Ich sollte Übersetzer für Anzeigen-Codes werden. Mit echter Erfahrung und Intelligenz. Nicht mit KI.
„Charmante Wohnung“ = Bruchbude in schlechter Lage, frisch geweißt, um den Schimmel zu verdecken.
„Lichtdurchflutet“ = Im Sommer brütend heiß, dafür geht die Heizung im Winter nicht.
„Verkehrsgünstige Lage“ = Mitten in der Partymeile, Autoposer ab Einbruch der Dunkelheit direkt vor dem Schlafzimmerfenster.
„Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar“ = Ein Tankstellenshop in fünf Kilometern bergauf.
„Kindergarten, Schule, Ärzte in nächster Umgebung“ = Hahaha, alle nehmen aber niemanden mehr auf, ihr Trottel.
„Freundliche Mietergemeinschaft“ = Ein „ehrenwertes Haus“, wie es Udo Jürgens einst besang.
„Gemeinschaftsgarten“ = Keiner mäht den Rasen und eine der Familien feiert an jedem Wochenende darin bis zum Morgengrauen.
„Liebevoll ausgebaut“ = Der Wohnwagen/das Wohnmobil ist mit Material aus dem Baumarkt zusammengefrickelt und mit unnützer Deko von Temu überladen.
„Treues Fahrzeug“ = Hat nie eine Werkstatt gesehen, keine Inspektionen bekommen und über die Defekte wurde großzügig hinweg gesehen. Lief ja immer, wozu auch reparieren?
„Gern genutztes Familienvehikel“ = Kühlschrank dient als Schuhschrank, den Stauraum unter den Betten haben sich die Hunde und alte Socken geteilt, Wände bemalt und Wartung war Glückssache.
„Sofort reisebereit“ = Du kannst die alten Socken und das restliche Abwasser behalten, das noch irgendwo herumgammelt. Und wir haben leider das Putzen in der Eile nicht mehr geschafft. Aber hej, dafür hast du eine Liste der Werkstätten in ganz Europa im Handschuhfach liegen, weil das Fahrzeug vermutlich nach 100 Kilometern wieder die üblichen Macken auslebt.
„Kleiner Wasserschaden behoben“ = Wir haben das Leck nicht gefunden, aber wozu gibt es Silikon und Wandfarbe aus dem Baumarkt?
„Keine üblen Gerüche“ = Wir haben keine Investitionen gescheut und jede Menge Febreze gegen die jahrelang mit uns im Fahrzeug schlafenden nassen Hunde versprüht.
Dieser Blog wurde gestern und heute wieder einmal von Spam-Kommentatoren überfallen. Insgesamt hat das Anti-Spam-Plugin weit mehr als 6.000 Spam-Kommentare abgefangen.
Ich habe schon per Anpassung der htaccess-Datei einige Länder ausgesperrt, was eine Zeitlang gut gewirkt hat, aber natürlich keine Garantie bietet. Auch die Filter durch Reizworte aktualisiere ich regelmäßig, sodass solche Kommentare sofort abgewiesen werden und gar nicht erst möglich sind.
Allerdings hilft das alles nichts gegen die Bot-Überfälle, wie den aktuellen. Ich warte noch immer auf das Plugin, dass Spam an die Absender zurücksendet und eine Überhitzung und Explosion der aussendenden Geräte bewirkt. Da würde ich mich über jeden Knall in Rechenzentren rund um die Welt freuen.
Bis dahin freue ich mich nur daran, dass ich den Spam-Ordner regelmäßig betrachte und diesen Dreck nicht unter den Beiträgen finde.
Video-Tutorials sind seit einiger Zeit offenbar unter jüngeren Menschen das Allheilmittel gegen Unkenntnis. Du weißt nicht, wie man tapeziert? Frag nicht deine Eltern (die vermutlich auch keine Ahnung, keine Zeit oder keine Lust auf Erklärungen haben), frag YouTube. Oder Google, das auf die Seiten von Youtube führt. Du willst wissen, wie man das Getriebe an deinem alten Auto wechselt, ein Buch schreibt, ohne Musikkenntnisse binnen 24 Stunden eine Gitarren-Live-Show hinlegt oder auch den kompletten Bekleidungsstil verändert, um eine gute Partnerschaft zu erhalten? Dann schau dir ein Tutorial an und …
… fruste dich nicht, wenn es nicht klappt. Es gibt ja noch Millionen andere dieser Videos von echten und völlig verblödeten Tippgebenden, die mit Dir einen Haufen Geld für nichts generieren.
