Viele Themen, kein Stress

Im April waren wir im Urlaub mitsamt Wohnwagen und Familientreffen. Zudem gab es noch eine kurze Rückreise den halben Weg, da eine meiner Schwestern ihren Geburtstag feiern wollte und konnte. Unabhängig vom Wetter und allem sonstigen Gedöns war lediglich die staubehaftete Rückreise etwas außergewöhnlich. Die verbrachte die Liebste auf dem Beifahrersitz nämlich telefonierend mit der achtjährigen Enkeltochter im Auto ihrer Eltern sitzend etwa sechs Kilomter vor uns auf der Autobahn. Das war lustig und ich, der Oppa, brachte auf diese Weise der wissbegierigen Großtochter bei, was die Zahlen auf den blauen Schildern alle 500 Meter zu bedeuten haben. Den Abstand zwischen uns ausrechnen war dann für sie ein Klacks.

Ein weiterer Kurzurlaub, verbunden mit einer Vorstandssitzung meines Nebentätigkeits-Arbeitgebers bracht euns für einige Tage nach Kassel und mich dann im jugendlichen Leichtsinn von ganz unten nach ganz oben auf den Herkules. Drei Tage Nachfolgeschmerzen inklusive.

Seit Anfang Mai arbeite ich wieder. Dieses Mal als pädagogische Fachkraft und Projektleitung für ein Arbeitslosenprojekt als Maßnahme für Bürgergeldempfangende. Hier eine sinnstiftende und fördernde Maßnahme bei einem träger, mit dem ich auf der anderen Seite schon fast 13 Jahre zusammengearbeitet habe. Halbe Wochenstundenzahl, weniger Geld als vorher, aber auch keine Arbeit, die mich an meine Grenzen bringt. Es ist einfach eine hübsche Arbeit für mein Rentnerdasein und ich könnte sie vermutlich noch die nächsten 10 Jahre ausüben. Schauen wir mal.

Das Legoeisenbahnprojket stirbt vermutlich mangels weiterer konkreter Interessenten und Raumgeber. Nun ja, da wird sich etwas anderes auftun. Langsam bin ich es auch mal wieder müde, in meiner Kreativität immer wieder durch andere Leute ausgebremst zu werden und auf sie angewiesen zu sein. „Dann mache ich es eben selbst!“ entstand Anfang der 2.000er Jahre aus Trotz und Anlaß von Lesungen und dummen Verlagen und „Verlagen“. Und es hat sich für mich immer wieder bewährt, nicht lange nach Mitmachenden zu fragen, sondern einfach selbst etwas anzufangen und nach und nach Neugierige mit einzubinden. Wenn ich darauf warte, dass irgendwann einmal alle Interessierten soweit sind, ihre Bedenken und Fragen geklärt zu haben, bin ich schon woanders. Darum nenne ich mich manchmal auch „Initiator“ und nicht irgendwie „Treibende Kraft“ oder „Motor“.

Ein Klassentreffen nach 50 Jahren organisiere ich derzeit auch noch und da trudeln, dem schleppenden Postweg sei Dank, nach und nach die vor drei Wochen versandten Briefe als unzustellbar wieder ein. Oder als positive Mail-Reaktion derer, die gern mit dabei sein würden. Läuft also.

Was aus dem vorherigen Beitrag vielleicht herausklang war die einfache Tatsache, dass die Sache mit den Rentenzahlungen etwas schwierig ist. Soweit es die Rente der Deutschen Rentenversicherung angeht, so läuft diese bei rechtzeitiger Antragstellung recht unkompliziert. Über die Anpassung der „unproduktiven Renten für unproduktive Rentner“ an das Lohngefüge will ich gar nicht erst anfangen zu erzählen. Das ist eines dieser politisch gewollten Bockshörner, in das sich alle, ausgenommen die Rentenbeziehenden, jagen lassen. Um es kurz auszudrücken: Die arbeitende Bevölkerung erhält einen Ausgleich für Inflation und gestiegene Kosten nach Verhandlung der Tarifpartner in beidseitig zufriedenstellender Höhe. Die Rentenbezieher erhalten aus nicht nachvollziehbaren Gründen eine Steigerung in nicht vollziehbarer deutlich geringerer und nicht ausgleichender Höhe. Das Wort „Schmarotzer-Verwurf“ fällt mir dazu noch einmal ein. Nun ja, vielleicht gründe ich ja eine Rentenbeziehenden-Gewerkschaft. Die DRBG, umgangssprachlich „Verarscht uns nicht“-Gewerkschaft. Das Beruhigende ist aber dabei, dass die Zahl der Rentenempfangenden, addiert mit der Zahl der Studierenden (also der unproduktiven Erwachsenen) bald höher sein wird als die der Bürgergeldempfangenden und Arbeitenden. Da bahnt sich etwas an, wovon noch keiner etwas zu wissen scheint.

