*ironiemodusan*
Vielen herzlichen Dank für die Erhöhung meiner Zusatzrente durch die gesetzlich festgelegte Rentenanpassung in Höhe von 1 Prozent. Diese macht nach Abzug der dann ebenfalls höheren Steuern eine kaum noch zu überschauende Rentenerhöhung von 94 Cent im Monat aus.
Das reicht immerhin für ein besonderes Bäckerbrötchen pro Monat.
Bei wem darf ich mich jetzt persönlich bedanken? Bin ja Neurentner und kenne mich noch nicht so aus mit diesem ganzen Erhöhungsgedöns.
*ironiemodusaus*
Kategorie: Reine Gefühlssache
Reine Gefühlssache
Dem alten weißen Mann ist es egal
Mein Menschenbild und meine Einstellung zur Gleichberechtigung haben sich mit meinen Lebensjahren verändert. Ich schicke gleich vorweg, dass meine heutige Welt so bunt ist, dass ich die meiste Zeit des Alltags nicht mehr wahrnehme, ob der Mensch in meiner Nähe weiblich, männlich, schwul, dunkelhäutig oder was auch immer ist. Dagegen nehme ich Ausstrahlung wahr, Besonderheiten in den Bewegungen, Lächeln und eben die Feinheiten, die sonst im Alltagsdröhnen nicht beachtet werden.
Als Kind bin ich mit dem männlichen Frauenbild der 60er Jahre aufgewachsen, wurde zum Scheidungskind, habe niemals ein Muttergefühl erlebt und wurde mit einem Vater groß, der sich selbst als gefühlskalt und ausschließlich sachlich bezeichnete. Dass er meine Mutter und damit seine Ex-Frau bis aufs Blut hasste und sein Leben lang zumindest mit Verachtung und Diskreditierung verfolgte, hat er wohl nur sich selbst gegenüber rechtfertigen können.
Meine letzte Ehe vor dieser verlief in Chaos und Gewalt. Eine Frau, die schlimme Dinge tat, sich selbst in ihren Minderwertigkeitskomplexen als großartig darstellte und daheim blutige Narben an mir und meiner Psyche erzeugte. Ich war draußen im Berufsleben der Starke, begann Männer zu verachten und daheim wurde ich immer mehr zu einer weichen Masse ohne jede Greifbarkeit. Frauen wurden für mich zu einem unerfüllten Wunschtraum, nachdem insgesamt vier vorherige Beziehungen ebenfalls chaotisch verliefen. Dagegen wurde mein Männerbild immer deutlicher, die Ablehnung der Männlichkeit an sich immer klarer.
In einem langen Reifungsprozess über eine einige Jahrzehnte hinweg, an dem meine berufliche Arbeit mit Menschen, denen es schlecht geht, sehr beteiligt war, veränderte sich mein Geschlechterbild. Ich bin heute der festen Überzeugung, dass jeder Mensch gleichermaßen das Recht hat, alle Dinge zu erlernen und zu tun, soweit sie andere Menschen nicht in eben diesem beeinträchtigen. Das heißt im Umkehrschluss auch, dass niemand das Recht hat, eine andere Person aufgrund irgendeiner Eigenschaft, wie dem Geschlecht oder der Herkunft, zu diskriminieren oder zu benachteiligen. Das gilt für mich in allen Lebensbereichen. Ich käme als alter weißer Mann niemals auf die Idee, die Kompetenz und Arbeit der Handwerksmeisterin anzuzweifeln, die in unserem früheren Wohnhaus die Heizungsanlage betreut hat. Ebenso wenig kommt mir der Gedanke, dass eine meiner früheren Kolleginnen die männlichen Kunden anders behandeln würde als die weiblichen. Da die letzte Arbeitsstelle zudem in einem internationalen Team war, gilt das auch für die Tatsache der Herkunft, die mir völlig egal ist. Für mich ist es lediglich hochinteressant zu wissen, wie diese Menschen aufgewachsen, geflüchtet oder sich dorthin entwickelt haben, wo sie nun sind. Ich bin eben neugierig und will wissen und verstehen.
