Gestern dachte ich so vor mich hin

Als ich gestern vor der Garage so vor mich hin wartete, dachte ich so vor mich hin, dass ich mir eigentlich mal wieder neue Geschichten ausdenken und diese aufschreiben könnte.

Doch was soll ich sagen? Ich bin momentan völlig leer, habe nichts Besonderes auf Halde liegen und auch keine Idee vorzuweisen, die auszuformulieren gäbe. Das fühlt sich seltsam an, zumal das neue Buch nun auch bald wieder ein Jahr alt ist und sich wie üblich nicht verkauft, solange ich keine Werbung mache. Wobei mich der ausbleibende Verkauf auch nicht belastet, weil es normal ist, dass sich meine Produkte außerhalb von Lesungen wie Blei in den Regalen bewegen.

Aber diese Geschichtenlosigkeit ist schon seltsam. Ich könnte etwas über Ärzte und Krankenhäuser schreiben, doch da ist alles so problemlos verlaufen, wie es nur möglich ist. Es gab einfach nur geringe Reibungspunkte und keinen Anlass für Satire. Dann wäre da nur noch die ohnehin mit mir schwanger gehende Idee des Schreibens über den Zustand der Gesellschaft in Deutschland und die herrschende Unmenschlichkeit. Das wird dann aber keine Satire, sondern böses Draufschlagen und Pieksen in Wunden. Ob das jemals jemand lesen würde, bleibt dahingestellt. Ob ich damit etwas bewirken würde ebenfalls.

Wobei ich sagen (und schreiben) muss, dass mich die meist fröhlichen Überzeichnungen alltäglicher Eskalationen mehr zum Geschichtenschreiben reizen als das Böse an sich. So wird es also dabei bleiben, dass ich weiterhin mit offenen Augen und anderen Sinnen durch das Land und meine absehbaren Lebenstage wandele und die eine oder andere Idee auffange. Ich sollte mir nur jetzt, in Anbetracht der vermutlich nicht mehr allzu langen Restlebenszeit, angewöhnen, diese Ideen sofort zu notieren. Wobei ich diesen Vorsatz auch schon wieder mehr als 20 Jahre mit mir herumschleppe. Aber irgendetwas ist ja immer.

Zu doof für das eigene Marketing

Wohnzimmer im Ferienhaus

Da reisen wir zu einem längeren Urlaub in ein Ferienhaus nach Norwegen. Und mir fällt zum wiederholten (und somit nahezu andauerndem) Male auf, dass in bisher allen Ferienhäusern und -wohnungen, die wir urlaubsmäßig bewohnt hatten, Bücherregale stehen.
Ganz offensichtlich enthalten diese Bücherregale immer Bücher der Gastgebenden, hinterlassene Bücher der Gäste und Geschenkbücher. Und immer wieder erinnere ich mich erst beim Anblick des Bücherregals, dass ich wieder einmal vergessen habe, je ein Exemplar meiner beiden Bücher viral dort in das Regal zu stellen und zu „vergessen“.
Ich könnte mich immer wieder gern in den Allerwertesten beißen, sobald ich irgendwo ankomme, wo Bücherregale und Tauschschränke stehen und ich mit leeren Händen davor stehe.

Fazit Buchmesse

Ich war gestern in meiner Eigenschaft als Autor auf der Buchmesse in Solingen vertreten. Um es vorweg zu nehmen, ich bin völlig erschöpft und mit dem festen Willen, nur die ebenfalls gebuchte Messe in Herten im Herbst mitzunehmen. Es lohnt sich für mich einfach nicht, in der Masse der Fantasy- und Romance-Buchschreibenden einen Minitisch zu belegen.

tisch auf der Buchmesse in Solingen

Es war soweit alles gut organisiert, auch wenn es anfangs Verwirrungen über den Eingang gab. Letztendlich hat es für mich als Trödelmarkterfahrenen bewährt, dass ich alle meine Pakete auf einem Rollwagen gepackt hatte und so bequem in einem Durchgang alles am Stand hatte.