Doch egal wie, ich harre der nunmehr dritten Neuberechnung der beiden Zusatzrenten nach der immensen Erhöhung um einen Prozent, der Einigung über die Höhe der Krankenversicherungsbeiträge und der dann neu zuberechnenden Steuereinbehalte. Ich vermute stark, dass viele Rentenbeziehende die durchgehend gleich hohe und regelmäßige Zahlung ihrer Renten häufig nicht mehr erleben. Sarkastisch spreche ich übrigend neben Deutsch, Englisch und anderen Sprachen auch. Ironisch natürlich ebenfalls. Aber das ist ein anderes Thema.

Stichwort Versorgungsausgleich

So langsam werde ich zum Rentenexperten aus eigenen und von anderen nachgewiesenen Erfahrungen.

Heute das Stichwort „Versorgungsausgleich“, der bekanntlich bei Scheidungen stattfindet.

Hinreichend bekannt ist es ja vermutlich, dass die Rentenanwartschaftspunkte bei einer bevorstehenden Scheidung gegeneinander aufgerechnet und die Differenz der in der Ehezeit erworbenen Punkte halbiert und ausgleichend verteilt wird. Das bedeutet im günstigsten oder ungünstigsten Falle, je nach Betrachtungsposition, einen Rentenzugewinn im Alter oder einen Rentenverlust.

Stirbt der ehemalige Partnermensch mit bekommenen Punkten vor Bezug seiner Rente oder kurz danach, können die einst abgegebenen Rentenpunkte wieder zurückgeholt werden. Angeblich soll das automatisch passieren, doch aus eigener Erfahrung empfehle ich einen formlosen Antrag an die Deutsche Rentenversicherung bei Kenntnis des Todes des Ex-Partners/der Ex-Partnerin. So weit, so gut und so einfach.

Das gilt nicht für eventuelle Zusatzrenten wie die aus dem öffentlichen Dienst, eigene Rentenrücklagen, Riestergedöns, Betriebsrenten uvm., von denen im Scheidungsverfahren das Gericht erfahren hat. Für die gibt es nämlich diesen Rückausgleich nicht. Weg ist also weg, bzw. mit ins Grab genommen.

Aber: Zu meiner heutigen Verblüffung musste ich herausfinden, dass bei meinen beiden Scheidungen nur ein Gericht die damals noch ruhende Zusatzrente berücksichtigt hat. Das andere Gericht hat sie im Versorgungsausgleich nicht berücksichtigt, warum auch immer. Vielleicht hat jemand einen Fehler gemacht oder eine Auskunft wurde zu spät erteilt, oder was auch immer. Mir war damals egal, mit welchem Wortgetöse gescheiden wurde, Hauptsache ein Ende war gesprochen und ich konnte wieder neu anfangen.

Was in diesem Falle des Einen Glück und des Anderen Pech ist, da das Urteil schon lange rechtskräftig ist. Auch wenn es nur um den Wert einer Kiste Bier pro Monat geht (einschließlich Pfand).

Also dann Ihr Lieben in Beziehungen: Die Folgen einer Scheidung holen Euch auch nach Jahrzehnten der scheinbaren Ruhe danach immer wieder ein. Entweder als Plus einer zusätzlichen Rente auf Eurem Konto, die Euch immer an das ehemalige Drama erinnert oder als fehlende Kiste Bier am Monatsende.

Übersetzungen von Kleinanzeigen-Codes

Ich sollte Übersetzer für Anzeigen-Codes werden. Mit echter Erfahrung und Intelligenz. Nicht mit KI.

„Charmante Wohnung“ = Bruchbude in schlechter Lage, frisch geweißt, um den Schimmel zu verdecken.

„Lichtdurchflutet“ = Im Sommer brütend heiß, dafür geht die Heizung im Winter nicht.

„Verkehrsgünstige Lage“ = Mitten in der Partymeile, Autoposer ab Einbruch der Dunkelheit direkt vor dem Schlafzimmerfenster.

„Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar“ = Ein Tankstellenshop in fünf Kilometern bergauf.

