Metallica, Zoo, Küchendunst und Auto

Einige volle Tage im ungewohnten Rentnerdasein liegen hinter mir. Ich befinde mich gefühlt noch im Urlaubsmodus mit der Gewissheit einer Arbeitslosigkeit und schreibe weiter fleißig Bewerbungen. Aktuell habe ich noch keine Ergebnisse aus Vorstellungsgesprächen und keine Antworten zu den Bewerbungen. Die Informationskultur ist sozusagen nicht mehr vorhanden. Und wenn ich den Kanzler höre, der im Grunde sagt, dass wir alle faul sind, könnte ich im mal gehörig die Meinung vor die Füße kotzen.

Jedenfalls hatte die Liebste den Wunsch nach einer Dunstabzugshaube in der hiesigen Küche geäußert und wir wurden uns relativ schnell über das Modell einig, das drei Tage später geliefert wurde. Im örtlichen Handel gab es nichts, was auch nur annähernd gepasst hätte. 90 cm breit, Schräghaube, schwarz, leistungsstark und leise, so die Vorgaben. Am Ende waren 202,00 € incl. Versand und zwei Jahren Garantie statt Gewährleistung zu zahlen. Eine Tag später hatte die Liebste ihren Wandertag und ich meine Ruhe, was das Anbringen anging. Sieben Bohrlöcher und drei Stunden später hing das gute Stück an der Wand, macht einen guten Eindruck, die Küche war wieder sauber und alles Gerät wieder an Ort und Stelle verräumt. Gewöhnungsbedürftig war der Liebsten, dass Schräghauben nicht geöffnet werden, wenn es dampft, sondern unten und an den Seiten absaugen. Was vorgestern dann deutlich sichtbar wurde, als das für den heutigen Sonntag vorbereitete Gulasch gebraten wurde.

Am Freitag ging ich mit dem Schwiegersohn zu einem Tribute-Konzert für Metallica mit der Band und dem Orchester Orion von Tobias Regner, einem früheren DSDS-Teilnehmer. Der macht seit nun mehr 23 Jahren Musik von Metallica und das keineswegs schlecht, wie ich finde. Nur der Mensch an der Tontechnik hatte mal wieder ganz offensichtlich den Ton nicht an den Saal angepasst. Der Sound war völlig übersteuert, das Orchester zwischen den E-Gitarren fast nicht zuhören und der Gesang nicht zu verstehen. Das ist dann wirklich schade. Ich kenne nicht viele Songs von Metallica und so stand es am Ende der Show 19 Titel insgesamt zu vier mir bekannten. Aber Spaß hatte ich dennoch. Witzig ist für wieder wieder, dass beim Blick auf die Köpfe im Saal (ich saß auf der Empore) nur Platte und Silber zu sehen war. Die Generation Ü60 war überdeutlich in der Mehrzahl. Es wird Zeit für eine Übergabe an die jüngeren Generationen.

Am gestrigen Samstag haben wir den Tag mit den Enkelkindern im Wuppertaler Zoo verbracht. Für Leute, die den nicht kennen: Das ist der einzige Zoo Deutschlands, in dem es gefühlt nur bergauf geht. Für Schmerzpatienten wie mich gibt es genügend Bänke und ich war in verblüffend guter Form. Vermutlich dank eines experimentell von mir eingesetzten neuen Medikaments, dass mir meine Schwester empfohlen und mitgegeben hatte. Jedenfalls hielt ich gut durch, hatte eine Menge Spaß mit den Kleinen und fiel am Abend kurz nach 20 Uhr müde ins Bett.

Am Montag geht das Auto im nunmehr zarten Alter von fast 9 Jahren für einige Tage zum Aufbereiter. Ich ertrage dieses Biotop nicht mehr, das sich in allen Ecken sammelt. Auf das Ergebnis von viel Geld und drei Tagen Busfahren bin ich sehr gespannt.

Gestern war nichts

Gestern früh hatte ich noch nichts für diesen einen der letzten Urlaubstage vor. Perspektivlosigkeit hätte man es nennen können. Zumindest am Morgen, wie es aussah. Rückblickend wurde es anders.

Die Liebste war nun nach einer knappen Woche der Elendigkeit durch eine nicht näher zu identifizierende Krankheit wieder auf dem Wege der Besserung. Aus ebenso unerfindlichen Gründen behielt sie nun das moderate Essen bei sich und kam langsam wieder zu Kräften. Die Ursache der kurzfristigen Erkrankung bleibt ungeklärt. Der Hausarzt stellte eine Ungewöhnlichkeit im Blutbild fest, die für uns jedoch aufgrund ihrer fiesen Grunderkrankung normal ist. Das muss er erst noch verstehen, doch den Termin mit ihm in der kommenden Woche nimmt sie wahr. Zumindest ist meine Sorge um sie deutlich weniger geworden.