Natürlich schaue ich als nicht schwuler, alter, weißer Mann auch gern hübsche Menschen an. Ich erfreue mich ultrakurz an ihrem Anblick und das war es. Ich starre nicht, ich pfeife nicht hinterher, ich lade nicht zum Kaffee ein und ich zwinge ihnen keine Gespräch auf, ebenso wenig wie ich sie berühre. Das darf niemand und schon gar nicht in meinem Alter. Ich bemühe mich um Freundlichkeit gegenüber den Kassierenden an der Supermarktkasse, lache über die Doofen, die bei einer Kassenöffnung von ganz hinten in der Schlange an diese rennen und ärgere mich über dumme Autofahrende. Wie die geneigte Leserschaft sicher feststellt, benutze ich die deutsche Sprache verallgemeinernd wie spezifisch.
Für mich darf jeder Mensch arbeiten, anziehen, lieben und leben wie er oder sie oder wie auch immer will. Es ist mir egal. Solange andere nicht darunter leiden müssen. Verhält sich jemand dagegen, gehört er bestraft. Und dazu braucht es nicht nur Gesetze, sondern auch gesellschaftliche Akzeptanz der absoluten Gleichberechtigung.
Natürlich kann ich keine Kinder gebären. Erstens wegen meines Alters und zweitens aufgrund fehlender biologischer Voraussetzungen. Dennoch habe ich das Recht, als Nichtgebärender akzeptiert zu werden. So wie Frauen, die sich gegen eigene Kinder entschließen. Andererseits habe ich nicht das Recht, meine vielleicht andere Körperchemie dafür einzusetzen, einen Menschen zu missbrauchen, nur weil ich es kann. Ich denke, dass gehört zur Menschlichkeit und zur Eigenschaft als soziales Wesen.
In Gesprächen über Sexualität bezeichne ich mich immer als lesbisch und ernte damit Verwunderung. Vielleicht wird es Zeit, auch diese Bezeichnungen aus unserem Sprachgebrauch zu streichen. Es täte gut, wenn wir nicht mehr zwischen uns diversen Unterschieden Unterschiede machen könnten. Aus meiner Sicht können Worte wie „hetero“ und „Ausländer“ ohnehin aus dem Sprachgebrauch verschwinden. Sie sind in einer vernünftigen und respektvollen Welt nicht notwendig.
Wenn aktuell gerade die Sache Ulmen / Fernandez zum Anlass genommen wird, wieder einmal gegen Männer als Urheber allen weiblichen Übels zu agieren, kann ich nur sagen, dass im Falle dessen, wenn es sich wirklich zu zugetragen hat, der Mensch Ulmen ein Arschloch ist. Unabhängig davon, ob er männlich oder was auch immer ist. Dass zudem die meisten Kriegstreibenden dieser Welt Männer sind, heißt nur meines Erachtens nur, dass diese Typen machtgeile Irre sind und es auch wären, wenn sie weiblich und an der Macht wären. Ich bin mir sicher, dass im Falle dessen, dass die religiöse Entwicklung nicht das Patriarchat sondern das Matriarchat zur Grundlage hätte, wir alle aktuellen Probleme der Gleichberechtigung umgekehrt erleben würden. Ich habe in meinem Leben Frauen nicht als grundsätzlich friedvoller erlebt als Männer. Nur anders erzogen und entwickelt. Und das sollte sich nun schleunigst ändern. Die Zeit ist mehr als reif dafür.
Der Tod kommt plötzlich
Die Liebste und ich beschäftigen uns schon länger mit der Sache des Versterbens. Man muss einfach schon früh darüber sprechen, damit „die Dinge geregelt sind“, wenn es irgendwann einmal soweit ist. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es für Angehörige und Verbliebene schlimm ist, wenn absolut nichts geplant, getan, geregelt ist. Beim Tod eines Angehörigen gibt es unglaublich viel zu tun, schwere Entscheidungen zu treffen und das in einer Situation, in der ein klarer Verstand sicher nützlicher wäre, als eine ohnehin schon emotionsbelastete Situation.
Wir haben uns die diversen Szenarien vor dem Versterben in Gedanken angesehen und sind dann eines Tages (aus Gründen, die in meiner Verwandtschaft liegen) zum örtlichen Notar gegangen. Testamente, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen waren das Ergebnis dieser beiden Termine und eine große Erleichterung, dass alles klar und deutlich verfügt ist. Was uns noch fehlt, ist das für uns passende Grab. Über das wie sind wir uns einig, es braucht nur noch sozusagen die Buchung der letzten Ruhestätte.
