Am Rande einer Autobahn gibt es in Chemnitz eine Schrebergartenkolonie. Am Rande dieser Schrebergärten liegt die Gaststätte "Grüner Hang". Und mitten in dieser Gaststätte stand gestern ein Stuhl. Auf diesem Stuhl und vor versammelten Neugierigen saß ich.
Aufgeregt und super nervös, Lampenfieber ohne Ende. Doch das ist für mich normal, auch wenn es mich keineswegs beruhigte. Ich begann mit ein paar lockeren Worten und startete dann mit dem Vorwort zu "Übernächtliches". Nun, die Stimmung wurde etwas lockerer und manch einer nickte da schon. Nicht ein, sondern zustimmend.
Und dann begann "Kaffee". Atemlose Stille herrschte am Ende und dann, man glaubt es kaum, klatschte die Menge lachend. Ich wurde glücklich und stieg ein in meinen absoluten Favoriten "Heute darf ich auf mal fahren". Danach tobte der Saal, anders kann ich es nicht mehr beschreiben.
Meine Nervosität war gefallen und jetzt empfand ich bis zur Pause die gesamte Lesung als Feuerwerk der Lacher und des Vergnügens. Ich sah Tränen rollen und junge wie alte Menschen nickten, lachten, schüttelten den Kopf und machten mit. Die Pause nach 45 Minuten mußte sein. Damit ich Luft holen konnte, die Kehle ölen und der Gastwirt Getränke schleppen konnte.
Nach 15 Minuten Pause forderte das Publikum mehr. Ich begann mit der Autorenvorstellung die zweite Runde und ich dachte, es könne keine Steigerung mehr zur ersten Halbzeit geben. Doch weit gefehlt! Es mußten Zugaben sein und dann ritt mich der Clown. Denn im Publikum saß der Autorenkollege Tom Mikow, unerkannt hatte er sich mit Frau unter das Publikum gemischt und war extra aus Berlin angereist.
Ich zückte aus meiner Requisitenkiste mein Exemplar seines aktuellen Buches "Benjamin Niesky" und las daraus unter Einsatz aller Schauspielkunst und Stimmvariationen das Kapitel "Die mißglückte Flucht der Flaschen". Er wußte nichts davon und ich glaube, der anschließend folgende Applaus war für ihn einfach nur wunderbar. So sah er jedenfalls aus.
Anschließend folgte eine weitere geforderte Zusage von mir und dann gab es Autogramme, Signaturen und Fotos mit mir. Ich wurde behandelt wie ein Star und es war einfach schön, daß sich auch nach der Lesung noch viele Hörer einzelne Sätze gegenseitig zuwarfen, um erneut zu lachen.
Auch Tom Mikow wurde zu Buchverkäufen genötigt (ich hatte nämlich welche mitgebracht, was er nicht wußte *g*) und mußte signieren.
Der anwesende Vorsitzende der Gartensparte bat um unbedingte Wiederholung im späten Frühjahr und die Wirtsleute waren ebenfalls sehr zufrieden.
Ich kann mit Fug und Recht berichten: Chemnitz und damit der erste Auftritt im Osten Deutschlands, war ein voller Erfolg! Es war wunderbar und ich danke ganz herzlich meinen neuen Fans, den Gastgebern Anett und Manuel und dem Vorstand der Gartensparte.
Ich glaube, ich werde nächstes Jahr bei Sonnenschein auf Osttournee gehen. Ihr seid einfach knuffig dort! Ich sage es mal mit den Worten eines bekannten Schauspielers und Gouverneurs: "Ich komme wieder!"