„Kindergarten, Schule, Ärzte in nächster Umgebung“ = Hahaha, alle nehmen aber niemanden mehr auf, ihr Trottel.

„Freundliche Mietergemeinschaft“ = Ein „ehrenwertes Haus“, wie es Udo Jürgens einst besang.

„Gemeinschaftsgarten“ = Keiner mäht den Rasen und eine der Familien feiert an jedem Wochenende darin bis zum Morgengrauen.

„Liebevoll ausgebaut“ = Der Wohnwagen/das Wohnmobil ist mit Material aus dem Baumarkt zusammengefrickelt und mit unnützer Deko von Temu überladen.

„Treues Fahrzeug“ = Hat nie eine Werkstatt gesehen, keine Inspektionen bekommen und über die Defekte wurde großzügig hinweg gesehen. Lief ja immer, wozu auch reparieren?

„Gern genutztes Familienvehikel“ = Kühlschrank dient als Schuhschrank, den Stauraum unter den Betten haben sich die Hunde und alte Socken geteilt, Wände bemalt und Wartung war Glückssache.

„Sofort reisebereit“ = Du kannst die alten Socken und das restliche Abwasser behalten, das noch irgendwo herumgammelt. Und wir haben leider das Putzen in der Eile nicht mehr geschafft. Aber hej, dafür hast du eine Liste der Werkstätten in ganz Europa im Handschuhfach liegen, weil das Fahrzeug vermutlich nach 100 Kilometern wieder die üblichen Macken auslebt.

„Kleiner Wasserschaden behoben“ = Wir haben das Leck nicht gefunden, aber wozu gibt es Silikon und Wandfarbe aus dem Baumarkt?

„Keine üblen Gerüche“ = Wir haben keine Investitionen gescheut und jede Menge Febreze gegen die jahrelang mit uns im Fahrzeug schlafenden nassen Hunde versprüht.

Fortsetzung folgt.

Überfall

Dieser Blog wurde gestern und heute wieder einmal von Spam-Kommentatoren überfallen. Insgesamt hat das Anti-Spam-Plugin weit mehr als 6.000 Spam-Kommentare abgefangen.

Ich habe schon per Anpassung der htaccess-Datei einige Länder ausgesperrt, was eine Zeitlang gut gewirkt hat, aber natürlich keine Garantie bietet. Auch die Filter durch Reizworte aktualisiere ich regelmäßig, sodass solche Kommentare sofort abgewiesen werden und gar nicht erst möglich sind.

Allerdings hilft das alles nichts gegen die Bot-Überfälle, wie den aktuellen. Ich warte noch immer auf das Plugin, dass Spam an die Absender zurücksendet und eine Überhitzung und Explosion der aussendenden Geräte bewirkt. Da würde ich mich über jeden Knall in Rechenzentren rund um die Welt freuen.

Bis dahin freue ich mich nur daran, dass ich den Spam-Ordner regelmäßig betrachte und diesen Dreck nicht unter den Beiträgen finde.

Warum ich 90 Prozent der Video-Tutorials verachte

Video-Tutorials sind seit einiger Zeit offenbar unter jüngeren Menschen das Allheilmittel gegen Unkenntnis. Du weißt nicht, wie man tapeziert? Frag nicht deine Eltern (die vermutlich auch keine Ahnung, keine Zeit oder keine Lust auf Erklärungen haben), frag YouTube. Oder Google, das auf die Seiten von Youtube führt. Du willst wissen, wie man das Getriebe an deinem alten Auto wechselt, ein Buch schreibt, ohne Musikkenntnisse binnen 24 Stunden eine Gitarren-Live-Show hinlegt oder auch den kompletten Bekleidungsstil verändert, um eine gute Partnerschaft zu erhalten? Dann schau dir ein Tutorial an und …

… fruste dich nicht, wenn es nicht klappt. Es gibt ja noch Millionen andere dieser Videos von echten und völlig verblödeten Tippgebenden, die mit Dir einen Haufen Geld für nichts generieren.