So sind wir dann gegen späten Vormittag mit dem Auto unterwegs gewesen, um dem Navi ein längst fälliges Kartenupdate zu verpassen. Das soll beim eingebauten Gerät für die mitgelieferte Software blöderweise bei eingeschalteter Zündung passieren. Da das Update jedoch eine gute dreiviertel Stunde dauert, fahre ich dann lieber irgendwo hin und erledige Nützliches. So fuhren wir also zur Garage des Wohnwagens, lieferten eine elektronische Wasserwaage dort ab und testeten sie sogleich. Eine leere Gasflasche sollte gegen eine volle getauscht werden, was dann auch punktgenau zum Ende des Updates gut funktionierte. Leider hatte ich beim Tausch nicht aufgepasst und mir fiel erst hinterher ein, dass ich für die 5 kg-Füllung den Preis einer 11 kg-Füllung bezahlt hatte. Mein Hirn hatte vermutlich eine Auszeit genommen. Reklamation unnötig, da ich dazu immer noch zu sozial und schüchtern bin.

Am Nachmittag begann ich ein altes Taschenbuch zu lesen, dass meine Schwester mir für einen Freund mitgegeben hatte. Bis gestern Abend hatte ich mehr als die Hälfte der rund 360 Seiten durch. Was auch mal wieder gut war, nur nicht für meinen Rücken. Aber irgendetwas ist ja immer.

Der vom Schwiegersohn zu Weihnachten hergestellte Eierlikör musste weg und war mir allerdings zu wenig alkoholisiert und schon zu verfestigt. Nach zwei Gläschen war es dann Schluss damit.

Den schlechtesten Film aller Zeiten haben wir dann um 20.15 Uhr auf irgendeinem Sender im Magenta TV begonnen und zu unserer Überraschung festgestellt, dass er aus dem Jahre 2024 stammte. Da hat der Sender wohl so eine geballte Ladung an schrottigen Billigproduktionen an Z-Movies aufgekauft. Sowohl das Schauspielen als auch die Tricks entsprachen eher den 70er Jahren und erinnerten stark an „Als die Frauen noch Schwänze trugen (oder hatten)“. Furchtbar.

Jedenfalls war der Tag dann doch gefüllt und heute sortiere ich meine Unterlagen ein, die sich ein Jahr lang angesammelt haben. Ziel ist die zeitnahe Abgabe der Steuererklärung, sobald die letzten Bescheinigungen eingetroffen sind.

Auf ein Neues, oder wie es so heißt

2025, uff.

Da war ja mal gut etwas los, wenn ich mich anhand der Fotos in meinem Handy so richtig erinnere.

Es begann mit dem Jahreswechsel an der Nordsee mit guten Bekannten gemeinsam in einer Ferienwohnung. Deren Vermieterin habe ich dann fairerweise bei der Rückgabe der Wohnung gezeigt, wo sie nachbessern müsste, damit es zukünftig bei booking.com keine miesen Bewertungen gibt. So bin ich und ich fühle mich besser dabei, als wegen irgendwelcher eigenen Blödheiten schlechte Bewertungen zu schreiben. Immerhin war es schön an der Nordsee, auch wenn wir damals nicht ahnen konnten, dass zu Ostern die Bekannte urplötzlich übelst verreckt ist (tut mir leid, anders kann ich es nicht ausdrücken).

Im Januar habe ich das VW Discover Media aus unserem Tiguan rausgeschmissen und ein China-Gerät mit Android testweise eingebaut. Nachdem der Verkäufer jedoch einige technische Mängel bei der Anbindung an das Fahrzeugmenü nicht regeln konnte, bekam ich mein Geld zurück und habe das Teil noch immer im Schrank liegen. Das Gerät braucht einen Golf 7, den der Schwiegersohn hat, das Gerät aber nicht will.

Im Januar waren wir auch im Miniaturwunderland in Hamburg, gemeinsam mit den Kindern und Enkelkindern. Das war wundervoll und ich Opa freue mich riesig über die Freude und das Staunen der Kleinen. Die Enkeltochter hat beim Gang durch die Mönckebergstraße erstmals „Stolpersteine“ gesehen und über die böse Vergangenheit Deutschlands erfahren.