Ja, es geht um Geld. Youtube installiert unabschaltbare Werbung vor jedes Video und die Videomachenden können noch einmal selbst bestimmen, wie oft weitere Werbung eingeblendet wird, um Geld zu beschaffen. Das führt dann neben der immer wieder mit großem Mißfallen von mir beobachteten Eigenwerbung durch Wort, Bild und „Subcribe“-Einblendungen zu Einnahmen für die Videomachenden und Nervenverlust von Leuten wie mir. Wenn mir beispielsweise ein Tutorial für den Ausbau der Türverkleidung meines VW versprochen wird, was insgesamt keine fünf Minuten Arbeit bedeutet, ich jedoch 25 Minuten Video schauen muss, davon 10 Minuten Werbung in eigener Sache, dann ein anderes Auto als meinen VW betrachte, weil das gerade „in“ ist, nur um zum Schluss zwei verwackelte Aufnahmen von Schraubenlöchern an einer nicht näher zu identifizierbaren Stelle zu sehen, dann passt da Vieles nicht. Das geht mir leider nicht nur in Einzelfällen so, sondern inzwischen überwiegend. Diese eigene Beweihräucherung als Hauptzweck einer eigentlich guten Sache geht mir tierisch auf den Geist.
Ich habe selbst lange Zeit Tutorials erstellt und das bereits zu Zeiten, als es mit den kleinen Filmchen noch nicht möglich war. Bild für Bild fotografiert, mit erklärenden Texten in einfachen Worten ergänzt und schon war die Schritt für Schritt-Anleitung geboren. Die mit wenig Zeitaufwand half und für sich allein genügend Werbung für mich war. Ich verdiente kein Geld damit. Wozu auch Geld für etwas nehmen, dass ich Wissen nenne und gern weitergebe, wenn es einer anderen Person hilft? Meine Philosophie ist, dass das Wissen dieser Welt allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen muss, sonst kommen wir als Menschheit nicht voran. Es könnte auch Kriege verhindern, Armut vermeiden und vielleicht auch die Bremse von Krieg in Richtung Frieden werden. Könnte, ich weiß.
Jedenfalls empfinde ich diese unsäglichen Tutorials nicht nur vom Aufbau und Anspruch her unbefriedigend, sondern zu einem nicht geringen Anteil auch als nutzlos und sogar gefährlich. Da wird von 20 Minuten Video in drei Minuten tatsächlichem Inhalt gezeigt, wie man einen Autoscheinwerfer austauscht. Es fällt jedoch kein Wort über die Typenzulassung und die dringend nötige Einstellung der Scheinwerfer.
Ein anderer, selbst ernannter Tutorialgott des Campings erklärt, dass man „diesen Fehler beim Abstellen der Gasflaschen im Wohnwagen keinesfalls machen soll“, erwähnt jedoch mit keinem Wort, was genau er nun meint und was genau man niemals machen soll. Und ich habe beim Anblick der beiden Gasflaschen in den 60 Sekunden tatsächlichem Inhalts des Videos auch auf den ersten Blick nichts gefunden, was gefährlich wäre.
Die fachlich fundierten Inhalte liegen weit hinter denen der Eigen- und Fremdwerbung zurück. Es gibt auch keine Möglichkeit, Tutorials als gefährlich einzustufen, völligen Blödsinn darzustellen oder gar löschen zu lassen. Denn alle Videos laufen auf ausländischen Servern unter ausländischen Regeln und wir wissen ja alle am Beispiel facebook, dass selbst die schlimmsten Beiträge niemals „gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen“.
