Carpe diem – Nutze den Tag!

Der folgende Beitrag zeigt den typischen Alltagswahnsinn in der deutschen Arbeitslosenverwaltungsmaschinerie.

Ich vermute langsam, daß die Arbeitslosenverwaltung reiner Selbstzweck geworden ist. Jeder Arbeitslose muß gehalten werden, damit der eigene Job gesichert bleibt.

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Der Artikel ist ein wenig lang, doch erstaunlich authentisch. Die Namen und Orte lassen sich beliebig austauschen. Solche Dinge geschehen jeden Tag überall in Deutschland.

Kann sich jemand in die Lage der Sachbearbeiter versetzen? Wäre es nicht schlimm, wenn er seine Arbeit so richtig gut machen würde und sich damit seine eigene Existenz unter den Füßen wegvermitteln würde?

Diese armen gequälten Seelen in den Agenturen für Arbeit und den JobAgenturen und -Centers, sie tun mir leid. Sie sind gezwungen, ihre Inkompetenz verzweifelt festzuhalten, um die Ernährung ihrer Familie sicherzustellen. Sie müssen mit dem Leben von Arbeitslosen spielen, indem sie Gelder verweigern, die ihnen das Überleben sichern. Im letzten Moemnt wird dann gezahlt. Denn tote Arbeitslose sind erledigte Fälle. Und das darf nicht sein!

Die Flure in den Vermittlungs- und Antragsetagen müssen voll sein, um die Existenzberechtigung zu beweisen. Darum ist es taktisch unklug, dem Arbeitslosen einen einfachen Antrag auszufüllen und ihn anschließend rückhaltslos über alle Leistungen aufzuklären, wie es § 13 SGB I fordert. Es ist dumm, Arbeitslose nicht immer wieder hin- und her zu schicken. Wie sonst kann man mit den vorhandenen Mengen Arbeitslosen den Tag nutzen, wenn sie sich nciht blicken lassen, weil sie vermittelt sind, ihren Pflichten freudig nachkommen oder gar einlaufen können?

Inzwischen sind eine Menge Arbeitslose gebildeter als ihre Sachbearbeiter. Lebenserfahrene Frauen und Männer könnten für weniger Geld diesen Job besser und schneller erledigen.

Deutschland hat inzwischen eine Kanzlerin, die alle Wahlversprechen mit einem Handstreich wegfegt und somit zu glatten Lügen macht. Die Verläßlichkeit auf die großen Worte von Politikern ist damit umgekehrt worden. Und Umkehrung in den Arbeitslosenverwaltungen kann ich begrüßen.

Wenn unsere Kanzlerin jetzt konsequent ist, feuert sie alle Mitarbeiter/innen der Arbeitslosenverwaltungen und macht die Arbeitslosen zu Vermittlern. Binnen eines Jahres gäbe es dann keine Arbeitslosen mehr.

Und vermutlich auch keine Politiker mehr. So als Nebeneffekt. Denn Arbeitslose haben ein gutes Gedächtnis, wer sie beschissen hat.

Wie kann also ein Arbeitsloser den Tag nutzen? Indem er sich die Beckschen Texte vom Verwaltungsverfahrensgesetz und vom Sozialgesetzbuch besorgt und diese während der Wartezeit in den Ämtern liest. Erstaunliche Dinge tun sich da auf. Denn wer wußte schon, daß es einer schriftlichen Ablehnung bedarf, wenn ein Sachbearbeiter sagt "Das gibt es nicht!" ?

Rummaulen kann jeder. Mit dem Finger im Gesetzbuch sein Recht einfordern ist schon fast eine Garantie für hervorragenden Service. Denn Sachbearbeiter haben auch Angst. Angst davor, daß sie gefeuert werden. Und arbeitslos.

Nebenbei bemerkt kann man sich ja auch auf Frau Merkel berufen. Vorher viel versprechen und hinterher behaupten, das hätte man SO nicht gemeint und jetzt wäre sowieso alles anders. Vorbildfunktion!

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