Menschenfreie Kasse

Der große REAL-Markt an der Wuppertaler Stadtgrenze zu Schwelm hat nach seinem Umbau die menschenfreie Kasse erweitert. Jetzt kann man dort an vier Plätzen bar und mit Karte bezahlen, nachdem man selbst gescannt und eingepackt hat. Mir gefällt das (noch), weil die Schlangen sich vor diesen Kassen in überschaubaren Grenzen halten.

Und ja, ich denke an die drei Arbeitsplätze, die weggefallen sind. Ja, ich denke auch daran, dass sich die Preise nicht abgesenkt haben, obwohl der Lohn eingespart wird. Trotzdem genieße ich es, selbstbestimmt und schneller durch die Bezahlung zu kommen, als durch elendige Steherei an den anderen Kassen. Da bin ich selbstsüchtig.

Als Kunde kann ich gegen den Abbau der Arbeitskräfte protestieren, selbstverständlich. Ich könnte auch boykottieren. Das trifft dann auch den Rest der Belegschaft, deren Arbeitnehmervertretung diesem Kräfteabbau zugestimmt hat. Die Belegschaft, die nichts gegen meinen Boykott tun könnte. Und die auch nichts gegen die Einführung weiterer Automaten tun kann. Außer ihren Protest gegenüber der Arbeitnehmervertretung und Geschäftsführung zu äußern. Doch draußen stehen genug herum, wird immer wieder gern argumentiert.

Für mich als Kunden ist es bequem und schneller, daran ändert sich nichts. Ich brauche keinen Kontakt mit einer Kassiererin. Auch die Trödeltypen und ewigen Meckerer vor und hinter mir brauche ich nicht. An den Automatenkassen sind die schnellen und lockeren Kunden tätig. Der Laden sichert sich damit meine Freundschaft und meinen Umsatz. Wenn man jetzt noch bessere Tüten und einen Packservice (wie in Amerika) hätte, wäre das Glück perfekt. Natürlich erst nach der überfälligen Preissenkung.

4 Gedanken zu „Menschenfreie Kasse“

  1. Hier in unserem REAL haben sie von den 10 Kassen 8 als Selberzahlkassen eingerichtet, 6 davon auch zum Selberscannen – die Kinder hatten ihre helle Freude dran… Nach etwa 6 Monaten wurden diese Kassen wieder durch "normale" Kassen mit Kassiererinnen ersetzt, es gibt nun noch 1 (oder 2?) Selber-Scan-und-Zahlkassen.

    Wenn man wenig hatte war es durchaus praktisch, aber irgendwie fehlte mit auch der kurze "Ratsch" mit den mittlerweile doch gut bekannten Damen an der Kasse. Ist schon gut so, wenns noch Menschen gibt 😉

  2. Also, praktisch finde ich diese Kassen auch – so lange sie funktionieren und man niemanden braucht, der sie neu startet oder so…. 🙂
    Trotzdem kann ich auch Piris Gedanken sehr gut nachvollziehen – irgendwie gemischte Gefühle…
    Packservice gibt es in den USA übrigens auch nur an den Kassen, die mit Personen besetzt sind, an den Selbstscan-Kassen muss man auch selbst packen…
    Liebe Grüße,
    Inge K

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