Ja, es geht um Geld. Youtube installiert unabschaltbare Werbung vor jedes Video und die Videomachenden können noch einmal selbst bestimmen, wie oft weitere Werbung eingeblendet wird, um Geld zu beschaffen. Das führt dann neben der immer wieder mit großem Mißfallen von mir beobachteten Eigenwerbung durch Wort, Bild und „Subcribe“-Einblendungen zu Einnahmen für die Videomachenden und Nervenverlust von Leuten wie mir. Wenn mir beispielsweise ein Tutorial für den Ausbau der Türverkleidung meines VW versprochen wird, was insgesamt keine fünf Minuten Arbeit bedeutet, ich jedoch 25 Minuten Video schauen muss, davon 10 Minuten Werbung in eigener Sache, dann ein anderes Auto als meinen VW betrachte, weil das gerade „in“ ist, nur um zum Schluss zwei verwackelte Aufnahmen von Schraubenlöchern an einer nicht näher zu identifizierbaren Stelle zu sehen, dann passt da Vieles nicht. Das geht mir leider nicht nur in Einzelfällen so, sondern inzwischen überwiegend. Diese eigene Beweihräucherung als Hauptzweck einer eigentlich guten Sache geht mir tierisch auf den Geist.

Ich habe selbst lange Zeit Tutorials erstellt und das bereits zu Zeiten, als es mit den kleinen Filmchen noch nicht möglich war. Bild für Bild fotografiert, mit erklärenden Texten in einfachen Worten ergänzt und schon war die Schritt für Schritt-Anleitung geboren. Die mit wenig Zeitaufwand half und für sich allein genügend Werbung für mich war. Ich verdiente kein Geld damit. Wozu auch Geld für etwas nehmen, dass ich Wissen nenne und gern weitergebe, wenn es einer anderen Person hilft? Meine Philosophie ist, dass das Wissen dieser Welt allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen muss, sonst kommen wir als Menschheit nicht voran. Es könnte auch Kriege verhindern, Armut vermeiden und vielleicht auch die Bremse von Krieg in Richtung Frieden werden. Könnte, ich weiß.

Jedenfalls empfinde ich diese unsäglichen Tutorials nicht nur vom Aufbau und Anspruch her unbefriedigend, sondern zu einem nicht geringen Anteil auch als nutzlos und sogar gefährlich. Da wird von 20 Minuten Video in drei Minuten tatsächlichem Inhalt gezeigt, wie man einen Autoscheinwerfer austauscht. Es fällt jedoch kein Wort über die Typenzulassung und die dringend nötige Einstellung der Scheinwerfer.

Ein anderer, selbst ernannter Tutorialgott des Campings erklärt, dass man „diesen Fehler beim Abstellen der Gasflaschen im Wohnwagen keinesfalls machen soll“, erwähnt jedoch mit keinem Wort, was genau er nun meint und was genau man niemals machen soll. Und ich habe beim Anblick der beiden Gasflaschen in den 60 Sekunden tatsächlichem Inhalts des Videos auch auf den ersten Blick nichts gefunden, was gefährlich wäre.

Die fachlich fundierten Inhalte liegen weit hinter denen der Eigen- und Fremdwerbung zurück. Es gibt auch keine Möglichkeit, Tutorials als gefährlich einzustufen, völligen Blödsinn darzustellen oder gar löschen zu lassen. Denn alle Videos laufen auf ausländischen Servern unter ausländischen Regeln und wir wissen ja alle am Beispiel facebook, dass selbst die schlimmsten Beiträge niemals „gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen“.

Was also am Ende als meine Empfehlung übrig bleibt, ist der Hinweis darauf, kritisch zu bleiben und versuchen, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln. Im Zweifelsfalle fragt live und im echten Leben jemanden, der so etwas schon mal gemacht hat. Ich habe zum Beispiel alles über Elektrik von meinem Großvater, meinem Vater und einigen Handwerkergesellen und -meistern gelernt. Autoschrauben durch Helferarbeiten und Mitarbeit bei Gesellen und Meistern der Branche, Dachdecken mit einem Dachdecker, und so weiter. Manche Dinge und Fähigkeiten habe ich mir selbst beigebracht, wie die Sache mit Hard- und Software in Computern. Doch auch da war der Weg sehr lang, bis alles sicher war und ich dieses Wissen reinen Gewissens weitergeben konnte.

Bleibt also kritisch, fresst nicht jeden Dreck, der euch vorgeworfen wird und macht es wie bei gesundheitlichen Diagnosen, mit denen ihr nicht einverstanden seid: Holt euch eine zweite und ggf. dritte Meinung ein.

90 Prozent der Tipps in Videotutorials und 99 Prozent der Tipps in Foren sind inzwischen aus meiner Sicht blanker Unsinn. Wenn man das weiß, ist schon viel gewonnen.

