Viele Themen, kein Stress

Im April waren wir im Urlaub mitsamt Wohnwagen und Familientreffen. Zudem gab es noch eine kurze Rückreise den halben Weg, da eine meiner Schwestern ihren Geburtstag feiern wollte und konnte. Unabhängig vom Wetter und allem sonstigen Gedöns war lediglich die staubehaftete Rückreise etwas außergewöhnlich. Die verbrachte die Liebste auf dem Beifahrersitz nämlich telefonierend mit der achtjährigen Enkeltochter im Auto ihrer Eltern sitzend etwa sechs Kilomter vor uns auf der Autobahn. Das war lustig und ich, der Oppa, brachte auf diese Weise der wissbegierigen Großtochter bei, was die Zahlen auf den blauen Schildern alle 500 Meter zu bedeuten haben. Den Abstand zwischen uns ausrechnen war dann für sie ein Klacks.

Ein weiterer Kurzurlaub, verbunden mit einer Vorstandssitzung meines Nebentätigkeits-Arbeitgebers bracht euns für einige Tage nach Kassel und mich dann im jugendlichen Leichtsinn von ganz unten nach ganz oben auf den Herkules. Drei Tage Nachfolgeschmerzen inklusive.

Seit Anfang Mai arbeite ich wieder. Dieses Mal als pädagogische Fachkraft und Projektleitung für ein Arbeitslosenprojekt als Maßnahme für Bürgergeldempfangende. Hier eine sinnstiftende und fördernde Maßnahme bei einem träger, mit dem ich auf der anderen Seite schon fast 13 Jahre zusammengearbeitet habe. Halbe Wochenstundenzahl, weniger Geld als vorher, aber auch keine Arbeit, die mich an meine Grenzen bringt. Es ist einfach eine hübsche Arbeit für mein Rentnerdasein und ich könnte sie vermutlich noch die nächsten 10 Jahre ausüben. Schauen wir mal.

Das Legoeisenbahnprojket stirbt vermutlich mangels weiterer konkreter Interessenten und Raumgeber. Nun ja, da wird sich etwas anderes auftun. Langsam bin ich es auch mal wieder müde, in meiner Kreativität immer wieder durch andere Leute ausgebremst zu werden und auf sie angewiesen zu sein. „Dann mache ich es eben selbst!“ entstand Anfang der 2.000er Jahre aus Trotz und Anlaß von Lesungen und dummen Verlagen und „Verlagen“. Und es hat sich für mich immer wieder bewährt, nicht lange nach Mitmachenden zu fragen, sondern einfach selbst etwas anzufangen und nach und nach Neugierige mit einzubinden. Wenn ich darauf warte, dass irgendwann einmal alle Interessierten soweit sind, ihre Bedenken und Fragen geklärt zu haben, bin ich schon woanders. Darum nenne ich mich manchmal auch „Initiator“ und nicht irgendwie „Treibende Kraft“ oder „Motor“.

Ein Klassentreffen nach 50 Jahren organisiere ich derzeit auch noch und da trudeln, dem schleppenden Postweg sei Dank, nach und nach die vor drei Wochen versandten Briefe als unzustellbar wieder ein. Oder als positive Mail-Reaktion derer, die gern mit dabei sein würden. Läuft also.

Was aus dem vorherigen Beitrag vielleicht herausklang war die einfache Tatsache, dass die Sache mit den Rentenzahlungen etwas schwierig ist. Soweit es die Rente der Deutschen Rentenversicherung angeht, so läuft diese bei rechtzeitiger Antragstellung recht unkompliziert. Über die Anpassung der „unproduktiven Renten für unproduktive Rentner“ an das Lohngefüge will ich gar nicht erst anfangen zu erzählen. Das ist eines dieser politisch gewollten Bockshörner, in das sich alle, ausgenommen die Rentenbeziehenden, jagen lassen. Um es kurz auszudrücken: Die arbeitende Bevölkerung erhält einen Ausgleich für Inflation und gestiegene Kosten nach Verhandlung der Tarifpartner in beidseitig zufriedenstellender Höhe. Die Rentenbezieher erhalten aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine Steigerung in nicht vollziehbarer deutlich geringerer und nicht ausgleichender Höhe. Das Wort „Schmarotzer-Verwurf“ fällt mir dazu noch einmal ein. Nun ja, vielleicht gründe ich ja eine Rentenbeziehenden-Gewerkschaft. Die DRBG, umgangssprachlich „Verarscht uns nicht“-Gewerkschaft. Das Beruhigende ist aber dabei, dass die Zahl der Rentenempfangenden, addiert mit der Zahl der Studierenden (also der unproduktiven Erwachsenen) bald höher sein wird als die der Bürgergeldempfangenden und Arbeitenden. Da bahnt sich etwas an, wovon noch keiner etwas zu wissen scheint.

