Um es nochmals deutlich darzustellen, was Kinder- und Jugendgruppen der kirchlichen, sportlichen und helfende Vereine für diese Gesellschaft bedeuten:
Wir leisten mit einem unglaublichen finanziellen und personellen Aufwand eine Arbeit, von der wir nicht wissen, wohin sie das einzlene Kind bringen wird. Denn jedes Kind, jeder Jugendliche kommt freiwillig zu uns. Wir erheben von denen, die unsere Arebit genießen zum Teil lächerliche bis keine Beiträge und finanzieren uns aus Mitgliederbeiträgen derer, die hinter dieser Aufgabe stehen.
Vereine wie das Rote Kreuz, die Johanniter, die DLRG, der CVJM, die Pfadfinder und viele der städtischen Einrichtungen wie Jugendzentren und Offene Türen leisten einen immens wichtigen Beitrag zur Bildung einer Persönlichkeit jedes einzelnen jungen Menschen. Es wird Gruppe gelebt, Gesellschaft erfahren und Bildung einfach so mitgenommen. Gleichgültig unter welcher Flagge das Ganze stattfindet. Hier ist eine soziale Anbindung vor- und mitgelebt.
Doch die fehlenden finanziellen Mittel sorgen für solch seltsame Konstruktionen wie ein riesiges Haus, das nicht mehr beheizt werden kann. Da passen zwei Mitarbeiter auf 60 Kinder und Jugendliche aus 16 Migrationshintergründen auf, daß Streit auch nur ein Streit bleibt. Da werden „Streetworker“ befristet eingestellt, um Jugendliche an ihren „wilden“ Treffpunkten vom Alkohol abzuhalten. Gleichzeitig verbringen diese Menschen jedoch mehr als 75 Prozent ihrer Arbeitszeit mit dem Schreiben von Berichten, Teilnahme an Sitzungen und dem stellen von Zuschußanträgen.
Jugendzentren werden geschlossen, weil sich entweder Anwohner beschweren (die dort hingezogen sind!) oder ganz einfach aufgrund desolater Einrichtungen und fehlender Angebote das Zentrum nicht mehr genutzt wird oder genutzt werden kann. Seit Jahren werden in dieser Gesellschaft die Kinder und Jugendlichen als Außenseiter abgestempelt. Sie werden von ihren Eltern auf die Straße gelassen und damit sich selbst überlassen. Wenn Kinder aus Langeweile das tun, was „Action“ und gesellschaftliche Anerkennung bringt, dann ist es meist nicht von Erwachsenen und Eltern gelenkt. Dann ist es ohne Führung aufgrund des Miteinanders in einer lockeren Gruppe auf der Straße oder allein im stillen Zimmer geschehen.
Die Amokläufer und Verbrecher unter den Jugendlichen, die Gewalttäter und die Kinder, die ihr Heldentum als Fernsehstars zweifelhafter Erziehungssendungen erleben, sind Produkte der elterlichen und gesellschaftlichen Gleichgültigkeit. Die Freiheit in der Erziehung eines Kindes ist ganz einfach falsch verstanden und umgesetzt. Freiheit heißt keineswegs, das Kind allein zu lassen und es selbst zu einem wichtigen Teil der Gesellschaft werden zu lassen. Freiheit heißt vielmehr, dem Kind Werte zu vermitteln, ihm Spaß am Miteinander und Freude am Tragen von Verantwortung für sich und andere zu vermitteln.
Wir brauchen ganz sicher keine städtischen Psychologen zu hunderten. Was wir brauchen sind feste und sichere Stellen für engagierte Jugendarbeiter und Einrichtungen, die jeden Tag ein Stück gesellschaftliches Miteinander in Frieden, verbunden mit Bildung und Hilfen in Notlagen anbieten können. Jedes Kind muß zu jeder Zeit wissen können, wo es einen Ansprechpartner für all die kleinen und großen Sorgen finden kann, die es seinen Eltern nicht anvertrauen mag. Wir brauchen genau das Geld wieder, das den Vereinen seit Jahren genommen wird. Denn wir dürfen nicht vergessen, daß in den meisten Fällen die Mitarbeit in einem Verein eherenamtlich ist. Und den Vereinen laufen die Ehrenamtlichen davon bzw. sie sterben aus. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Jeder kleine Sportverein, jede örtliche Hilfsorganisation und jeder kirchlich orientierte Verein nimmt liebend gern ehrenamtliche Mitarbeit in vielfältiger Form entgegen. Manchmal braucht es nur die Reparatur eines Kickertisches oder ein paar Liter Heizöl, um unseren Kindern wieder eine Zeit des Bekommesn zu ermöglichen.
Ganz bestimmt braucht es aber von jedem Bürger eine klare Ansage an die von uns gewählten Politiker: Gebt der Jugendarbeit wieder mehr Raum und Geld! Und sprecht nicht nur über Kinder von 0 bis 6 Jahren, sondern kümmert Euch um diejenigen, die erst dann zu Euren Gesprächen gehören, wenn Sie kriminell geworden sind!
wie immer bestens geschrieben. Trotzdem bist und bleibst du ein ARSCHLOCH. Ein dummes dazu.
Stimmt, da ist was dran, die Kinder schön abgeben und wenn es daneben geht bin ich als Eltern ja garnicht Schuld an der Misere, ich habe ja nichts gemacht.. Es ist schon erschreckend, wie wenig Elter ihre Kinder manchmal kennen…
Ich habe spontan gedacht, wie die Zitante Christa. Jugendarbeit mit normalem Maß,
nicht ausufernd und die Arbeit der Eltern bernehmend.
Es ist nämlich schön bequem seine Kinder zur Freizeit zu schicken, da braucht man sich nicht selbst zu kümmern, nein, es machen wieder andere.
Was wissen Eltern heute noch über ihre Kinder? Können sie sich noch selbst beschäftigen? Oder wollen sie immer beschäftigt werden? Jugendarbeit ja- aber mit Beteiligung von Eltern und wenn es auch "nur" finanzielle Beteiligung ist.
Viele Eltern wollen doch ihre Kinder nur loswerden, sie sind ihnen lästig.
Du weißt ich arbeite imm Bildungsbereich und habe da auch ähnliche Erfahrungen.
Deine Ausführungen sind einleuchtend, Carsten – ich frage mich allerdings immer wieder:
Warum ist Jugendarbeit überhaupt notwendig?
Es gab sie nicht als meine Eltern noch Kinder waren – und auch nicht, als ich Kind war. Wir sind trotzdem vernünftige Erwachsene geworden. Was hindert die heutige Jugend daran, auch ohne solche Betreuung ‚groß‘ zu werden?
Viele Zitantengrüße von
Christa
Ich stimme Dir voll und ganz zu!
Dazu passt auch, dass im Jahr 2002 der Tierschutz ins Grundgesetz aufgenommen wurde, aber der Schutz der Kinder leider immer noch nicht.
Für mich verkehrte Prioritäten.
Und ich habe wirklich angst vor der Entwicklung, dass die Neonazis da eine Nische gefunden haben, die zu erfüllen doch eigentlich Angelegenheit des Staates, also unser Aller Aufgabe ist.
Das erreiche ich sicherlich nicht mit Sunden-und Stellenstreichungen.