"Öffentliche Zustellung" nennt man in Behörden- und Gesetzeskreisen die Zustellung eines Briefes durch Aushang an öffentlich zugänglicher Stelle. Das ist manchmal notwendig, wenn ein Adressat verschwunden ist und niemand weiß, wo er abgeblieben ist.
Der Begriff "Öffentliche Zustellung" bekam aber einen ganz anderen wortwörtlichen Geschmack, als wir am Sonntag durch Schwelm lustwandelten und beim Aufstieg die Winterberger Straße hinauf auf eine einsame Bushaltestelle am Rande eines kleinen Parks stießen.
Dort stand ein Briefkasten auf dem Gehweg. Einfach so.

Dieser Postkasten ist mit einer dicken Kette und einem noch dickeren Schloß um den Stahlträger der Bushaltestelle gekettet.
Kein Name ziert das Zustellungsbehältnis und so dürfen wir uns jetzt unsere eigenen Gedanken darüber machen, wessen Post dort hineinkommt.
Die Zeitungen für einen Obdachlosen, der auf Bänken im nahen Park liegt? Gute-Nacht-Geschichten vom Versandbuchhandel für Fuchs und Hase? Beschwerdebriefe an die Verkehrsbetriebe? Oder dürfen hier gar die Briefe der Schwelmer Bürger an die Politik abgegeben werden? Schließlich ist der Kasten ja für Öffentliche Zustellung zuständig.
Ich glaube, ich werfe da mal einen Brief ein, um das Rätsel zu klären …