Denn wie ich gerade erlebe, kann es auch ganz anders werden. Die Schwägerin ist im Alter von 57 Jahren in der Nacht aufgewacht, hat merkwürdige Geräusche von sich gegeben und ist aus dem Bett gefallen. Der Bruder hat weder Puls noch Atmung feststellen können und hat die 112 angerufen. Er konnte aufgrund der schlechten Liegeposition nicht mit der Reanimation beginnen und musste auf die alarmierten Ersthelfer aus der Kleinstadt warten. Der anschließend eintreffende Rettungsdienst hat die Reanimation erfolgreich beenden können, doch waren laut späterer Feststellung bereits dreiviertel des Gehirns ohne Funktion, da zu lange der Sauerstoff gefehlt hatte. Die Folge war nun die Abschaltung der Geräte und somit trat der Tod nach einer Woche Intensivstation und Koma ein.
Es gab wohl eine Patientenverfügung und eine Sterbeversicherung, doch aufgrund der persönlichen Lebenssituation der beiden herrscht nun Chaos bei der Planung und in den Handlungen. Unsere Schwester kümmert sich aufgrund örtlicher Nähe und bremst den Bruder immer wieder aus, wenn es um völlig überzogene Wünsche geht. Zumal die finanzielle Situation dort nie gesichert war und eher im Gegenteil jetzt erst richtig die Probleme auftauchen werden. Es hängen auch noch eine Betreuungsregelung für das Kind und ein auf die Verstorbene eingetragenes Eigentum und vieles mehr an diesem Tod. Das alles war vorher nicht besprochen und vor allen Dingen geschrieben. Und da sehen wir alle riesige Probleme auf den Bruder zukommen.
Ich kann daher nur eindringlich dazu raten, sich schon in jungen Jahren darüber Gedanken zu machen, was geschehen soll, wenn man plötzlich handlungsunfähig wird oder verstirbt. Denn das kann von einer Sekunde zur anderen eintreten. Natürlich kann man denken „Was kümmert mich das, ich bin ja tot?“. Doch ich kann sagen, dass es für mich eine große Erleichterung ist, dass meinen Hinterbliebenen „nur“ das Abgeben der Unterlagen an den Bestatter und das Ausräumen meiner Wohnung überlassen ist. Das macht mir das Leben vor dem Tod leichter.
Ausgegraben
Es erinnerte mich ein wenig an die derzeit hier in der Region umgehende Geschichte des Mannes, der nach einigen Jahrzehnten des Verlustes seinen Ehering auf einem Maulwurfshügel im Garten wiederfindet. Mir ist etwas ähnliches auch schon passiert, doch das soll hier nicht das Thema sein und kam auch damals nicht in die örtliche Presse.
Aufgrund des aktuellen Musikprojekts suche ich in meinen alten Texten nach guten Gedichten und Geschichten, um sie zu Chart-Hits zu machen. Nein, letzteres war ein Scherz. Doch ich suche und durchwühle die unendliche Anzahl an Bits und Bytes auf meiner externen Festplatte. Es fiel mir dann eines frühen Morgens ein, dass ich ja in der Mitte der 90er Jahre mit einer selbst gebastelten Website angefangen hatte und darin bis in die 2000er hinein immer wieder Gedanken, Gedichte und Geschichten veröffentlicht hatte. Als echter Sammler habe ich die damaligen und schon sehr lange nicht mehr (ohne die Wayback-Machine) öffentlich verfügbaren Seiten auf eben jener Festplatte gespeichert und mit dem Vermerk „nicht löschen“ versehen.
Doch was soll ich sagen? Beim Lesen der alten Texte erging es mir wie mit dem Anhören des Weihnachtsalbums von Unheilig (ihr kennt diesen Sänger vermutlich). Wer sich bis zum Anhören bzw. Lesen noch nicht umgebracht hat, wird es spätestens danach tun. Boah, welch abgrundtief bösen und depressiven Texte habe ich damals zu meiner Erleichterung verfasst. Das ist heute nicht mehr schön und lässt sich auch nicht mehr umschreiben, damit daraus etwas Schönes wird. Ich kann diese Texte wahrhaftig nur noch erneute vergraben und als Dokumente des vergangenen Schreckens archiviert lassen.
Folglich werde ich dann doch versuchen, aus der einen oder anderen nicht so heftigen Geschichte einen Songtext zu bauen, der dann in eine geeignete Melodie eingefügt werden kann. Doch diese alten Texte aus der Zeit um die Jahrtausendwende sind ausgegraben und wieder vergraben. Ebenso, wie die Mitverursachenden dieser Lebenssituation. Abgesehen von mir, der das alles überlebt hat. Was mir noch immer wie ein Wunder erscheint. Und ja, darüber sollte ich etwas singen lassen.