Was also am Ende als meine Empfehlung übrig bleibt, ist der Hinweis darauf, kritisch zu bleiben und versuchen, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln. Im Zweifelsfalle fragt live und im echten Leben jemanden, der so etwas schon mal gemacht hat. Ich habe zum Beispiel alles über Elektrik von meinem Großvater, meinem Vater und einigen Handwerkergesellen und -meistern gelernt. Autoschrauben durch Helferarbeiten und Mitarbeit bei Gesellen und Meistern der Branche, Dachdecken mit einem Dachdecker, und so weiter. Manche Dinge und Fähigkeiten habe ich mir selbst beigebracht, wie die Sache mit Hard- und Software in Computern. Doch auch da war der Weg sehr lang, bis alles sicher war und ich dieses Wissen reinen Gewissens weitergeben konnte.
Bleibt also kritisch, fresst nicht jeden Dreck, der euch vorgeworfen wird und macht es wie bei gesundheitlichen Diagnosen, mit denen ihr nicht einverstanden seid: Holt euch eine zweite und ggf. dritte Meinung ein.
90 Prozent der Tipps in Videotutorials und 99 Prozent der Tipps in Foren sind inzwischen aus meiner Sicht blanker Unsinn. Wenn man das weiß, ist schon viel gewonnen.
Demnächst an dieser Stelle oder woanders: Der abgebildete (weibliche) Stecker ist Teil eines Projektes, das mich gedanklich wieder einmal herausgefordert hat.
Da gab es am Anfang einen Satz der Liebsten, der irgendwann irgendwo in einen dunklen Winterabend fiel. Es geschah dann, dass mich meine Lösungskompetenz antrieb, eine Lösung für das Problem, dass jener Satz erzeugte nicht nur zu finden, sondern auch zu bauen.
Dem gegenüber stand mein Wille, keine der üblichen Heimwerker-Pfuschlösungen zu erzeugen, sondern am Ende ein handwerklich gutes Produkt vorweisen zu können.
Doch dann kam der Hersteller der eigentlich perfekten und vor allen Dingen fast fertigen Lösung des Problems ins Spiel.
Das vorläufige Ende war wieder einmal, dass die deutsche Technik, made in China, nicht mit der chinesischen Technik, made in China, kompatibel war, weil zwischendurch auch noch Elektronik made in Taiwan und Chips made in USA dazwischen agierten.
Ich bereute zutiefst, mich zwar u.a. auch mit Elektrik auszukennen, jedoch den Lernzug in Richtung Elektronik verpasst zu haben. Es brauchte also mehrere elektrische Lösungsansätze und Tests. Auch galt es, die steuernde und überwachende Elektronik made in irgendwo around the world auszutricksen.
Das Ende war dann verblüffend einfach, mit wenigen Handgriffen konstruiert und fast so funktionierend, wie es erträumt war. Fast auch nur deshalb, weil statt der geplanten Automatik nun eine winzige manuelle Handlung erforderlich ist. Die allerdings auch Vorteile bietet.
Worum es geht? Später mehr, sobald ich aufgeräumt, alles gesäubert habe und mich den Fachfragen stellen kann.
Ich stöbere gern in den diversen Facebook-Gruppen und Kleinanzeigenportalen. Oft aus einfachem Interesse, wie die Marktlage für Gegenstände ist, die ich daheim aufbewahre. Ich lese Texte, schaue mir die Bilder an und wenn ich gebrauchte Dinge suche, geht es auch schon mal gezielt auf die Reise durch diese Angebotsportale. So auch kürzlich für unseren benötigten Fahrradträger für die Anhängerkupplung und aktuell mal wieder für eine andere Wohnung. Wobei Letzteres ein anderes Thema ist.
Was ich in vielen Anzeigen sehe, sind maßlos überzogene Preisvorstellungen. Gerade bei Fahrzeugen wie Anhängern und so ziemlich allem, was mit Fahrzeugen zu tun hat, werden Preise aufgerufen, die fernab von Gut und Böse sind. So sah ich heute einen mehr als 20 Jahre alten, verrosteten Anhänger einer Marke, die es nicht mehr gibt, verranzt, verbeult, mit Rostflecken in allen Ecken und mit dem Hinweis, dass er etwas Liebe benötigen würde, für 1.100 € Festpreis. Da hilft auch die Begründung eines historisch wertvollen Fahrzeugs nichts mehr. Der Verkäufer hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Teil wenigstens noch vorher vom Garagenstaub zu befreien.