Doch egal wie, ich harre der nunmehr dritten Neuberechnung der beiden Zusatzrenten nach der immensen Erhöhung um einen Prozent, der Einigung über die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge und der dann neu zuberechnenden Steuereinbehalte. Ich vermute stark, dass viele Rentenbeziehende die durchgehend gleich hohe und regelmäßige Zahlung ihrer Renten häufig nicht mehr erleben. Sarkastisch spreche ich übrigend neben Deutsch, Englisch und anderen Sprachen auch. Ironisch natürlich ebenfalls. Aber das ist ein anderes Thema.

Maßlosigkeit ab sofort

*ironiemodusan*

Vielen herzlichen Dank für die Erhöhung meiner Zusatzrente durch die gesetzlich festgelegte Rentenanpassung in Höhe von 1 Prozent. Diese macht nach Abzug der dann ebenfalls höheren Steuern eine kaum noch zu überschauende Rentenerhöhung von 94 Cent im Monat aus.

Das reicht immerhin für ein besonderes Bäckerbrötchen pro Monat.

Bei wem darf ich mich jetzt persönlich bedanken? Bin ja Neurentner und kenne mich noch nicht so aus mit diesem ganzen Erhöhungsgedöns.

*ironiemodusaus*

Stichwort Versorgungsausgleich

So langsam werde ich zum Rentenexperten aus eigenen und von anderen nachgewiesenen Erfahrungen.

Heute das Stichwort „Versorgungsausgleich“, der bekanntlich bei Scheidungen stattfindet.

Hinreichend bekannt ist es ja vermutlich, dass die Rentenanwartschaftspunkte bei einer bevorstehenden Scheidung gegeneinander aufgerechnet und die Differenz der in der Ehezeit erworbenen Punkte halbiert und ausgleichend verteilt wird. Das bedeutet im günstigsten oder ungünstigsten Falle, je nach Betrachtungsposition, einen Rentenzugewinn im Alter oder einen Rentenverlust.

Stirbt der ehemalige Partnermensch mit bekommenen Punkten vor Bezug seiner Rente oder kurz danach, können die einst abgegebenen Rentenpunkte wieder zurückgeholt werden. Angeblich soll das automatisch passieren, doch aus eigener Erfahrung empfehle ich einen formlosen Antrag an die Deutsche Rentenversicherung bei Kenntnis des Todes des Ex-Partners/der Ex-Partnerin. So weit, so gut und so einfach.

Das gilt nicht für eventuelle Zusatzrenten wie die aus dem öffentlichen Dienst, eigene Rentenrücklagen, Riestergedöns, Betriebsrenten uvm., von denen im Scheidungsverfahren das Gericht erfahren hat. Für die gibt es nämlich diesen Rückausgleich nicht. Weg ist also weg, bzw. mit ins Grab genommen.

Aber: Zu meiner heutigen Verblüffung musste ich herausfinden, dass bei meinen beiden Scheidungen nur ein Gericht die damals noch ruhende Zusatzrente berücksichtigt hat. Das andere Gericht hat sie im Versorgungsausgleich nicht berücksichtigt, warum auch immer. Vielleicht hat jemand einen Fehler gemacht oder eine Auskunft wurde zu spät erteilt, oder was auch immer. Mir war damals egal, mit welchem Wortgetöse gescheiden wurde, Hauptsache ein Ende war gesprochen und ich konnte wieder neu anfangen.

Was in diesem Falle des Einen Glück und des Anderen Pech ist, da das Urteil schon lange rechtskräftig ist. Auch wenn es nur um den Wert einer Kiste Bier pro Monat geht (einschließlich Pfand).

Also dann Ihr Lieben in Beziehungen: Die Folgen einer Scheidung holen Euch auch nach Jahrzehnten der scheinbaren Ruhe danach immer wieder ein. Entweder als Plus einer zusätzlichen Rente auf Eurem Konto, die Euch immer an das ehemalige Drama erinnert oder als fehlende Kiste Bier am Monatsende.

Tja, Herr Bundeskanzler Merz

In vier Arbeitstagen werde ich meinen Arbeitgeber mit Abgeltung von Resturlaub verlassen müssen. Da kann der Bundeskanzler und all seine Parteimitglieder noch so viel über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit krakelen und Gesetze ankündigen, Forderungen stellen und Ermahnungen aussprechen. Die Arbeitgeberschaft ist einfach nicht bereit, ältere Mitarbeitende über das Renteneintrittsalter hinaus zu beschäftigen. Und ganz besonders ist hier der Öffentliche Dienst als ausführendes Organ der Bundesregierung an erster Stelle angeführt.

