Ich habe noch kein DSL, doch das war schon vorher angekündigt und beunruhigt mit nicht. Ich könnte ohnehin nicht in meiner Wohnung surfen, da das Büro in der Prioritätenliste des Aufbaus realativ weit hinten steht.
Die alte Wohnung gebe ich morgen an den Nachmieter, nachdem ich die Löcher zugespachtelt habe und meinen letzten Kram (Werkzeug, Fegedreck und ein paar vergessene Kleinigkeiten) ausgeräumt habe.
In der neuen Wohnung steht der Kühlschrankschrank mitsamt Gerät an Ort und Stelle und funktioniert einwandfrei. Die Küchenzeile habe ich inzwischen in Waage und die erste von zwei Arbeitsplatten ist angebracht. Der Herd funktioniert und hat uns heute auch planmäßig Pizza gebacken 🙂
Die Küche steht überhaupt ganz oben auf der Liste und ich denke mal, spätestens übermorgen Abend ist sie fertig und wartet auf das Einräumen des Geschirrs. Dann sind alle Kartons aus der Küche verschwunden und sie ist fertig.
Zwischendurch helfe ich immer wieder im Kinderzimmer und auch dort wird es langsam wohnlich.
Nun zur Frage, wie es mir / uns geht. Wir sind zerschlagen, alle die geholfen hatten. Da wir ja nun keine zwanzig mehr sind, trugen wir allerlei Blessuren und Überanstrengungen davon. Alle Helfer wußten mit ihren Kräften umzugehen, doch sie haben auch, einschließlich mir, reichlich Grenzen überschritten. Ein alter Rücken trägt eben nicht mal eben mehr 20 Kilo ein paar mal Treppen rauf und runter, ohne Schaden zu leiden.
Ich selbst habe Blutergüsse an den Schultern, Knien und den unmöglichsten Stellen. So auch am linken Handgelenk in Handtellergröße. Ich habe nicht die gerinste Ahnung, wann und zu welchem Anlaß das geschehen sein sollte. Es tat einfach nicht weh. Auch Schnitte an den Händen merkte ich erst, als das Blut lief und zufällig der Blick darauf fiel. Daran erkennt man wohl den Ausnahmezustand. An der Außenseite des rechten Knies (das unfreiwillig punktierte) prangt ein handgroßer Bluterguß, dessen Herkunft ebenfalls schleierhaft ist, jedoch ein paar dumme Störungen verursacht.
Ingesamt bin ich derzeit etwas gereizt, Paracetamol ist nicht mehr mein bester Freund und jeder Schritt ist noch immer sehr schmerzhaft. Ich würde lieber auf dem Sofa sitzen und fernsehen.
Andererseits habe ich Spaß am Schaffen und das Riesenpuzzle in meiner Wohnung ist äußerst reizvoll. Ich mag es, Möbel zusammen zu bauen und ich mag den Erfolg meines Schaffens sehen.
Insofern war der Umzug eine Gelegenheit, Altes hinter sich zu lassen, vieles anders zu machen, Grenzen zu erfahren und zu überschreiten und Lasten abzulegen oder auf viele Schultern zu verteilen.
Man stelle sich nun mein Wohnzimmer im jetzigen Zustand vor. Man steht im Türrahmen und schaut in Richtung Fenster. Links steht der Wohnzimmerschrank und zwischen der Wand zur linken Hand und dem Schrank türmen sich Bücher vom Türrahmen bis zur Wand etwa 2 Meter hoch. Rechter Hand steht die Sofaecke und vom rechter Teil des Türrahmens bis zum Sofa stehen die Umzugskartons in 5 Stück übereinander, drei Reihen tief und zu dritt nebeneinander. Geradeaus und somit links neben dem Fenster stehen ein paar Kartons, die gerade ausgepackt werden. Rechts neben dem Fenster und zwischen Sofaecke und Fensterwand stehen in Türmen die CDs gochgestapelt und die Schallplatten lehnen an der Wand neben jeweils drei Kisten Büchern die in Zweierreihen beieinader stehen. In der Mitte steht der Fernsehtisch, der zur Zeit als Tisch für alles herhalten muß.
Und nun habe ich mir es gegönnt, meine Stehlampe anzuschließen und einzuschalten. Was soll ich Euch sagen: Es gab ein warmes Licht, daß das Weiß der Zimmerdecke und der Wände in einen sanften Farbton milderte und das Buchefarbene des Schrank und vom Laminat noch wärmer machte.
Ich hatte einen sehr stolzen Moment in dieser Situation. Und ich stellte fest, es war ein guter Entschluß, umzuziehen.