Kleinanzeigen – auch mal positiv
So langsam habe ich den Eindruck einer Kausalität zwischen diesem Online-Kleinanzeigenportal und meinen Schmerzen beim Verkauf.
Ist es mir völlig egal, ob ich das angebotene Ding verkaufe oder nicht, gehen mir die Vollidioten von Käufern rasant auf den Geist und rauben mir den letzten Geduldsfaden. Ab und an verschenke ich dann den Kram über eine örtliche Sperrmüllrettergruppe oder werfe es dem Recyclinghof in die Container. Einfach weil ich mich nicht mehr diesem Stress aussetzen will.
Verkaufe ich etwas, woran mein Herz hängt, wo ich leide, dann liegt das Zeug wie Blei über fünf oder sechs Kleinanzeigenveröffentlichungszeiträume im virtuellen Regal. Sehr viele haben sich die Anzeige gemerkt, wie ich sehe. Niemand reagiert auf Preissenkungen oder fragt mal etwas an. Nicht einmal die oben benannten Vollidioten. Die andere Variante ist dann die, die heute passiert ist. Ich habe meine Sammlung von Lego Technic-Modellen als geballte Ladung angeboten. Es meldet sich genau ein Interessent, fragt, ob am Preis etwas zu machen wäre und macht einen Vorschlag. Gerade, klare Mail, kein Schnickschnack und er stellt mir zur Auswahl PayPal friends (niemals, nienichtniemals machen!) oder Barzahlung bei Abholung, was ohnehin meine einzige Zahlweise im Angebot war. Ich nenne Barzahlung, denke mir meinen Teil und wir verabreden eine Abholzeit. Ich bleibe skeptisch, ob der Wagen kaputt, die Frau krank ist oder der Geldautomat keine Scheine mehr hat. Der Käufer bittet zwei Stunden vor dem Termin um Verschiebung um eine halbe Stunde später. Auch das habe ich erwartet und bleibe skeptisch.
Was soll ich sagen? Der Käufer ist pünktlich, zahlt anstandslos in bar den vereinbarten Preis, ist begeistert und alles ist gut. Bis auf mein trauriges Herz, weil ich wieder ein Stück Leben von mir weggebe. In gute Hände, wie mir scheint.
Was lerne ich daraus? Verschenke, was Du nicht brauchst und bleibe beim Verkauf geliebter Dinge offenherzig und wachsam. Ich hasse Kleinanzeigen wegen dieser Masse an Vollidioten dennoch. So!
Sport ist noch immer nicht meins
Ich habe Reha-Sport verordnet bekommen. Wegen der üblen Rücken-Operation gab es für mich nach der Physiotherapie und der Akupunktur dann eben auch Sport für Menschen mit Rückenproblemen. Sportler würden über einmal wöchentliches Armekreisen, Beinheben, Dehnen und Körperraufundrunterdrücken lachen. Ich könnte vor Schmerzen schreien und komme nach drei Minuten schon ins Schwitzen.
denke ich an den alten Nazi zurück, der mir in der Realschule in seiner Eigenschaft als Sportlehrer den Sport und das Leben vermiest hat, werde ich wütend. Mein Leben wäre sicher anders verlaufen, hätte man damals schon meinen vermurksten Körper anders zu Aktivitäten gebracht, als mit Anschreien und Beleidigungen, ja sogar mal einer Ohrfeige.
Nun gut, mein Sport bestand dann als Kind und Jugendlicher aus Radfahren, Schwimmen und Judo. Als Erwachsener sanierte ich dann Häuser und fällte Bäume, schleppte die Baumstämme, hackte tagelang Holz und saß zum Ausgleich im Büro.
Heute muss ich mich zu diesem Reha-Sport zwingen, auch wenn es mir letztendlich doch ein klein wenig Spaß macht. Glückshormone habe ich nicht, aber immerhin Adrenalin. Und das ist ja auch etwas, das in Schwung halten kann.