Stichwort Mühe geben ist auch noch so eine Sache. Liebe Leute, wenn ihr euren Wohnwagen verkauft, räumt die Kiste wenigstens auf und fotografiert erst dann, wenn es nicht mehr aussieht, als hättet ihr euch kurz nach einer Orgie dazu entschlossen, den Müllhaufen zu verscherbeln. Da hilft auch nicht der niedliche nasse Vierbeiner auf dem Bett und das Spiegelbild des Fotografen mit freiem Oberkörper und in Unterhose beim fotografieren des vergilbten Bades mit auftapezierten Blümchen.
Auch wenn ich schon lese, dass „liebevoll selbst ausgebaut“ wurde und dann die blanken OSB-Platten-Selbstbauschränke schon das zulässige Gesamtgewicht in Gefahr bringen, fällt mir nichts mehr ein. Dagegen sind überdekorierte Wohnmobile, die voller Stolz ebenfalls als „liebevoll und aufwändig renoviert“ präsentiert werden, mit normalen Tapeten und rosa Anstrichen der ursprünglich mit Buchenholz laminierten Möbel schon fast normal. Da wird die Toilette aus dem Camper rausgerupft, um aus dem Raum eine Rumpelkammer, Verzeihung einen Kleiderschrank zu machen. Das selbst gebaute Festbett wird als praktisch in den Maßen 180 cm mal 140 cm angepriesen und als Raumsparwunder dargestellt. Natürlich ist der Wohnwagen trocken und bis auf den behobenen Wasserschaden im Heck, der nur noch etwas Farbe braucht, sofort reisebereit.
Ich neige gerade bei den vielen Anfragen von Neulingen in der Camperwelt dazu, ihnen meine Hilfe bei der Besichtigung ihres Objekt der Begierde anzubieten. Mich beschleicht das Gefühl, dass momentan derart viele Bekloppte und Betrüger inserieren, dass man nur noch mit viel Erfahrung davor bewahrt wird, auf solche Leute reinzufallen und viel Geld für Müll auszugeben. Und damit meine ich keineswegs die offensichtlichen Betrüger, die Vorkasse per PayPal friends verlangen oder ein Wohnmobil mit 35.000 km Tachostand und vier Jahren auf dem Buckel für 20.000 € anbieten. Wo dann das gute Stück zufällig gerade in Finnland steht und für die Überführung 500 € Vorschuss an eine Transportfirma nötig sind. Wer darauf reinfällt, hat es nicht anders verdient.
Nein, vielmehr sind es die Leute mit der festen Überzeugung, dass mit gebrauchten Dingen ein derart gutes Geschäft zu machen ist, dass eine Aufwertung durch die Anbringung von LED-Stripes vom Lidl automatisch zu einer Aufwertung von 1.000 € wegen des „stylischen Upgrades“ führen muss. Ich wünsche diesen Menschen keinen Verkauf. Obwohl sich leider immer wieder ein Dummer findet. Aber das ist ja ohnehin meine Theorie zum Untergang der Menschheit. Wir werden uns aus purer Blödheit selbst vernichten, weil irgendjemand irgendwann den falschen Knopf drückt oder statt einer Flasche Cola das Tor zur Hölle öffnet. Die Kleinanzeigen sind nur die Vorstufe dazu.
Nach der erfolgten Katarakt-Operation (Entfernung Grauer Star im rechten Auge) erlebe ich Dinge, über die mir vorher niemand Auskunft geben konnte. Ich bin bekanntlich Brillenträger und trage schon sehr lange eine Gleitsichtbrille. Das heißt, ich bin ich der Weite kurzsichtig und in der Nähe weitsichtig.
