Ein erstaunliches Fest …

… ist Ostern. Es ist das höchste christliche Fest, denn es feiert die Auferstehung von Jesus Christus. Auch wenn der Kommerz mit Ostereiern, Osterfeuern und anderen seltsamen Gebräuchen natürlich das Fest an sich inzwischen verwässert, so wird die Erzählung der Auferstehung eher selten angezweifelt und vielmehr einfach so mit genommen. Die Kirchen sind zwar bei Weitem nicht so voll wie zu Weihnachten, wo die Menschen sich ihre jährliche Portion Absolution abholen, doch immerhin sind sie zu Ostern gut besucht.

Was ich irgendwie seltsam finde, ist die Tatsache, daß die meisten Christen zwar an die Auferstehung Jesus glauben, doch an die eigene Auferstehung nicht. Es wird vehement bestritten und zurückgewiesen, daß nach dem Tode ein weiteres Leben möglich ist. Da grenzt sich ganz offensichtlich der "Normal-Christ" von Cheffes Sohn ab.

Sinnigerweise wird ja keineswegs irgendwo bestritten, daß normale Menschen nicht ebenfalls die gleichen "Fähigkeiten" oder Gaben wie Junior besitzen können. Vielmehr wird immer wieder auf die Ähnlichkeit zwischen Menschen, Jesus und Gott hingewiesen.

Mir scheint es, der Christ ist ein klein bißchen leidend veranlagt. Er möchte sich gern als unvollkommen und klein sehen. Vielleicht um damit seine schlechten Eigenschaften zu entschuldigen?

Ich finde, wir könnten uns als Christen schon ein wenig Gedanken darüber machen, daß wir ebenfalls auferstehen können. Sicherlich nicht nach wenigen Tagen in alter Frische und im gleichen Körper. Das dürfte nunmehr bewiesen sein, daß sich dieses Prinzip nicht bewährt hat. Doch wenn wir an die Unsterblichkeit der Seele glauben, dann stellt sich doch die Frage "Wie geht es weiter, wenn mein Körper nicht mehr ist?"

Und da nichts auf dieser Welt ohne Sinn ist, bleibt nicht viel Raum für die Vermutung einer vollständigen Löschung eines Daseins. Somit dürfen wir, wenn wir auch keinerlei tatsächlichen Bericht oder Beweis haben, dennoch darauf vertrauen und daran glauben, daß wir ein Ebenbild mit allen Konsequenzen sind. Einschließlich der Auferstehung, was wir heute feiern dürfen.

Mit Ostereiern, Blumengrüßen und viel Freude. Denn Ostern ist ein Fest der Freude, nicht des Trauerns.

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