Die Tische waren dann doch recht klein in der Fläche und verkettet. Die von allen Ausstellenden mitgebrachten Decken konnten also nicht an den Seiten überhängen und mussten gefaltet werden. Das sorgte für Irritationen, zumal viele sich ihre Decken bedrucken lassen hatten. Man saß also hinter dem Tisch dicht an dicht und der Abstand in meiner Reihe zur Rückwand war doch recht eng.

Das Publikum tröpfelte nach und nach in die Halle und den Raum. Es blieb den ganzen Tag recht übersichtlich und zu keinem Zeitpunkt entstand Gedränge. Es hieß dann auch unweigerlich unter den Ausstellenden, dass die Werbung nicht ausreichend gewesen wäre. Nun ja, das kenne ich aus eigenen Veranstaltungen. Es reicht niemals aus und auch heute ist es noch so, dass sich die Konzentration auf Werbung in den sozialen Medien nicht auszahlt. Es braucht auch heutzutage noch Flyer und Plakate. Der Erinnerungswert von Postings in den sozialen Medien ist eben einfach viel zu gering.

Mein eingekaufter Leseslot, der unglücklicherweise als Letzter an diesem Tag stattfand, war ohne Publikum geblieben und ich ging mit meiner geplanten Kurzlesung leer aus. Die Autorin vor mir hatte eine Zuhörerin, nebenan im Raum waren es drei. Das lag vermutlich auch an den wenigen und gebündelten Durchsagen, die nur im Eingangsbereich zu verstehen waren. Hinweise auf die Leseräume gab es nur an der Treppe dorthin.

Dennoch habe ich viele schöne Gespräch geführt, einige Flyer und Werbeartikel unter die Menschen gebracht und eine Kasse von 40 € bei Kosten von insgesamt 500 € für Stand, Werbematerial und eingekauften Büchern mit nach Haus gebracht. Das ist mehr als unzureichend.

Buchmesse Solingen Stand am Feierabend

Das Geld ist dennoch nicht verbrannt, weil ich die Bücher noch besitze und jetzt nach und nach auf Lesungen abverkaufe. Die werden ja nicht schlecht. Das Werbematerial war günstig und darf gern ebenfalls auf Lesungen unter die Leute kommen. Trotzdem ist es bitter, dass soviel Geld im Grunde jetzt tot herumliegt und erst nach und nach wieder hereinkommt. Totes Kapital nennt man das im Kaufmännischen.

Ich habe mir nach diesen Erfahrungen vorgenommen, bis auf die bereits bezahlte Messe in Herten, an keiner weiteren mehr mit einem Stand teilzunehmen. Allerdings werde ich wohl als Autor mit einem Packen Flyern solche Messen besuchen und Marketing und Netzwerken direkt vor Ort mit Ausstellern betreiben. Auch wenn es Fans von mir gibt, die mich gern auf der Leipziger oder Frankfurter Buchmesse sehen würden. Das sage ich jetzt ganz klar nein.

Das Buch ist wahrscheinlich fertig

Es war dieses Mal etwas mühsam, das kreative Programm zur Buchsatzerstellung davon zu überzeugen, die einzelnen Geschichten dort zu lassen, wo sie sein sollten. Ich habe bestimmt zehnmal die Word-Datei wieder verändert, die Seitenzahlen des Inhaltsverzeichnisses angepasst, um dann festzustellen, dass irgendwann im Verlauf des Buches aus unerfindlichen Gründen eine Verschiebung stattfand, die ich mir nicht erklären konnte.

Dann kam der Moment, an dem ich die goldene Idee hatte, dem Programm eine aus der Word-Datei exportierte pdf-Datei unterzujubeln. Und siehe da, es verschob sich nichts mehr.

Ein weiteres, bei mir allerdings bekanntes Problem ist die Sache mit dem Klappentext. Also dem Lockvogel-Text auf der Rückseite des Buches, der Menschen dazu verführen soll, das Buch zu kaufen. (Es tut mir leid, ich muss jetzt furchtbar lachen. Weil der Gedanke, dass irgendwo in diesem Land mein Buch auf irgendeinem Grabbeltisch liegt und es jemand auswählend in die Hand nimmt, einfach zu kurios ist.) Doch auch das Problem scheint mir gelöst, auch wenn es etwas gehässig von mir ist, die Sache mit der Literaturkritikerin darin zu erwähnen. Ich setze auf die ebenfalls gehässige Neugierde der Menschen.