Klar, nicht jeder ist so irre und will einfach weitermachen. Da bin ich jedoch keine Ausnahme, wie ich aus Kollegenkreisen vernommen habe. Doch „die Haushaltslage“ wird als übermächtige Ausrede angeführt, wenn es um den zart verpackten Rausschmiss der Leistungsträger aus der Boomer-Generation geht. Verbunden mit der stets gleichen Absage der älteren Neubewerber auf ausgeschriebene Stellen (übrigens der gleichen Art wie sie vorher freigegeben wurden), dass man „besser passende Mitarbeitende gefunden habe“. Und ja, wer sich das Lohhn- und Gehaltsgefüge angestellter Mitarbeitender im öffentlichen Dienst anschaut, der wird feststellen, dass neu Eingestellte deutlich weniger verdienen (weil geringere Erfahrungsstufe und somit weniger Bruttogehalt) als die erfahrenen Mitarbeitenden mit eben höherer Einstufung.

Wie auch immer, Herr Bundeskanzler, Ihr lauthals in die Welt gesandten Worte stoßen auf taube Ohren in ihrer eigenen Verwaltung. Da sehe ich deutlichen Aufklärungs- und Handlungsbedarf.

Ich bewerbe ich nun fleißig weiter und werde mal eine Bewerbung mit gelöschten Angaben zum Vornamen, Alter, den Beschäftigungsdaten und ohne Bild versenden. Sodass niemand vor einem Gespräch mit mir mein Alter und mein Geschlecht erfährt. Ich bin gespannt, ob ich tatsächlich eingeladen werde. Das ginge übrigens auch über das Kontaktformular des Bundeskanzler.

Zwischenzeugnis

9 Arbeitstage plus zweieinhalb Wochen Urlaub vor meinem Ausscheiden habe ich vom jetzigen Arbeitgeber mein Zwischenzeugnis erhalten. Angefordert im November, angekommen nach mehr als zwei Monaten und kurz vor dem ohnehin notwendigen Ausstellen des endgültigen Zeugnisses. Auf dem ich trotz Rentenbeginn bestanden habe. Ich suche ja nun einen Job ab dem 01.03.2026.

Das Zwischenzeugnis ist übrigens drei Seiten lang. Ebenso wie mein Lebenslauf.

Praktikumsfrage

Ich habe an meinem Hauptarbeitsplatz auf die letzten Arbeitstage hin noch einen Schülerpraktikanten an die Seite bekommen. 16 Jahre alt, 9. Klasse Realschule und mit dem Wunsch, meinen oder einen der Berufe in unserem Betrieb zu erlernen.

Was mir im Vergleich zu meinem Praktikum von vor 51 Jahren auffällt, ist nicht viel. Desorientiertheit zur Berufswahl, wenig Ahnung von dem, wie es im Lande so läuft und überhaupt keine Vorstellung davon, was Arbeit eigentlich ist und welche Bedeutung sie hat. Alles gut, war bei mir auch so.

Doch dieser junge Mensch braucht weder ein Praktikumstagebuch schreiben, noch später ein Referat darüber halten und auch der Klassenlehrer kommt vermutlich nicht zu Besuch in den Betrieb. Und wenn doch, dann unangemeldet und unangekündigt. Wobei ich mich auf die Aktion freue, wenn er am Eingang ohne Termin mit mir erscheint und konsequent vom Sicherheitsdienst abgewiesen wird.

Nachhaltigkeit geht anders, finde ich. Wie soll dieser Schüler selbst und für die Mitschüler reflektieren, wie das Praktikum war und welche Schlüsse er daraus gezogen hat? Ist das heute Schule im Allgemeinen oder nur eine kleine Besonderheit?

Klarer Fall

„Schön, dass Sie über das Renteneintrittsdatum weiterarbeiten möchten.“

„Sehr gern, geht ja auch mit dem Wunsch der Regierung konform und Sie wissen ja, Wissenstransfer, Behalten von Leistungsträgern im Beruf und so weiter.“

„Wir können Sie jedoch nicht weiter beschäftigen.“

„Aus welchem Grund?“

„Wir beschäftigen grundsätzlich keine Rentner.“

„Ich gehe nicht in Rente, ich werde weiterarbeiten.“

„Das macht keinen Unterschied.“

„Sie suchen seit Jahren erfolglos Mitarbeitende in genau meiner Tätigkeit und lassen mich gehen?“

„Wir beschäftigen grundsätzlich keine Rentner.“

„Dann bewerbe ich mich eben auf die ausgeschriebenen Stellen. Ich erfülle ja dank meiner Berufserfahrung in diesem Fachgebiet alle Voraussetzungen perfekt.“

„Wir müssen Sie ja nicht zum Vorstellungsgespräch einladen.“

Das nennt man dann wohl mal die perfekte Altersdiskriminierung. Klage zwecklos, da nichts gerichtsfest nachweisbar. Ich suche ab dem 01.03.2026 oder früher einen neuen Job.