Nun habe ich bei der Wahl der künstlichen Linse im rechten (und bald auch im linken) Auge eine solche mit scharfer Sicht in der Ferne gewählt, damit ich im günstigsten Falle nur noch eine Lesebrille oder eine Gleitsichtbrille mit dem Nachsichtbereich unten und Fensterglas oben benötige.
Nach den Messungen am Dienstag dieser Woche habe ich auf dem rechten Auge bereits eine Sehkraft von 60 Prozent ohne Brille. Damit liege ich schon jetzt über der Sehkraft, die ich vorher hatte und die durch die Brille ausgeglichen wurde. Und hier beginnt die seltsame Sache.
Gehe ich momentan ohne Brille durch mein Leben, sehe ich mit dem rechten Auge in der Ferne alles scharf und mit dem linken alles unscharf. Setze ich die Brille auf, erblicke ich mit dem rechten Auge alles unscharf und mit dem linken Auge scharf. Das ist nur ein vorübergehender Zustand, denn die Sehkraft des operierten rechten Auges soll sich stetig verbessern. Dieser Prozess soll ca. 6 Wochen dauern, es braucht also Geduld. Der scharfe Sichtbereich beginnt bei etwa 40 cm Entfernung vom rechten Auge, wobei der scharfe Sichtbereich des linken Auges bereits bei 30 cm Entfernung endet. Es gibt also einen Bereich, der aktuell nicht scharf abgebildet wird. Das sorgt im Hirn für etwas Verwirrung, wird sich jedoch irgendwann von allein erledigen.
Durch die Einblutungen in die Bindehaut des rechten Auges (was vorher auch niemand erzählt hat, obwohl ich dadurch aussehe wie mit den Augen eines Bernhardiners versehen) habe ich ab und an noch im äußeren Sichtfeld Effekte wie den Blick durch Wellen. Insbesondere schnelle Augenbewegungen sind noch nicht so perfekt wie vorher und schmerzen etwas. Doch auch das wird von Tag zu Tag besser.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht und ganz besonders, was das rechte Auge macht, wenn das linke Auge in der übernächsten Woche operiert ist. Das wird noch eine spannende Angelegenheit. Ich werde berichten.
Gestern war „der große Tag“ mit der Durchführung der geplanten Operation meines Grauen Stars im rechten Auge. Vorweg sei gesagt, dass alles gut verlaufen ist, glaube ich meinen heutigen Eindrücken und den Worten der untersuchenden Augenärzte.
Vor der gestrigen Abfahrt von zuhause musste ich mit vorher ausgehändigte Augentropfen in das zu operierende Auge geben. Kurz nach dem erfolgreichen Einträufeln sah ich auf dem rechten Auge alles doppelt und etwas verschoben übereinander liegend. Das ist eine Herausforderung an Bordsteinkanten und Treppenstufen. Ich bin mit dem Bus zur Augenarztpraxis gefahren und wurde zum Termin in den OP-Bereich hineingerufen. Nach kurzem Abgleich der Daten musste ich meine Wertsachen in ein Schließfach legen und den Schlüssel einstecken. Meine Jacke konnte in einem Garderobenmöbel aufgehängt werden. Noch am Tresen erhielt ich sitzend eine Salbe an das untere Augenlid, weitere Tropfen in das Auge und einen farbigen Klebepunkt über das Auge. Letzterer dient zur Sicherheit, dass auch wirklich das richtige Auge operiert wird. Nebenbei erwähnt: Bei den letzten beiden Operationen erhielt ich ebenfalls Markierungen als Zeichen, welche Seite betroffen, bzw. dass ich das letzte Aufklärungsgespräch erhalten und meine Identität geklärt ist.
Nach diesen ersten Vorbereitungen wurde ich in den Warteraum geleitet und nahm als dritter Patient in der Wartereihe Platz. Wenige Minuten später bekam ich einen Einwegkittel, eine Haube für die Haare und Überzieher für die Schuhe angezogen. Ich musste mich erstmals nicht für eine Operation entkleiden. Die beiden Patienten vor mir wurde abgeholt und währenddessen erschienen immer wieder Patienten mit Augenverband in Begleitung von Personal aus dem OP-Bereich in den Wartebereich hinein. Ich habe in der kurzen Wartezeit die Aufklärung für das Verhalten nach der OP viermal mit angehört.
