Guten Morgen

Noch immer regnet es hier seit Tagen und noch immer ist mein Kopf voller Schnodder und der Hals ist innen kratzig. Das macht eine rauhe Stimme, die aber ganz offenbar gut im Radio ankommt 🙂

Heute und morgen jeweils nur 3 Stunden Dienst und je fast eine Stunde Hin- und Rückfahrt mit Bussen. Montag und Dienstag sind Radiofrei, dafür helfe ich dann doch noch mal beim alten 1-Euro-Job aus. Dort ist etwas Not entstanden, nachdem ich wegging. Problematisch ist es einfach, daß auf der einen Seite von Politikern laut nach mehr Förderung der Jugend gebrüllt wird und andererseits alle Mittel gestrichen werden.

Diese perversen Lügen müssen einfach aufhören. Denn unsere Jugend verliert grad sämtliches Vertrauen in die Politik und die Institutionen. Wie wollen wir ihnen Werte vermitteln, wenn von ganz oben Versprechungen nicht eingehalten werden und beinahe jeden Tag ein neuer Tritt ins Hinterteil kommt?

So kann beispielsweise in den Jugendzentren bald nicht mehr die "Offene Tür" auch offen für alle gehalten werden, weil einfach keine Mitarbeiter mehr vorhanden sind. Es hilft auch nciht, wenn bezahlte Sozialarbeiter für den gleichen Lohn wie vor Jahren heute 60 Stunden statt 38,5 Stunden Dienst leisten.

Das ist eine ganz geheime Inflation, von der nur die Wenigsten wissen. Anstatt einer Einstellung von pädagogischen Hilfskräften für die Mehrstunden, werden die vorhandenen Mitarbeiter nach und nach gekündigt. Danach wird das Angebot an die Kinder und Jugendlichen unattraktiv und diese bleiben weg. Schließlich kann man oben ganz legal von Arbeitsmangel sprechen und die Mitarbeiter feuern.

Kennen wir das System nciht schon aus dem öffentlichen Nahverkehr?

Es tut uns gesellschaftlich wahrhaftig nicht gut, wenn einige Wenige viel Geld verdienen und ihre Führungspositionen sichern, indem sie Sparmaßnahmen anordnen, die sich ausschließlich auf die Ebenen unter ihnen beziehen. Einsichtig werden diese Menschen niemals. Und solange es in den Gewerkschaften nicht anders aussieht, wird sich auch nichts daran ändern. Denn auch diese sind dank gut verdienender Führungskräfte inzwischen zu Papiertigern geworden, die auch nur ihr Überleben sichern wollen. Scheißegal, welche Auswirkungen es auf die Arbeiter und Kleinverdiener hat.

Wer heute in seinem Job noch ein Netto von 1.200 Euro (kommt mir nicht mit 2.400 DM) für seine Familie nach Hause bringt, der kann glücklich sein. Dank Teuerung und Inflation entsprechen diese 1.200 Euro heute rund 1.500 DM vor 10 Jahren. Und dafür hätte niemand gearbeitet.

Heute sind wir glücklich, unzufrieden und halten das Maul. Das ist falsch. Wir sollten das Maul aufreissen und meckern. Je lauter, desto besser.

Was ich hiermit mal wieder getan habe.

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