Es ist zum Kotzen, Herr Bundeskanzler Merz, wie weit Sie mit Ihren Forderungen weg von der Realität sind. Denn dieses obige Gespräch fand kürzlich im öffentlichen Dienst statt, also in einer Behörde, die im Auftrag der Bundesregierung Dienste am Bürger leistet und somit eigentlich eine Vorbildfunktion haben sollte.

Da ich es gewohnt bin, mein Leben um die wirklich wichtigen Dinge kämpfen zu müssen, werde ich also wieder einmal wehrhaft. Ich werde Bewerbungen versenden müssen und wünsche mir wieder einmal, dass wir auch in Deutschland lernen könnten, auf das Foto, das Geschlecht und die Altersangabe verzichten zu können. Denn Diskriminierung jeglicher Art ist zwar verboten, jedoch alltäglich und nicht nachweisbare Praxis. Ebenso wie Rassismus.

Die Kernfrage für mich als hoffnungslos „überqualifizierte“ und „multifunktional einsetzbarer“ Mitarbeitender ist jetzt: „Wer stellt mich in meinem Alter noch ein?“ ergänzt mit „Und hegt nicht die üblichen Vorurteile gegen Alte wie zu kaputt, zu teuer, zu langsam?“.

Gegen die Leere

Da schaue ich soeben auf die Kalendersuche in dieser Website und stelle fest, dass da gähnende Leer herrscht. Es ist der 1. Oktober und der Oktober ist leer. Kann sein, wird so sein, fordert mich jedoch dazu heraus, etwas zu schreiben.

Aktuell befinde ich mich als Entsandter (so heißt das tatsächlich) im Rahmen eines europäischen Wissentransferprogramms (echt jetzt) im deutschsprachigen Ausland. Nein, nicht in Thüringen, sondern im richtigen Ausland. Während meine Lieben also daheim weiter ihr Leben leben, bin ich zwei Wochen lang mit einem straffen gegenseitigen Informationsprogramm ausgestattet, um Unterschiede zwischen hier und dort festzustellen, Wissen auszutauschen und das alltägliche Leben zu beobachten. Vor wenigen Tagen ankommen und in dem Bewusstsein, dass wir Deutschen super strukturiert und organisiert sind, alles im Griff haben und insbesondere die Thematik um geflüchtete Menschen mit hervorragender Organisation und sozialem Engagement angehen, klatsche ich hier in der Großstadt Wien auf den Boden der bitteren Wahrheit auf. Um es kurz zu machen: Wir Deutschen stehen unserem Sozialwesen selbst im Weg und verursachen unsere Sicherheitsprobleme selbst, ohne die Ursache zu bekämpfen.

Wir stellen mehr Sicherheitskräfte ein, lassen aber Migranten monate- und jahrelang ohne Sprachkurs und Beschäftigungsmöglichkeit in Sammelunterkünften oder ihren Wohnungen allein. Arbeitserlaubnisverfahren, Verbot des Besuchs eines Sprachkurses während des Asylverfahrens, weniger Geld als die Armutsgrenze es mit dem Bürgergeld zeigt. All das ist keine Wunder, wenn es herumlungernde und sich radikalisierende Menschen erzeugt. Da helfen keine Polizisten, da hilft es nur das Versagen des Systems an der Ursache zu packen. In Wien gilt die eiserne Regel, dass ab dem ersten Tag eine Zuweisung in Bildung, Sprache und (gemeinnützige) Arbeit erfolgt. Das wiederum erzeugt einen schnelleren Ausstieg aus dem sozialen Netz.