Wieder mal ein Projekt

Weiblicher Stecker blau

Demnächst an dieser Stelle oder woanders:
Der abgebildete (weibliche) Stecker ist Teil eines Projektes, das mich gedanklich wieder einmal herausgefordert hat.

Da gab es am Anfang einen Satz der Liebsten, der irgendwann irgendwo in einen dunklen Winterabend fiel. Es geschah dann, dass mich meine Lösungskompetenz antrieb, eine Lösung für das Problem, dass jener Satz erzeugte nicht nur zu finden, sondern auch zu bauen.

Dem gegenüber stand mein Wille, keine der üblichen Heimwerker-Pfuschlösungen zu erzeugen, sondern am Ende ein handwerklich gutes Produkt vorweisen zu können.

Doch dann kam der Hersteller der eigentlich perfekten und vor allen Dingen fast fertigen Lösung des Problems ins Spiel.

Das vorläufige Ende war wieder einmal, dass die deutsche Technik, made in China, nicht mit der chinesischen Technik, made in China, kompatibel war, weil zwischendurch auch noch Elektronik made in Taiwan und Chips made in USA dazwischen agierten.

Ich bereute zutiefst, mich zwar u.a. auch mit Elektrik auszukennen, jedoch den Lernzug in Richtung Elektronik verpasst zu haben.
Es brauchte also mehrere elektrische Lösungsansätze und Tests. Auch galt es, die steuernde und überwachende Elektronik made in irgendwo around the world auszutricksen.

Das Ende war dann verblüffend einfach, mit wenigen Handgriffen konstruiert und fast so funktionierend, wie es erträumt war. Fast auch nur deshalb, weil statt der geplanten Automatik nun eine winzige manuelle Handlung erforderlich ist. Die allerdings auch Vorteile bietet.

Worum es geht?
Später mehr, sobald ich aufgeräumt, alles gesäubert habe und mich den Fachfragen stellen kann.

Kleinanzeigen aus der Hölle

Ich stöbere gern in den diversen Facebook-Gruppen und Kleinanzeigenportalen. Oft aus einfachem Interesse, wie die Marktlage für Gegenstände ist, die ich daheim aufbewahre. Ich lese Texte, schaue mir die Bilder an und wenn ich gebrauchte Dinge suche, geht es auch schon mal gezielt auf die Reise durch diese Angebotsportale. So auch kürzlich für unseren benötigten Fahrradträger für die Anhängerkupplung und aktuell mal wieder für eine andere Wohnung. Wobei Letzteres ein anderes Thema ist.

Was ich in vielen Anzeigen sehe, sind maßlos überzogene Preisvorstellungen. Gerade bei Fahrzeugen wie Anhängern und so ziemlich allem, was mit Fahrzeugen zu tun hat, werden Preise aufgerufen, die fernab von Gut und Böse sind. So sah ich heute einen mehr als 20 Jahre alten, verrosteten Anhänger einer Marke, die es nicht mehr gibt, verranzt, verbeult, mit Rostflecken in allen Ecken und mit dem Hinweis, dass er etwas Liebe benötigen würde, für 1.100 € Festpreis. Da hilft auch die Begründung eines historisch wertvollen Fahrzeugs nichts mehr. Der Verkäufer hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Teil wenigstens noch vorher vom Garagenstaub zu befreien.

Stichwort Mühe geben ist auch noch so eine Sache. Liebe Leute, wenn ihr euren Wohnwagen verkauft, räumt die Kiste wenigstens auf und fotografiert erst dann, wenn es nicht mehr aussieht, als hättet ihr euch kurz nach einer Orgie dazu entschlossen, den Müllhaufen zu verscherbeln. Da hilft auch nicht der niedliche nasse Vierbeiner auf dem Bett und das Spiegelbild des Fotografen mit freiem Oberkörper und in Unterhose beim fotografieren des vergilbten Bades mit auftapezierten Blümchen.

Auch wenn ich schon lese, dass „liebevoll selbst ausgebaut“ wurde und dann die blanken OSB-Platten-Selbstbauschränke schon das zulässige Gesamtgewicht in Gefahr bringen, fällt mir nichts mehr ein. Dagegen sind überdekorierte Wohnmobile, die voller Stolz ebenfalls als „liebevoll und aufwändig renoviert“ präsentiert werden, mit normalen Tapeten und rosa Anstrichen der ursprünglich mit Buchenholz laminierten Möbel schon fast normal. Da wird die Toilette aus dem Camper rausgerupft, um aus dem Raum eine Rumpelkammer, Verzeihung einen Kleiderschrank zu machen. Das selbst gebaute Festbett wird als praktisch in den Maßen 180 cm mal 140 cm angepriesen und als Raumsparwunder dargestellt. Natürlich ist der Wohnwagen trocken und bis auf den behobenen Wasserschaden im Heck, der nur noch etwas Farbe braucht, sofort reisebereit.