Dann war ich dran und wurde vom Anästhesisten zu einem der beiden fahrbaren OP-Stühle geleitet, die aussehen wie Frisörstühle ohne Waschbecken. Mit wurde der Blutdruck gemessen, ein Zugang für die Injektion des Narkosemittels gelegt und auch kurz darauf eingespritzt. Ich habe absolut nichts von einer fehlenden Zeit gemerkt. Für mich verging die Zeit in Narkose ohne jeden Bruch im Übergang und ohne jede Wahrnehmung. In dieser Zeit wurde mir rechts unter das Auge ein Medikament gespritzt, dass das Auge lähmt, ohne das andere Auge zu beeinflussen. Wie gesagt, von der Spritze weiß ich absolut nichts und sehe nur heute den kleinen Bluterguss unter dem Auge.
Mitsamt dem Stuhl fuhr man mich in den Operationssaal und mein Gesicht wurde abgedeckt. Ich konnte mit dem linken Auge nur noch durch die Gaze hell und dunkel unterscheiden. Das rechte Auge war blind und gefühlt einfach nicht da. Witzig war, dass der operierende Arzt Anweisungen gab, die Augen auf und zu zu machen und ich den Befehl vom Gehirn gab, das linke Auge auch gehorchte und das rechte es offenbar auch tat. Es fehlte nur die optische und sensorische Rückmeldung, die man so gewohnt ist. Da war ja rein gefühlsmäßig kein Auge mehr.
Ich fühlte an der Wange eine Flüssigkeit laufen und der Operateur erklärte mir, dass nun die alte Linse entfernt sei. Dann berichtete er, dass die neue Linse eingefügt sei und kurze Zeit darauf, dass alles gut gelaufen wäre und ich jetzt wieder zurückgebracht würde. Während dieser recht kurzen Zeit hörte ich nur die leise Musik im Operationsraum und ein leises Sirren des Lasers. Ich spürte keine Manipulationen, sah nichts und fühlte lediglich Flüssigkeit an der Wange.
Im Raum mit den Frisörstühlen durfte ich wieder aufstehen, wurde in den Warteraum geführt und bekam die Aufklärung zu hören und ein Medikament zur sofortigen Einnahme, den OP-Bericht für Hausarzt und entsendenden Augenarzt, eine Notfallnummer der Operateurs („Anrufen, wenn etwas Schlimmes ist“) und ein Rezept für Augentropfen, sowie eine weitere Tablette für die Einnahme am Abend (Antibiotikum zur Verhinderung einer Infektion).
Mit Augenverband und einem Kunststoffschutz darüber bin ich in Begleitung der Liebsten mit dem Bus nach Hause gefahren. Ich war etwas platt, mir liefen die Tränen aus dem rechten Auge und ich hatte oben rechts ein Fremdkörpergefühl, dass mich im Normalfalle zum Herausreiben gezwungen hätte. Das ging nun nicht und war auch absolut verboten. So schaute ich noch etwas Fernsehen, was erlaubt war , hatte keinen Appetit und ging um 19.00 Uhr schlafen. Gegen 01.00 Uhr wurde ich wach, musste zur Toilette und öffnete unwillkürlich das rechte Auge und konnte durch den Verband zwischen hell und dunkel unterscheiden. Ich konnte also sehen. Beruhigt und mit Fremdkörpergefühl ging ich wieder schlafen und habe auch bis 05.00 Uhr zum Weckerklingeln gut geschlafen. Der Verband war durch die Tränen völlig durchnässt und der Augenschutz aus Kunststoff voller Kondenswasser. Den Schutz soll ich mir die nächsten Wochen noch vor dem Schlafengehen über das Auge kleben, damit ich mich nicht unwillkürlich verletze oder das Auge reiben kann.
