Die entscheidenden 5 cm

Ich kann mich abends immer mächtig aufregen. Über meine schrumpfende Körpergröße.

In der Küche habe ich ein Oberlicht, das sich ganz öffnen und auch kippen lässt. Voraussetzung dafür ist die Nutzung des Fenstergriffes an eben diesem Oberlicht. Der Griff befindet sich in einer Höhe, für die normale Menschen schon eine kleine Leiter oder einen Stuhl brauchen. Ich hingegen kann den Griff betätigen, indem ich mich recke. Das spart Zeit und eine Menge Umräumerei. Jedenfalls am Morgen beim Öffnen des Oberlichts.

Am Abend kann ich den Griff zwar anfassen, bekomme ihn jedoch nicht mehr gedreht. Ich bin zu klein!

Drehe ich ihn morgens wieder zu, ist das kein Problem. Am Abend bin ich soweit zusammengestaucht, daß ich tatsächlich um die 5 Zentimeter zu klein bin.

Mit solchen Dingen brauchte ich mich noch nie beschäftigen. Aber es ist schon ein seltsames Gefühl, plötzlich nicht mehr an die Dinge zu gelangen, die wohl früher problemlos erreichbar waren. Als junger Mann hatte ich auch noch die sagenhafte Größe von 198 Zentimetern. Mein letztes Messergebnis waren nur noch 192 Zentimeter. Ich werde also kleiner.

Ich vermute mal, wenn ich das jetzt so in eine Relation mit dem Älterwerden setze, daß ich in weiteren 20 Jahren einen Hocker brauche, um in meine Kochtöpfe zu schauen.

Wobei ich dann, zugegeben, auch das Klo reinigen kann, ohne mich zu bücken.

Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile.

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