Schon komisch, morgens seine Blogrunde zu machen und zum Nachdenken angeregt zu werden.
Seltsamerweise habe ich heute schon viel gelesen über nicht gelebte Zwischenmenschlichkeit, Verachtung, aber auch Versöhnung und last, but not least….über die Liebe, die verlorene, die einseitige, die verschüttete, die gesuchte und natürlich auch die zurückgewiesene und enttäuschte Liebe.
und dabei geht es nicht nur um Partnerschaften.
Darüber am Morgen schon so viel zu lesen, fördert eine Reflexion auf mich selbst.
Nun schon seit mehr als 24 Jahren geschieden und nie wieder den "heiligen Bund" eingegangen, hab ich mich wohl damals getäuscht und zu wenig geliebt…oder besser….ich wusste nicht, was Liebe überhaupt braucht.
Gegen diesen "Ex" hege ich keinen Groll.
Den Groll gegen ihn als Kindesvater kann ich noch nicht so ganz weg tun, aber ich arbeite dran.
Er wird seinem Richter noch begegnen, ich bin nicht prädestiniert.
Aber das ist eine andere Geschichte.
Meine Reflexion geht Richtung Liebe…..die ich nie gefunden habe…zumindest hat es wohl nach aussen hin für Andere den Anschein.
Oft werde ich gefragt, warum ich nie wieder geheiratet habe, ob ich abgeschreckt wäre wegen schlechter Erfahrungen !?
Nein!
Es gab natürlich in meiner Vergangenheit schon den einen oder anderen Antrag…..es gab diese irre Verliebtheit und es gab auch die "grösste" aller Lieben mit dem Hang zur Selbstaufgabe……
Aber immer blieb die eine Frage: Was ist sie und was braucht sie, die sich Liebe nennt?
Ohne Antwort keine heilige Eheschliessung!
Wenn ich nicht weiss, was es ist, dann weiss ich auch nicht, ob ich es geben und nehmen kann.
So philosophisch habe ich aber Anträge nicht abgelehnt, keine bange, ich bin nicht intelligent genug gewesen, um das verständlich zu formulieren….es musste ein simples "Nein" herhalten…oder "später vielleicht"…ganz banal.
Alles verlief sich dann im Sande.
Heute bin ich schon was weiter mit der Liebe…..und ich weiss, das es das rosarot und das himmelblau zwar gibt….aber nicht ununterbrochen…das Grau, das Schwarz, die Düsternis müssen immer wieder gemeinsam beseitigt werden, Farben neu gemischt werden, um die ursprünliche Helligkeit zu erhalten.
Wenn jeder für sich DENKT, dass er das Richtige für beide tut, dann sollte er sich nicht wundern, wenn er eines Tages allein dasteht und nicht weiss, wo die hellen Farben geblieben sind.
Ich habe wohl eines gelernt in all den Jahren: nämlich, dass das Wort Liebe eigentlich nur ein Wort ist, dem viel zu viel an Bedeutung beigemessen wird.
Liebe ist hohl, nur ein Wort, es muss gefüllt und gelebt werden durch das Tun der Menschen, die lieben wollen.
Es muss gefüllt werden mit Respekt, Achtung, Akzeptanz, Verständnis, Vertrauen, Wärme, Kommunikation und auch Ehrlichkeit.
Das alles sind Dinge, die man zuallererst für sich selbst übrig haben sollte und dann für sein Gegenüber…..dazu gehört eben auch, sich zu verlieben, sich wieder zu entlieben, manchmal passt es halt nicht, das ist eben so….manchmal gehört dazu auch, Abstand zu geben oder auch Grenzen zu setzen und zu akzeptieren.
Natürlich ist das idealistisch und schwer zu leben, aber es birgt so manche Überraschung, so manchen kraftvollen und zufriedenen Moment und ein tolles Gefühl, zu bemerken, dass ich mich nicht auf dem Holzweg befinde.
Der Weg ist beschwerlich und zwei Schritte vor und einen zurück manchmal. Aber zu erfahren, wie sich die Antwort anfühlt, ist schon ein lohnendes Ziel.
Zugegeben, in diesem Leben schaff ich das vielleicht nicht mehr komplett, ich erfahr es vielleicht erst im Angesicht des Todes…….aber im nächsten Leben, da leb ich es dann….
…und dann feier ich vielleicht `ne Diamantene Hochzeit….oder was es da so gibt :-))