… als aushelfender Berater in Oberhausen ist vorüber. Das Team, soweit es anwesend ist, ist vollkommen in Ordnung und jeder hilft jedem bei Engpässen und Fragen. Man bleibt ruhig in stressigen Situationen und arbeitet miteinander statt allein oder gegeneinander.
Ich bin mit meiner Arbeitsweise bestens angekommen und integriert, man bedauert schon jetzt, daß ich in der übernächsten Woche nicht mehr dort bin. Momentan vertrete ich mindestens eineinhalb fehlende Mitarbeiter, was am heutigen Freitag einen Gesprächsdurchsatz von 20 Gesprächen nach sich gezogen hat.
Allerdings waren dabei nur drei wirklich schwierige Menschen dabei, denen ich besondere Aufmerksamkeit und viel Gesprächsinhalt bieten mußte und konnte. Durch pflegeleichte Bald-Rentner, die wenig Zeit brauchen, kommt diese dann den Problemfällen zugute. Alle Teilnehmer warten weitestgehend geduldig die Minuten, weil sie wissen, daß auch sie alle Zeit bekommen, die sie brauchen. Es ist eben sehr entspannt bei diesen Formen der Maßnahmen.
Das wird ganz sicher übernächste Woche in Köln anders. Dort ist die oberste Priorität „erkennen – beseitigen – vermitteln“. Erkennen von Vermittlungshemmnissen, Beseitigen dieser Probleme und in Arbeit bringen. Während in anderen Niederlassungen die Teilnehmer bis zu neun Monate im 14-tägigen Rythmus erscheinen, sind sie in Köln für bis zu drei Monate an drei Tagen in der Woche vollständig anwesend, werden zum Teil geschult, beraten und trainiert. Das ist richtig Feuer und ist harte Arbeit für beide Seiten. Dabei sind natürlich ebenfalls Menschen, die mehr Zeit brauchen als andere. Doch letztendlich ist immer am Ende eines Arbeitstages, bei mir zumindest, alles geschafft und die Menschen sind es zufrieden.
Ich begegne allen Berufsgruppen, Ungelernten und Studierten, Männer und Frauen, Geschiedenen, Verheirateten, Ledigen, Verwitweten und in Partnerschaft Lebenden. Es gibt Verzweifelte, Resignierte, Hoffnungsvolle, Enttäuschte und Blender. Analphabeten sind dabei, Menschen mit psychischen Störungen aller Art und natürlich auch gesundheitlichen Problemen aller Art.
Und jeder Mensch hat eine Geschichte.
Und manchmal wüßte ich gern, wie sie weiter geht.