Das Gespenst verjagt

Ich war lange Zeit verzweifelt, dass ich in der letzten Auflage meines ersten Buches immer wieder Fehler gefunden hatte. Fehler, die ich nicht verbockt hatte und die vor längerer Zeit durch ein „Lektorat“ (oder wie auch immer man das schimpfen mag) erst eingebaut wurden. In vielen und langen Korrekturläufen hatte ich versucht, wenigstens die zweite Auflage fehlerfrei zu gestalten, doch es waren einfach viel zu viele.

Dann habe ich mir Hilfe geholt und meine allerliebste belesene und fachlich ausgebildete Korrektorin an Land gezogen. Kurzerhand erhielt sie zwei fertige Bücher mit dem Auftrag, den Rotstift anzusetzen. Insbesondere den ersten Band erhielt ich nahezu in roter Farbe getaucht zurück. Das hat mich fertig gemacht. Jetzt wusste ich, warum damals meine Autorenkollegen behaupteten, ihre Bücher wären zuschanden korrigiert.

Immer wieder setzte ich mich an „mein“ Buch, startete die Buchdatei und begann mit der Korrektur. Gestern habe ich nun in einem gewaltigen Anlauf die letzten Ausdrucksfehler korrigiert und dabei festgestellt, dass sich einige Fehler immer wiederholten. Angeblich wäre das damals der Duden gewesen, das Maß aller Dinge. Ich hätte widersprechen sollen, doch ich war zu dieser Zeit nur glücklich über die Veröffentlichung. Dumm, sehr dumm, war das von mir.

Doch egal wie, ich habe es jetzt geschafft, mein Buch ist wieder ganz und gar mein Buch. Es sind meine Worte von vorn bis hinten und ich kann mit der neuen Auflage voll und ganz dahinter stehen. Kein Gespenst einer Veränderung steht mehr dahinter, keine Angst vor weiteren Fehlern. Auf dem Cover ist nun auch mein voller Name zu sehen, als äußeres Zeichen dessen, dass ich kein Pseudonym mehr brauche. Das letzte Buch der alten Auflage bei Amazon wird sich sicher auch in Bälde verkaufen und danach gibt es nur noch die gespenstfreie Version.

Ich bin, was die anderen Bücher angeht, inzwischen schlauer geworden. Durch das geniale System von BoD kann ich mir vorab ein einziges Buch drucken lassen. Dieses Buch korrigiere ich tatsächlich mit dem Rotstift. Das schaut dann zum Beispiel so aus:

Korrekturlesung bei einem neuen Buch

Bücherfans werden sich gruseln, wenn sie diese Schmierereien sehen, doch es ist mehr als nur hilfreich, dies in einem echten Buch zu machen. Ich habe schon versucht, am PC die Datei zu korrigieren, da schlüpfen mehr Fehler durch, als erträglich sind. Auch ein Ausdruck auf Din A4 ist nicht das Gleiche und sorgt keinesfalls für eine vernünftige Korrektur. Für mich ist die einzig richtige Korrektur die, die direkt in einem Buch stattfindet. Auch wenn es ein bisschen Geld kostet. So existieren von einigen meiner Bücher bis zu vier Exemplare, die vollgeschmiert sind. Das oben abgebildete Buch hat sogar in der ursprünglichen Version ein völlig anderes Cover. Dieses sah am Monitor wunderbar aus, war jedoch dann im Probeexemplar aufgrund der unglücklichen Schrift- und Coverfarbenkombination kaum erträglich, geschweige denn zu lesen.

All diese Arbeit spart sich ein schreibender Mensch natürlich, wenn er sich vollends in die Hände eines normalen Verlages begibt. Sofern die sein Manuskript annehmen. Doch wohin das führen kann, habe ich oben erwähnt. Ich bin inzwischen froh, weitgehend alles selbst zu machen. Das ist zwar eine Menge Arbeit, doch der Stolz auf das eigene Werk ist auch nicht ohne.

Und wenn dann am Ende auch noch jemand dieses Produkt gekauft hat, ist das einfach königlich. 😉

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