Ich neige gerade bei den vielen Anfragen von Neulingen in der Camperwelt dazu, ihnen meine Hilfe bei der Besichtigung ihres Objekt der Begierde anzubieten. Mich beschleicht das Gefühl, dass momentan derart viele Bekloppte und Betrüger inserieren, dass man nur noch mit viel Erfahrung davor bewahrt wird, auf solche Leute reinzufallen und viel Geld für Müll auszugeben. Und damit meine ich keineswegs die offensichtlichen Betrüger, die Vorkasse per PayPal friends verlangen oder ein Wohnmobil mit 35.000 km Tachostand und vier Jahren auf dem Buckel für 20.000 € anbieten. Wo dann das gute Stück zufällig gerade in Finnland steht und für die Überführung 500 € Vorschuss an eine Transportfirma nötig sind. Wer darauf reinfällt, hat es nicht anders verdient.

Nein, vielmehr sind es die Leute mit der festen Überzeugung, dass mit gebrauchten Dingen ein derart gutes Geschäft zu machen ist, dass eine Aufwertung durch die Anbringung von LED-Stripes vom Lidl automatisch zu einer Aufwertung von 1.000 € wegen des „stylischen Upgrades“ führen muss. Ich wünsche diesen Menschen keinen Verkauf. Obwohl sich leider immer wieder ein Dummer findet. Aber das ist ja ohnehin meine Theorie zum Untergang der Menschheit. Wir werden uns aus purer Blödheit selbst vernichten, weil irgendjemand irgendwann den falschen Knopf drückt oder statt einer Flasche Cola das Tor zur Hölle öffnet. Die Kleinanzeigen sind nur die Vorstufe dazu.

Erfahrungsbericht Katarakt-OP – Tag 5

Nach der erfolgten Katarakt-Operation (Entfernung Grauer Star im rechten Auge) erlebe ich Dinge, über die mir vorher niemand Auskunft geben konnte.
Ich bin bekanntlich Brillenträger und trage schon sehr lange eine Gleitsichtbrille. Das heißt, ich bin ich der Weite kurzsichtig und in der Nähe weitsichtig.

Nun habe ich bei der Wahl der künstlichen Linse im rechten (und bald auch im linken) Auge eine solche mit scharfer Sicht in der Ferne gewählt, damit ich im günstigsten Falle nur noch eine Lesebrille oder eine Gleitsichtbrille mit dem Nachsichtbereich unten und Fensterglas oben benötige.

Nach den Messungen am Dienstag dieser Woche habe ich auf dem rechten Auge bereits eine Sehkraft von 60 Prozent ohne Brille. Damit liege ich schon jetzt über der Sehkraft, die ich vorher hatte und die durch die Brille ausgeglichen wurde. Und hier beginnt die seltsame Sache.

Gehe ich momentan ohne Brille durch mein Leben, sehe ich mit dem rechten Auge in der Ferne alles scharf und mit dem linken alles unscharf. Setze ich die Brille auf, erblicke ich mit dem rechten Auge alles unscharf und mit dem linken Auge scharf. Das ist nur ein vorübergehender Zustand, denn die Sehkraft des operierten rechten Auges soll sich stetig verbessern. Dieser Prozess soll ca. 6 Wochen dauern, es braucht also Geduld. Der scharfe Sichtbereich beginnt bei etwa 40 cm Entfernung vom rechten Auge, wobei der scharfe Sichtbereich des linken Auges bereits bei 30 cm Entfernung endet. Es gibt also einen Bereich, der aktuell nicht scharf abgebildet wird. Das sorgt im Hirn für etwas Verwirrung, wird sich jedoch irgendwann von allein erledigen.

Durch die Einblutungen in die Bindehaut des rechten Auges (was vorher auch niemand erzählt hat, obwohl ich dadurch aussehe wie mit den Augen eines Bernhardiners versehen) habe ich ab und an noch im äußeren Sichtfeld Effekte wie den Blick durch Wellen. Insbesondere schnelle Augenbewegungen sind noch nicht so perfekt wie vorher und schmerzen etwas. Doch auch das wird von Tag zu Tag besser.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht und ganz besonders, was das rechte Auge macht, wenn das linke Auge in der übernächsten Woche operiert ist. Das wird noch eine spannende Angelegenheit. Ich werde berichten.