Auch die maßlose deutsche Arroganz in Bezug auf die Vernetzung der Helfenden untereinander, die ebenentreu stattzufinden hat. Das heißt, dass die operativen Kräfte, die an vorderster Linie mit den Betroffenen zu tun haben, keinerlei Einfluss auf die Regularien haben, weil die wiederum von Leitungskräften auf viel höherer Ebene (und ohne jedes Wissen über die Geschehnisse an der Basis) festgelegt werden. Auf den darüber befindlichen Ebenen werden die Haushaltsmittel besprochen, wie ebenfalls fernab jeglicher Bedarfe der Basisarbeit, rein auf Vorgaben von ganz weit oben festgelegt werden. Diese Arbeit jeder Ebene in der Hierarchie für sich, ohne eine Ahnung dessen, was ganz unten an der Basis gebraucht und geleistet wird, wird in Zukunft der Tod des sozialen Systems in Deutschland sein. Als verstärkend kommt hinzu, dass immer mehr Aufgaben mit dem mehr oder minder dezenten Hinweis auf die angespannte Haushaltslage auf das Ehrenamt verlagert werden.

Ehrenamt ist gut und wichtig, keine Frage. Doch wenn Menschen ohne fachlichen Hintergrund Beratungen und Arbeiten erledigen müssen, von denen sie nur ein teilweise gefährliches Halbwissen haben, dann hilft es nur dadurch, dass es die echte Not vertuscht.

Es ist kein Witz, dass in vielen Behörden die Haushaltslage eine Einstellung von 10 Sozialarbeitern nicht hergibt, aber 20 Ordnungskräfte eingestellt werden. Anstatt das Problem an der Wurzel zu packen, bekämpft man Symptome. Und darin scheinen wir Deutschen inzwischen dem rechten Populismus erlegen zu sein und handeln um des lieben inneren Friedens Willen völlig falsch.

Ich glaube fest daran, dass auch unsere Politiker in den Landtagen und im Bundestag jeglichen Bezug zu den tatsächlichen Geschehnissen in der Arbeit der Behörden und Organisationen verloren haben. Sie wissen nicht mehr, was tatsächlich hier unten geschieht, weil es sie nicht interessiert. Weil sie sich nicht mehr Zeit nehmen, als einen schnellen Besuch in einem Arbeitsamt, wo ein Mensch eine Mitarbeiterin verletzt hat. Die Gründe sind nicht wichtig. Dass es mehr als drei Monate von der Antragstellung bis zur Auszahlung der ersten Geldleistung dauert, weil Personal fehlt, interessiert niemanden. Dann lieber einen Sicherheitsdienst mit dreißig Leuten einkaufen, anstatt 10 Stellen in der Antragsbearbeitung zu besetzen.

Wir sind pervers arrogant und blind. Und es tut mir keineswegs leid, das zu meinem eigenen Volk zu sagen. Wir müssten aufwachen. Ohne zu schwurbeln und abzuwiegeln.

Umgang mit Geflüchteten

Mich kotzt gerade die unglaubliche Art und Weise der CDU-Politiker (ja, Männer!) an, wie sie wieder einmal wie die Drecks-AfD populistisch und pauschal auf geflüchteten Menschen herumkloppen. Ebenso wie dieser Kindergartenverein, der sich FDP nennt.

Ich lade diese Dummbratzen ein, mich eine Woche lang am Arbeitsplatz zu begleiten.

Danach merkt ihr vermutlich zum ersten Mal, wie Scheiße wir in diesem Land geflüchtete Menschen Kraft Gesetzes und eigenen Behördenregelungen behandeln.

Die Herren Politiker sind gern aufgefordert, mich um eine Hospitation zu ersuchen.

Minijob und Rente

Sonntagmorgen und schon zwei Stunden Programmierarbeit im Nebenjob hinter mir. Ich bin es zufrieden.
Zumal ich auch diesen Minijob rentenwirksam bezahlen lasse.

Ich kann aufgrund meines Wissens und meiner Erfahrungen jungen Menschen ab jedem Alters nur raten, die paar Euro in die Rentenwirksamkeit zu investieren. Denn, grob gesagt, der Beginn der Anwartschaftszeit der Rente richtet sich nach der ersten Einzahlung. Es macht einen deutlichen Unterscheid zwischen der ersten Rentenbeitragszahlung nach dem Studium oder bereits im ersten Schülerjob. Im schlimmsten Falle die 35 Jahre Mindestanwartschaft bei Erreichen des Renteneintrittsalters nicht erreicht zu haben, obwohl man lange zur Schule gegangen ist und studiert hat, ist schon übel für die Finanzen im Alter.

Der andere Faktor ist natürlich die Höhe der Entlohnung. Und auch da hilft es, jeden Minijob zur Rentenversicherung anzumelden, weil dadurch die Einzahlungen in der Rentenversicherung erhöhen. Denn die Höhe der Einzahlungen entscheidet über die Höhe der späteren Rente.

Einen Minijob rentenwirksam zu machen, ist jederzeit während des Beschäftigungsverhältnisses möglich.