Jedenfalls habe ich jetzt den Probedruck bestellt, der nächste Woche bei mir ankommen sollte. Ich bin sehr gespannt, vermute allerdings, dass der Rand von der Mitte zum Text hin etwas knapp sein wird. Wenn das so ist, werde ich nochmals alles umbauen müssen und die Seitenzahl verändert sich ebenso wie natürlich dann auch erneut das Inhaltsverzeichnis.

Betrachte ich die statistische Reihenfolge meiner Buchprojekte, so ist 2008 das erste, selbst hergestellte Buch herausgekommen. Dann folgte eine Weile Murks, den ich heute nicht mehr zählen will. 2014 kam dann „Heute darf ich auch mal fahren“ heraus, die Grundlage für viele schöne Lesungen. 2024 nun „Gebratene Ente“, das hoffentlich zu weiteren Lesungen führen wird und eine Erweiterung meines Programms werden soll. Das könnte also bedeuten, dass 2038 das nächste Buch erscheint. Haha, welch ein Druck. GottSeiDank muss ich nicht von meinen niedergeschriebenen Sachen leben. Ich mache es ja nur, weil es geht und der eine oder andere Fan schon seit 10 Jahren bettelt.

Geschichte ist fertig

Die für mich wichtigste Geschichte mit dem Titel „Kindheitstraum“ im kommenden Buch ist fertig. Das Ende hat mir doch tatsächlich fast eine Tränchen ausgedrückt. Manchmal bin ich eben doch ein kleiner Romantiker.

Wortzählung

Die in der obigen Wortzählung angegebenen 15 Seiten sind in DinA4 und in 11er Zeichengröße. Im Buch werden es naturgemäß mehr Seiten sein.

Nun geht es an die letzten vier Fertigstellungen und dann schaue ich mal, wo das Buch mit seiner Seitenzahl am Ende ankommt. Vom Inhalt mag ich gar nicht sprechen, es sei nur soviel verraten: Es wird anders als das erste Buch werden. 🙂

Geschichten gefunden

In Bezug auf das neue Buch muss ich den sehnlichst wartenden beiden Fans zu meinem überaus großen Bedauern mitteilen, dass ich zu meinem Erstaunen in den unendlichen Tiefen meiner Speichermedien weitere vier Geschichten gefunden habe, die nur noch zum guten oder knalligen Ende geschrieben werden müssen. Weil ich die zu meiner grenzenlosen Überraschung selbst recht lesenswert fand, nehme ich sie gern noch ins Buch auf.

Aber so ist das ja bei mir. Wenn es läuft, dann läuft´s. Das Bild dient übrigens nur der besseren Verbreitung in die Facebook-Accounts (Überlistung der allgegenwärtigen Go-Rhythmen) und stammt aus Wien. Dem guten Menschen darin würde ich dann im nächsten Jahr einfach einige meiner Bücher schenken wollen, weil ich den Laden so entzückend finde und sowohl ich als auch meine Geistesprodukte unter die Rubrik „Seltene Bücher aller Themen“ passen.

Buchladen in Wien

Sie hört noch nicht auf

Die erwartungsvollen Freunde des neuen Buches müssen sich noch etwas gedulden. Dank umfangreicher Recherchen, (die ich sonst zugegebener Weise nie durchführe, weil ich meist alles weiß, was ich brauche) ist die letzte Geschichte im Buch etwas aus dem Ruder gelaufen. Sie schlägt schon jetzt die bislang längste Kurzgeschichte in der Vorlesezeit und ist doch nur in der für mich üblichen Erzählungsform verfasst.
Doch die erste Eskalation ist darin schon abgearbeitet und wir nähern uns der Auflösung mit dem letzten Höhepunkt.

Aktueller Seitenstand des Buches: 354. Vierhundert werden es definitiv nicht, auch wenn da schon wieder eine weitere Geschichte im Hintergrund wächst und angefangen ist. Doch die soll aus heutiger Sicht Gründungsmitglied des irgendwann folgenden Buches werden. Es muss ja mal gut sein mit der Warterei.