Am Rande Wuppertals verläuft die sogenannte „Sambatrasse“, eine ehemalige Bahnstrecke, deren Züge früher so schwungvoll ab Cronenberg pendelten, daß man sich darin vorkan, als würde man Samba tanzen. Heute sind die Gleise weitestgehend entfernt und auf den freigegebenen Streckenabschnitten ist ein Rad- und Wanderweg entstanden, der vom S-Bahnhof Wuppertal-Zoo hinauf nach Cronenberg führt.
Man betritt die Strecke, indem man bis zum Bahnhof (nicht Schwebebahnstation!) Wuppertal-Zoo mit der S-Bahn fährt und dann den einzigen Ausgang nimmt. Auf der Straße angekommen hält man sich links und folgt der abknickenden Vorfahrtstraße nach rechts. Gleich die erste Straße wieder rechts und am Ende ist dann dieser Wegweiser zu sehen.

Ab jetzt wird der Weg immer wieder durch Pflasterung angedeutete Schienen gekennzeichnet und er führt stetig bergauf. Bis auf einen Abschnitt hinter der Müllverbrennungsanlage geht es ausschließlich leicht bergan. Soviel zur Warnung. Zehn Kilometer können da für Ungeübte recht anstrengend werden.
Ein Highlight ist natürlich die Brücke über den Wuppertaler Zoo und eben über das Gelände der Tiger, die manchmal zu sehen sind.

Hier steht dann auch das berühmte Schild:

An den ehemaligen Haltepunkten ist noch heute der Bahnsteig zu sehen und man bemühte sich bei der Erstellung des Weges auch um ein paar kleinere Erinnerungspunkte an die frühere Bahnstrecke.

Unterwegs geht es dann durch Felsgestein und Wald, sehr viel Wald. Immer wieder unterbrochen von herrlichen Brücken.

Mitten im frischen Grün gibt es immer wieder Tafeln mit Erklärungen zu den früheren Siedlungen und besonderen Orten entlang der Trasse zu lesen. Einige Bänke entlang des Wanderweges laden zur Rast ein. Fehlende Mülleimer allen Ortes fordern zur Sauberkeit auf.

Hier dann zwischendurch ein Ausblick auf der Tunnel Hahnerberg, den momentan sichersten Tunnel Deutschlands. Schlagartig lässt dann auch der Verkehrslärm nach, wenn der Tunnel erreicht ist.

Eine Kleingartensiedlung nahe der Müllverbrennungsanlage und einem der Haltepunkte der ehemaligen Bahn. Immer noch sinnigerweise als Betriebsgelände der Deutschen Bahn gekennzeichnet und selbstverständlich mit stolz erhobenem Signal versehen.

In Cronenberg angekommen, jedoch noch nicht am Ende der Trasse, wird demonstriert, wie verbunden man sich hier von einem der höchsten Punkte Wuppertals aus mit der Welt verbunden fühlt. Theoretisch wäre ja auch von hier aus mit der Bahn die ganze Welt zu bereisen gewesen.

Allerdings wohl eher kaum mit diesem damals genutzten Fahrzeug 😉

Sagenhaft schöne Ausblicke verführten uns dann zu der leichtsinnigen Aussage „Hier müßte man gut wohnen können“.

Und am Ende der Trasse steht ein Gasthaus, das auf seiner Rückseite mit hausgemachter Gulaschsuppe einlud. Übrigens ebenso wie alle anderen Gasthäuser an den Haltepunkten. Ob das die gleiche Suppe war?

Das endgültige Ende der Sambatrasse und damit fast 10 Kilometer vom Ausgangspunkt entfernt. Hier steht das alte Signal auf freie Fahrt und wer mag, kann nun von hier aus leichten Fußes oder Rades bergab zurück fahren.

Bei sehr schönem Wetter dürfte es auf diesem Wander- und Fahrweg sehr voll werden. Daher empfehlen wir dann die frühen Vormittagsstunden. Schnellfahrern unter dem Radlern dürfte die Strecke keinen Spaß machen, weil fortwährend Walkern, Kinderwagen, Kindern und Spaziergängern auszuweichen ist. Ab Endsignal der Strecke in Cronenberg folgt man der Ausschilderung für Radfahrer (oder hält sich in Richtung Kirchturm) und gelangt nach 700 Metern an die Bushaltestelle der Linien 625 und CE64. Diese fahren bis zum Wuppertaler Hauptbahnhof hinunter, von wo der Heimweg angetreten werden kann. Wer zu Fuß gehen möchte, hat rund 12 Kilometer vor sich.
Von diesem Endpunkt aus sind noch einige weitere Rad- und Wanderwege nutzbar. Darauf haben wir allerdings für den Anfang verzichtet. Empfehlenswert ist dieser Weg für Familien mit Kindern und ältere Menschen. Unterwegs kann eingekehrt werden, doch sollte man die Steigung nicht verachten.
Natürlich ist aus Cronenberg alles sehr gut zu erreichen, wie es sich für eine Metropole angrenzend an Wuppertal gehört *gg*
Allerdings ist es der Tunnel Burgholz und nicht der Tunnel Hahnerberg. Dieser ist wesentlich kürzer und nicht so steil.
Ab Neukuchhausen abwärts lässt es sich auch gut wohnen. Quasi so wie in Cronenberg 😉
Und die angesproche Bushaltestellen wird nicht nur von den benannten Bussen sondern auch noch vom CE65 (2 CityExpress für eine Metropole halt :wink:) angefahren. Des Weiteren noch die 633, dem "internen Bus" Cronenbergs.
PS: Fast wäre meine Fahrschule zu sehen gewesen ^^