Ihr habt doch nen Knall
Wir sind aus diversen Gründen wieder auf der Suche nach einer anderen Wohnung. Etwas dichter zu den Kindern und Enkelkindern und gern 3 Zimmer, Küche, Bad mit Dusche, Balkon oder Terrasse. Stellplatz oder Garage darf auch sein, ebenso wie Erdgeschoss oder erste Etage. Also nichts Ungewöhnliches. Leisten könnten wir uns Vieles, wollen aber nicht.
Es gibt hier in der Region kaum noch eine andere Plattform für die Wohnungssuche als Immobilienscout und Kleinanzeigen. Und es gibt leider einen Mietspiegel. Leider deshalb, weil ich in den vielen Jahren der Erfahrungen mit Vermietern und Mietspiegeln leider erkennen musste, dass sich Vermietende immer gern an dem orientieren, was als höchste Miete im Mietspiegel aufgezeichnet ist. Auch hier gibt es also die Preissteigerungsspirale, ohne dass überhaupt an den Wohnungen irgendetwas wertsteigerndes getan wird.
Und dann gibt es die Ausreißer, die echt einen weg haben und vermutlich in ihrer Eigenschaft als Immobilienschaffungsgesellschaft die Preise in den Kleinstädten bewusst nach oben treiben. Denn irgendein Blödi wird schon mieten, weil er es sich leisten kann. Denn in einer Kleinstadt, wo der Mietpreis sonst bei 7,00 € bis 9,00 € pro Quadratmeter incl. Nebenkosten liegt, satte 14,00 € bis 15,00 € zu kassieren, ist nicht nur unverschämt, sondern tödlich für den gesamten Mietmarkt. Da kann noch so sehr auf eine vermeintliche Luxusausstattung mit Vinylboden und Fußbodenheizung hingewiesen werden. Nein, das haben auch andere Wohnungen, die wesentlich günstiger und im Rahmen geblieben sind. Auch die verkehrsgünstige Lage (mitten in der lauten und Dauerpartybehafteten Innenstadt) macht es nicht wertvoller.
Hier braucht es eine Bremse. Für diese Haie und für die Doofen, die sich sich so etwas aus irgendeiner Blödheit oder Not heraus anmieten. Denn schaue ich in die Großstädte rundherum, sind da gerade in den letzten Jahren die Mieten explodiert. Und somit kaum noch bezahlbar. Nicht umsonst steigen die Zahlen der Zwangsräumungen und Obdachlosen stetig.
Dankbar
Gestern hat das Auto nach den neuen Sommerreifen im Frühjahr nun auch neue Winterreifen bekommen.
Die Aktion an sich war bemerkenswert unspektakulär.
Was mich jedoch immer wieder dankbar und zufrieden sein lässt, ist die schlichte Tatsache, dass ich die knapp noch dreistellige Rechnung ohne Erschrecken und Not einfach bezahlen konnte. Das Trauma aus der Zeit vor 20 Jahren hat sich so tief in die Seele eingebrannt, dass ich noch heute glücklich über diesen kleinen Luxus bin.

Die Werkstatt suche ich auch bereits seit 20 Jahren auf und gestern kam das Gespräch auf eben diese schlechten Zeiten. Verrückt ist, dass ich noch heute, auch wenn es überhaupt nicht nötig und üblich ist, ein reines Guthabenkonto führe. Das irritiert bei jedem Beratungsgespräch die Mitarbeitenden in der Bank und führt zu seltsamen Versuchen, mir einen Disporahmen einzuräumen. Kostenlos versteht sich, harhar. Nein danke, nie wieder.
Und die einzigen Kredite, die ich seit dieser Zeit jemals wieder bedient und pünktlich bzw. vorzeitig abgezahlt habe, waren eben dieses Auto und nach dem Umzug die neue Einbauküche. Wobei uns inzwischen Beides gehört.
Ich habe aus diesen üblen Zeiten gelernt. Dennoch bin ich jeden Tag dankbar, dass ich heute so unbeschwert durch das Leben gehen kann, ohne bei jedem Brief im Postkasten zusammen zu zucken.
Nur noch vier Monate
Und dann sind es seit heute nur noch vier volle Monate bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters. Meine Güte, ist das gruselig.
Da sitze ich hier und habe in den letzten Tagen für die Nebentätigkeit noch einen Haufen Arbeit vorbereitet und die wiederum habe ich unbefristet, also ohne automatischem Ende bei Erreichen der Regelaltersgrenze. Warum der Tarifvertrag meines Arbeitgebers einen solchen Quatsch aus uralten Zeiten noch enthält, weiß wohl niemand mehr.