Heute fuhr ich mit dem Bus zu meinen Augenarzt, der Verband wurde entfernt und die ersten Tests ergaben schon jetzt eine Sehkraft von 60 Prozent auf dem rechten Auge. Das reicht noch nicht zum Autofahren, lässt mich aber mit meiner Brille schon extrem scharf und hell sehen, was vorher nicht mehr möglich war. Decke ich jetzt das rechte Auge ab, ist die Sicht mit dem linken Auge allein deutlich dunkler als mit rechts allein.
Ich habe aktuell noch einen kleinen Bluterguss neben der Pupille, wie bei einer Bindehautentzündung. Das wird sich jedoch nach Angabe der Ärzte schnell wieder geben. Der Bluterguss unter dem Auge, von der Spritze verursacht, wird sicher auch in den nächsten Tagen verschwinden.
Insgesamt ist jetzt meine Angst weg und ich brauche nur noch Ruhe, darf mich nicht bücken oder schwer heben, kein Fitness machen und nicht Radfahren, da mir etwas ins Auge fliegen könnte. Ich darf keine Seife oder Shampoo ins Auge bekommen und muss eben den Augenschutz in der Nacht tragen. Das ist alles erträglich, vergleiche ich es mit dem Zustand vorher, wo der dicke Fettfleck im Sehbereich des rechten Auges zu starken Einschränkungen führte und ich auch erst jetzt bemerke, wie auch schon die Sehkraft des linken Auges beeinträchtigt ist. Die Erblindung ist schleichend und nur der Fettfleck hat mich davor bewahrt, dass ich irgendwann durch die Gewöhnung an das schlechte Sehen große Fehler gemacht hätte.
In einer Woche wird noch einmal kontrolliert, ob alles gut ist und in zwei Wochen ist das linke Auge dran. Dann wieder Nachkontrolle, erneute Kontrolle beider Augen, danach wieder links und nach insgesamt etwa sechs Wochen kann ich mir eine passende Brille machen lassen. Oder ich benötige nur noch eine Lesebrille. Das wird sich zeigen.
Ich schreibe diesen Bericht für mich und für alle diejenigen Lesenden, denen eine solche Operation empfohlen wurde und die Angst davor haben. Denn die hatte ich auch. Nun nicht mehr.
Sieht schlimm aus und Bilder mit der Selfie-Cam des Handys ja sowieso.
Und ich bin rechts nicht rasiert, weil da heute früh noch zwei Pflasterstreifen zur Fixierung des Augenschutzes klebten. Immerhin bin ich ja auch schon ein alter Mann und gehe heute nicht mehr aus dem Haus. 🙂
Die Überschrift klingt übel und ist auch nicht so ganz korrekt. Als Satiriker bin ich jedoch Übertreibungen gewohnt und erkläre meist nach der Provokation, was gemeint ist. So also auch hier.
Ich werde am Montag am rechten Auge operiert. Meine Augen haben sich den „Grauen Star“ eingefangen oder besser gesagt, ihn entwickelt. Früher sind die Menschen daran erblindet und im Alter hilflos geworden. Heute schneidet man mit einem Präzisionslaser-Roboter die defekte Linse unter der Hornhaut heraus und setzt eine passende künstliche Linse ein. Der Rest ist Heilung und Gewöhnung.
Der Graue Star sieht von innen so aus, dass ich zunächst nur bemerkte, dass ich ungern bei Regen in der Dunkelheit Auto fahre. Die Blendungen wurden stärker und mit der Zeit bekamen die Rücklichter und die Scheinwerfer der entgegen kommenden Fahrzeuge einen „Heiligenschein“, also einen Kranz aus Licht. Das betraf und betrifft nur das rechte Auge. Autofahren darf man damit noch, denn solange noch insgesamt 70 Prozent Sehkraft vorhanden sind, ist auch versicherungstechnisch alles im grünen Bereich.
Was ich nur empfand und empfinde, ist das lästige Gefühl, nicht richtig scharf sehen zu können und ich bemerke die Überlastung des linken Auges durch den stetigen Versuch des Ausgleichs des erkrankten Auges. Ich habe viel früher als sonst „müde Augen“ und bekomme Schmerzen. Das muss geändert werden.