Operation Grauer Star Nr. 1

Gestern war „der große Tag“ mit der Durchführung der geplanten Operation meines Grauen Stars im rechten Auge. Vorweg sei gesagt, dass alles gut verlaufen ist, glaube ich meinen heutigen Eindrücken und den Worten der untersuchenden Augenärzte.

Vor der gestrigen Abfahrt von zuhause musste ich mit vorher ausgehändigte Augentropfen in das zu operierende Auge geben. Kurz nach dem erfolgreichen Einträufeln sah ich auf dem rechten Auge alles doppelt und etwas verschoben übereinander liegend. Das ist eine Herausforderung an Bordsteinkanten und Treppenstufen. Ich bin mit dem Bus zur Augenarztpraxis gefahren und wurde zum Termin in den OP-Bereich hineingerufen. Nach kurzem Abgleich der Daten musste ich meine Wertsachen in ein Schließfach legen und den Schlüssel einstecken. Meine Jacke konnte in einem Garderobenmöbel aufgehängt werden. Noch am Tresen erhielt ich sitzend eine Salbe an das untere Augenlid, weitere Tropfen in das Auge und einen farbigen Klebepunkt über das Auge. Letzterer dient zur Sicherheit, dass auch wirklich das richtige Auge operiert wird. Nebenbei erwähnt: Bei den letzten beiden Operationen erhielt ich ebenfalls Markierungen als Zeichen, welche Seite betroffen, bzw. dass ich das letzte Aufklärungsgespräch erhalten und meine Identität geklärt ist.

Nach diesen ersten Vorbereitungen wurde ich in den Warteraum geleitet und nahm als dritter Patient in der Wartereihe Platz. Wenige Minuten später bekam ich einen Einwegkittel, eine Haube für die Haare und Überzieher für die Schuhe angezogen. Ich musste mich erstmals nicht für eine Operation entkleiden. Die beiden Patienten vor mir wurde abgeholt und währenddessen erschienen immer wieder Patienten mit Augenverband in Begleitung von Personal aus dem OP-Bereich in den Wartebereich hinein. Ich habe in der kurzen Wartezeit die Aufklärung für das Verhalten nach der OP viermal mit angehört.

Dann war ich dran und wurde vom Anästhesisten zu einem der beiden fahrbaren OP-Stühle geleitet, die aussehen wie Frisörstühle ohne Waschbecken. Mit wurde der Blutdruck gemessen, ein Zugang für die Injektion des Narkosemittels gelegt und auch kurz darauf eingespritzt. Ich habe absolut nichts von einer fehlenden Zeit gemerkt. Für mich verging die Zeit in Narkose ohne jeden Bruch im Übergang und ohne jede Wahrnehmung. In dieser Zeit wurde mir rechts unter das Auge ein Medikament gespritzt, dass das Auge lähmt, ohne das andere Auge zu beeinflussen. Wie gesagt, von der Spritze weiß ich absolut nichts und sehe nur heute den kleinen Bluterguss unter dem Auge.

Mitsamt dem Stuhl fuhr man mich in den Operationssaal und mein Gesicht wurde abgedeckt. Ich konnte mit dem linken Auge nur noch durch die Gaze hell und dunkel unterscheiden. Das rechte Auge war blind und gefühlt einfach nicht da. Witzig war, dass der operierende Arzt Anweisungen gab, die Augen auf und zu zu machen und ich den Befehl vom Gehirn gab, das linke Auge auch gehorchte und das rechte es offenbar auch tat. Es fehlte nur die optische und sensorische Rückmeldung, die man so gewohnt ist. Da war ja rein gefühlsmäßig kein Auge mehr.

Ich fühlte an der Wange eine Flüssigkeit laufen und der Operateur erklärte mir, dass nun die alte Linse entfernt sei. Dann berichtete er, dass die neue Linse eingefügt sei und kurze Zeit darauf, dass alles gut gelaufen wäre und ich jetzt wieder zurückgebracht würde. Während dieser recht kurzen Zeit hörte ich nur die leise Musik im Operationsraum und ein leises Sirren des Lasers. Ich spürte keine Manipulationen, sah nichts und fühlte lediglich Flüssigkeit an der Wange.