Perspektivisch bin ich also gefühlt ab dem 01.03.2026 wieder einmal arbeitslos und könnte alternativ die volle Rente beantragen. Was ich aber nicht will, da ich erstens gern arbeite und zweitens einen monatlichen Vermögens- bzw. Einkommensschaden von mehr als 1.000 € erleiden würde. Das ist schlicht und einfach inakzeptabel.
Ab Montag bin ich ja wieder im Dienst und werde dann massiv meine dienstlichen Kontakte nutzen, um mir eine Arbeitsperspektive im Konzern zu schaffen.
Es klingt völlig bekloppt, wenn ich in Zeiten, wo jeder lieber heute als morgen in Rente gehen würde, vorzeitiger Rentenbezug als goldenes Ziel im ganzen Verwandten- und Bekanntenkreis im Raume steht und ich hingegen nicht aufhören will. Gern natürlich in Teilzeit, es geht letztendlich nur um diese 1.000 € monatlich, wobei ich gern auch mehr nehme und natürlich auch rentenwirksam meine Beiträge abführen lassen will. Denn rein rechnerisch würde ich, wenn ich weiter rentenwirksam arbeite, meine Rente nach drei Jahren der weiteren Tätigkeit um 20 Prozent erhöhen. Was bei mir immerhin brutto schon eine mächtige Entspannung verschaffen würde. Mal ganz abgesehen von der geplanten Steuerfreiheit des Verdienstes, wenn sie denn eingeführt wird.
Also lautet das Fazit für mich: Rente? Nein danke, jetzt noch nicht!
Immer vorwärts, Schritt um Schritt
„Immer vorwärts, Schritt um Schritt
es geht kein Weg zurück.“
So lautet eine Verszeile aus dem Lied „Kein Zurück“ von Wolfsheim, gesungen von Peter Heppner. Und so geht es auch um den aktuellen Status meiner gesundheitlichen Situation. „Was jetzt ist, wird nie mehr ungeschehen.“ Der ganze Text ist so wahr, wie nichts anderes, das in meinem Leben geschehen ist. Nun ja, was soll´s, denn geschehen ist geschehen.
Das Wichtigste ist, es geht irgendwie voran. Um es auf die klaren Punkte zu bringen, im Grunde sind die Schmerzen, die ich vorher hatte und die Einschränkungen, mit denen ich in Sachen Beweglichkeit und Vitalität gelebt habe, alle wieder da. Dennoch betrachte ich die Operation an den Lendenwirbeln nicht als unnütz und vergeblich, denn die Putativgefahr (was für ein schöner Begriff aus dem Ordnungsrecht, muss man kennen und lieben) einer Lähmung ist vom Tisch.
Die Psysiotherapie, die Arbeitsunfähigkeit seit mehr als vier Monaten, die Krankengymnastik, die Akupunktur, die Medikamente, die völlig fehlgeschlagene Schmerztherapie, all das hat lediglich dazu geführt, dass ich besser weiß, was ich machen muss, um aufgrund der Schmerzen keine schlechte Laune zu bekommen und wie ich Übungen gegen die schmerzhafte Unbeweglichkeit durchführen kann.
Ich besitze nun ein Korsett zum Umschnallen und feste Zuziehen, jede Menge hübscher Kortisontabletten, Schmerzmittel aller Art ohnehin (ausgenommen dieses Mistzeug wie Tramal und Co. in Tropfenform), Walkingstöcke, ein Laufband daheim und eine Verordnung über Reha-Sport mit dem Zweck des Muskelaufbaus, der Steigerung der Beweglichkeit und der Schmerzreduktion. Alle Maßnahme, bis auf den Reha-Sport habe ich nun beendet und werde ab dem kommenden Montag wieder arbeiten gehen. Wenn auch zunächst nur zwei Wochen lang vier Stunden täglich, dann weitere zwei Wochen sechs Stunden täglich und danach in Vollzeit. Dann ist es nahezu Dezember, der für mich arbeitstechnisch vor Weihnachten endet.