Natürlich operieren die Augenärzte gern und noch lieber für viel Zuzahlung. Wobei ich jetzt sagen muss, dass die von der Krankenkasse finanzierten Leistungen bei Weitem nicht für eine vernünftige Diagnose und später normales Sehfeld ausreichen. Wundern tut mich das nicht, wissen wir doch alle, dass Krankenkassen grundsätzlich nur die zum Überleben notwendigen Maßnahmen bezahlen. Alles andere ist Luxus, auch wenn der Luxus dem früheren Zustand entspricht.
Ich wurde also beim Augenarzt umfangreich und mit einer Mappe für das Lesen daheim über alle Vorgänge und Risiken zur Operation aufgeklärt. Wer sich gern gruselt und Horror liebt, dem empfehle ich diese Lektüre als Betroffenen. Bei mir ist jedoch der Leidensdruck derart hoch, dass die Angst vor der Operation darunter bleibt. Für im Moment rund 480 € plus 60 € für die etwas bessere Linse haben ich nun eine umfangreiche Untersuchung an insgesamt 10 Geräten hinter mir (das tut übrigens tatsächlich nicht weh und ist hochinteressant). Ein Gespräch mit dem zuständigen Anästhesisten habe ich ebenfalls hinter mir und der gute Mensch hat mich in 10 Minuten mehr beruhigt, als alle anderen davor.
Geplant ist der folgende Ablauf: Ich werde am Monat in der Praxis eintreffen und muss natürlich mit dem Bus anreisen. Mit Autofahren ist dann erst einmal eine Weile nichts. Bevor ich daheim losfahre, gebe ich mir vorher ausgehändigte Augentropfen ins Auge. In der Praxis angekommen, wird mir ein Zugang gelegt (das sind diese Dauernadeln im Handrücken, worüber Infusionen gegeben werden) und ein Medikament gegeben, das mich in einen relativ kurzen Schlummer versetzt. In der Zeit des Schlafens wird neben (!) mein Auge ein Medikament eingespritzt, dass meine Augenmuskulatur des rechten Auges für 24 Stunden lähmt. Das linke Auge bleibt beweglich und unangetastet. Danach liege ich für 10 Minuten unter einem Laser, werde nichts spüren und nur Licht sehen. Anschließend bekomme ich einen Verband über das Auge und muss warten, bis sich mein Kreislauf wieder in gewohnten Bahnen stabilisiert hat. Das war es dann auch schon für diesen Tag.
Am Dienstag fahre ich wieder in die Praxis, mir wird der Verband entfernt und ich erhalte das erste Mal die den Heilungsprozess unterstützenden Augentropfen. Die muss ich dann in den kommenden Tagen selbst auftragen, damit der Tränenfluss auch wieder in die Gänge kommt. Meine volle Sehschärfe erreiche ich innerhalb von etwa zwei Wochen. Das bedeutet, dass ich bis dahin meine Brille nicht tragen kann und auf dem linken Auge eben nur wenig scharf sehen werde. Da sich dort ebenfalls schon der Graue Star bemerkbar gemacht hat, wird zwei Wochen nach der Operation am rechten Auge auch das linke Auge operiert. Der Plan ist dann, dass ich Ende August meine volle Sehkraft habe und nur noch für die Nahsicht eine Brille brauche. Ob ich das über eine Gleitsichtbrille regele oder mir eine Lesebrille beschaffe, kann ich heute noch nicht sagen.
Ich werde mich also am Montag von meinem bisherigen Sehen und meinem seit Geburt bei mir gebliebenen Auge verabschieden und habe dann ein weiteres Ersatzteil in meinem Körper. Als alter Science Fiction-Fan grüße ich alle Cyborgs. Solche Linsen wie in den Filmen sind übrigens für den allgemeinen Markt noch nicht verfügbar. Ich habe nachgefragt. 🙂
Nur für den Fall, dass ihr euch schon immer mal gefragt habt, wen ihr fragen könnt: Das ist die Antwort!
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