Im Raum mit den Frisörstühlen durfte ich wieder aufstehen, wurde in den Warteraum geführt und bekam die Aufklärung zu hören und ein Medikament zur sofortigen Einnahme, den OP-Bericht für Hausarzt und entsendenden Augenarzt, eine Notfallnummer der Operateurs („Anrufen, wenn etwas Schlimmes ist“) und ein Rezept für Augentropfen, sowie eine weitere Tablette für die Einnahme am Abend (Antibiotikum zur Verhinderung einer Infektion).

Mit Augenverband und einem Kunststoffschutz darüber bin ich in Begleitung der Liebsten mit dem Bus nach Hause gefahren. Ich war etwas platt, mir liefen die Tränen aus dem rechten Auge und ich hatte oben rechts ein Fremdkörpergefühl, dass mich im Normalfalle zum Herausreiben gezwungen hätte. Das ging nun nicht und war auch absolut verboten. So schaute ich noch etwas Fernsehen, was erlaubt war , hatte keinen Appetit und ging um 19.00 Uhr schlafen. Gegen 01.00 Uhr wurde ich wach, musste zur Toilette und öffnete unwillkürlich das rechte Auge und konnte durch den Verband zwischen hell und dunkel unterscheiden. Ich konnte also sehen. Beruhigt und mit Fremdkörpergefühl ging ich wieder schlafen und habe auch bis 05.00 Uhr zum Weckerklingeln gut geschlafen. Der Verband war durch die Tränen völlig durchnässt und der Augenschutz aus Kunststoff voller Kondenswasser. Den Schutz soll ich mir die nächsten Wochen noch vor dem Schlafengehen über das Auge kleben, damit ich mich nicht unwillkürlich verletze oder das Auge reiben kann.

Heute fuhr ich mit dem Bus zu meinen Augenarzt, der Verband wurde entfernt und die ersten Tests ergaben schon jetzt eine Sehkraft von 60 Prozent auf dem rechten Auge. Das reicht noch nicht zum Autofahren, lässt mich aber mit meiner Brille schon extrem scharf und hell sehen, was vorher nicht mehr möglich war. Decke ich jetzt das rechte Auge ab, ist die Sicht mit dem linken Auge allein deutlich dunkler als mit rechts allein.

Ich habe aktuell noch einen kleinen Bluterguss neben der Pupille, wie bei einer Bindehautentzündung. Das wird sich jedoch nach Angabe der Ärzte schnell wieder geben. Der Bluterguss unter dem Auge, von der Spritze verursacht, wird sicher auch in den nächsten Tagen verschwinden.

Insgesamt ist jetzt meine Angst weg und ich brauche nur noch Ruhe, darf mich nicht bücken oder schwer heben, kein Fitness machen und nicht Radfahren, da mir etwas ins Auge fliegen könnte. Ich darf keine Seife oder Shampoo ins Auge bekommen und muss eben den Augenschutz in der Nacht tragen. Das ist alles erträglich, vergleiche ich es mit dem Zustand vorher, wo der dicke Fettfleck im Sehbereich des rechten Auges zu starken Einschränkungen führte und ich auch erst jetzt bemerke, wie auch schon die Sehkraft des linken Auges beeinträchtigt ist. Die Erblindung ist schleichend und nur der Fettfleck hat mich davor bewahrt, dass ich irgendwann durch die Gewöhnung an das schlechte Sehen große Fehler gemacht hätte.

In einer Woche wird noch einmal kontrolliert, ob alles gut ist und in zwei Wochen ist das linke Auge dran. Dann wieder Nachkontrolle, erneute Kontrolle beider Augen, danach wieder links und nach insgesamt etwa sechs Wochen kann ich mir eine passende Brille machen lassen. Oder ich benötige nur noch eine Lesebrille. Das wird sich zeigen.

Ich schreibe diesen Bericht für mich und für alle diejenigen Lesenden, denen eine solche Operation empfohlen wurde und die Angst davor haben. Denn die hatte ich auch. Nun nicht mehr.

Sieht schlimm aus und Bilder mit der Selfie-Cam des Handys ja sowieso.

Auge nach der Operation

Und ich bin rechts nicht rasiert, weil da heute früh noch zwei Pflasterstreifen zur Fixierung des Augenschutzes klebten. Immerhin bin ich ja auch schon ein alter Mann und gehe heute nicht mehr aus dem Haus. 🙂