Danach arbeite ich noch im Januar durch und den Februar vermutlich nur noch zur Hälfte. Denn mein goldiger Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) hat eine erneute Beschäftigung nach meinem Renteneintrittsalter mit der schnöden Begründung abgelehnt, man beschäftige keine Rentner. Trotz des erheblichen Mangels an Fachkräften wie mir und der entsprechenden Überlastung der vorhanden Mitarbeitenden. Das „Königreich Personalverwaltung“ spielt offenbar wieder einmal sein Macht aus. Eine Klage wäre zwecklos. Ich muss mir tatsächlich mit 66 Jahren einen neuen Job suchen, wenn ich nicht in gefühlter Altersarmut versinken will. Dieser psychische Druck von gefühlt drohender Arbeits- und Nutzlosigkeit kommt dann noch erschwerend hinzu. Dennoch ist Aufgeben für mich nie eine Option gewesen und wird es auch nicht sein. Finde ich keine Arbeit, mache ich mich wieder selbständig und suche mir Honorarstellen als Ausbilder/Fachdozent bei den Bildungsträgern.
Die Baustelle „Augen“ ist abgeschlossen, auch wenn sich ein nicht unüblicher „Nachstar“ gebildet hat, der irgendwann in Kürze noch einmal geblitzdingst werden muss, damit sich die Sehstärke endgültig positiv verändert. Meine Augen sind nun deutlich schneller ermüdet, ganz besonders bei der Nutzung des Tablets. Damit kann ich leben und höre dann einfach aus, schaue ohne Brille in die Ferne und tröste die Augen mit einem Augentrost-Zusatz in die kleine Pulle Augentropfen als flüssiges Medikament zur Erholung. Kann man machen, man kann aber auch einfach die Augen schließen und schlafen.
Was bleibt ist die Baustelle Schlauchmagen und was ebenfalls bleibt, ist der unbehandelte restliche Rücken. Da fehlt mir jetzt einfach die Lust, mich erneut ins Getümmel der Diskussion um Operation oder nicht und Krankengymnastik oder was auch immer zu stürzen. Dazu ist auch der Leidensdruck nicht hoch genug. Es reicht, wenn ich in Kürze einen Termin beim Zahnarzt wahrnehmen muss. Das ist bei mir beliebt wie Frisör und Hosenkauf, nur seltener.
Jetzt kommt ein Umzug aus meiner bisherigen Wohnwagen-Garage in eine neue Anmietung als Projekt hinzu. Wobei ich nicht so viel Krempel in der Garage horte, als dass es nicht mit drei bis vier Autoladungen voll überführt wäre. Immerhin spare ich dann mehr als 100 € monatliche Miete und das ist nicht wenig. Obwohl die Garage noch immer teuer ist, steht dort der Wohnwagen trocken und sicher, was es mir wert ist. Gäbe es dort noch einen Wasseranschluss, wäre das Glück perfekt. Aber man kann ja nicht immer alles haben und wie sagte schon meine Oma immer so wahr? „Nie ist alles Gute beisammen!“. So ist es.
Tja, und dann werden wir wohl wieder umziehen müssen. Der aktuelle Vermieter verschleppt die Nebenkostenabrechnungen, notwendige Reparaturen, geht uns mit seinem Gehabe auf den Geist und wir bekommen diese Wohnung einfach nicht warm, wenn es draußen windig ist. Entweder müssten wir erneut in Fensterdichtungen, Fensterreparaturen, Abflussspülungen und und und investieren oder wie suchen eine andere Wohnung. Da wir nicht bereit sind, das Trägheitsmoment zu unterstützen, suchen wir lieber, auch wenn die Wohnung an sich schön und passend für uns ist. Doch es ist nur eine Frage der Zeit, wann hier irgendetwas eskaliert und das Risiko möchten wir nicht eingehen. Natürlich ist ein Umzug mit zwei Jahre alter Küche, Umzug in eine gute Infrastruktur, ruhige Wohngegend, möglich 1. OG mit Balkon oder EG mit Terrasse, Dusche statt Wanne, Stellplatz usw. nicht so einfach. Doch noch haben wir Zeit, können aussuchen und müssen nicht ad hoc jede Bruchbude für teures Geld an der Durchgangsstraße nehmen. Und auch das drückt die Laune, die Motivation, sorgt für Lähmung im Handeln. Die Depression lässt grüßen.
Nun ja, immer vorwärts, Schritt um Schritt. Es wird weitergehen und mein selbst gefundenes Lebensmotto ist bekanntlich „Es wird eine einzige Sache geben, die mich irgendwann tötet. Alles andere überlebe ich.“ Und das hänge ich meist an den Spruch von Alf, dem Außerirdischen „Was nützt es, über verschüttete Milch zu diskutieren?“.