Müde

Ich habe mich gestern noch so aufgeregt, daß ich zunächst noch wach war und mich mit einem defekten Notebook beschäftigt hatte, bis das Kind nach hause kam. Um kurz vor Mitternacht war sie endlich da und erwiderte mir frech auf die Frage, welchen Teil von „um 22 Uhr zuhause“ sie nicht verstanden hätte, sie hätte von Gesetzes wegen das Recht, bis Mitternacht draußen zu bleiben. Dass sie an anderen Exzess-Tagen dann auch mal großzügig bis halb zwei draußen bleibt, hatte sie wieder einmal verdrängt.

Ich war aufgeregt, fand nicht sofort Schlaf und habe dann das Notebook bis zur bitteren Diagnose seines Defektes weiter bearbeitet. Es war gegen 1 Uhr, als ich ins Bett ging.

Um halb sieben war ich wieder wach. Totmüde und wach, ich weiß nicht, ob Ihr diesen Zustand kennt. In der Nacht habe ich noch eine Mail an die Dame vom Jugendamt geschrieben. Direkt aus dem Bauch heraus und vielleicht merkt sie etwas, daß Beratung keineswegs nur in langen Abständen nötig ist, wenn es brennt. Die eben noch weiteren geschriebenen Sätze habe ich wieder gelöscht.

Jedenfalls werde ich heute versuchen, die zwei hier liegenden defekten Notebooks heute noch auszuliefern. Langsam entwickele ich mich hier nämlich wieder zum Schrottsammler. Das darf nicht sein. Ich habe schon wieder viel zu viele Ersatzteile hier liegen, die alle nichts ergeben, wenn man sie zusammen baut. Es wird mal wieder Zeit zum Aufräumen. Fragt sich nur: Wann?

Ich glaube, ich besorge mir mal vier oder fünf große Umzugskartons und verschenke alles weiter. Ansammeln wird sich immer wieder genug, da habe ich keine Sorge.

Ich nehme jetzt den zweiten Becher Kaffee und dann stürze ich mich wohl mal auf meine Wohnung. Hier sieht es aus wie im Schweinekoben.

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