier, >>Nicht drücken!<<?“ *Drück* *Raketenstart* *Alle tot*