Auch noch im Januar haben wir ein Konzert mit Max Raabe und dem Palastorchester gesehen, was einfach wunderbar war. Seitdem will ich auch mit Hummeln bummeln.

Im Februar hatte ich einen Stand auf einer Buchmesse in Solingen und wenn ich nicht schon damals eine weitere Buchmesse schon gebucht und bezahlt hätte, wäre es auch die erste und letzte gewesen. Ich habe zwar Spaß gehabt aber sozusagen mein Geld verbrannt.

Im März begann der „graue Star“ im rechten Auge unglaublich schnell Einschränkungen zu erzeugen. Ich vereinbarte einen Operationstermin und schob meine Angst vor mir her wie eine Bugwelle. Dennoch besuchten wir Helge Schneider und hatten durchgehend von der ersten bis zur letzten Minute mächtig viel Spaß dabei.

Es kam der April und mit ihm eine eskalierte Schleimbeutelentzündung des linken Ellenbogens. Sofortige Operation nach wochenlangem Salben und dann musste alles schnell gehen. Ich bin dann mit Gipsarm noch fahrfähig gewesen und so ging es in den Spreewald zu sauren Gurken und leckerem Essen.

Im Mai genas der Arm wieder und es ging auf die lange Reise nach Norwegen. Dazu braucht es sicher noch einen besonderen Bericht, doch die Reise hat sich absolut gelohnt. Sowohl von den Erfahrungen her als auch vom Gefühl, „völlig überlandschaftet“ zurückzukommen.

Im Juni wurde ich berühmt. Zumindest lokal und als Stimme für ein vorgelesenes Schild zu einer früheren Zecheneingang in der Region. Immerhin kann man mich nun jederzeit überall hören, wo ich nicht nur Kurzgeschichten erzähle. Ebenfalls im Juni landete ich geplant für viereinhalb Stunden auf dem Operationstisch und ließ mir den verschlossenen Wirbelkanal in der Lendenwirbelsäule wieder befreien. Der Erfolg lässt auf sich warten, das eingesetzte Stück Plastik anstelle der dort auch verlaufenden und leider verletzten Hirnhauthält immerhin die Hirnflüssigkeit, wo sie sein soll.

Den Juli über war ich schwer schmerzhaft daheim und habe überflüssigen Kram aus Schänken und Keller verkauft. Ich machte erste Erfahrungen mit dem Krankengeld.

Der August brachte mir zunächst etwas Mobilität und dann die beiden Augenoperationen. Ich bin nun mit insgesamt sechs künstlichen Dingen im Körper versehen. Drei Brücken in den Zähnen, die beiden künstlichen Linsen in den Augen und das Stück Duraplast in der Wirbelsäule. Der Androidenstatus rückt näher.

Im September habe ich das Auto etwas modifiziert und für die dunkle Jahreszeit Flutlicht für den Kofferraum eingebaut. Großer Spaß, als alles funktionierte. Eine Reise nach Wien musste dann als Härtetest für den Rücken herhalten. Leider kein Bestehen der Belastungsprobe, wie man ärztlicher- und therapeutenseits hinterher feststellte.

Im Oktober dann die zweite und diesmal wirklich letzte Buchmesse. Auch hier wieder viele Kontakte, aus denen nichts geworden ist und verbranntes Geld. Ich entschloss mich, meine Sammlung von 39 Kg Lego Technic-Bausätzen zu verkaufen. Beim Beschluss und den Inseraten ist es auch geblieben. 39 kg sehr gut erhaltenes und vollständiges Material für 200 € zu verkaufen, nein, so schlimm drückt es mich dann doch nicht. wir fuhren kurz an die Nordsee, um für Dezember alles zu erkunden und Tische in Restaurants zu reservieren. Macht man ja auch mal offline, nicht wahr?

Der November brachte mir die Kündigung der bisherigen Wohnwagengarage und die Anmietung einer neuen Garage in gleicher Größe, näher am Wohnort und mit besseren Konditionen. Wir führen nach Venlo, Weihnachtsdekoration einkaufen und müde Füße und schmerzenden Rücken abholen. Wir hatten außerdem das Vergnügen, Jürgen von der Lippe zu erleben. Das war auch schön.

Der Dezember bescherte mir die Aufgabe des Hintergrund-Supports für die Weltrekord-Teilnahme von Liebster, Tochter und Enkeltochter an der längsten Polonäse in Weihnachtsklamotten der Welt. Wir hatten sehr viel Spaß und Opa war im wahrsten Sinne des Wortes die feste Bank für Taschenablage, Kuscheln und Anfeuern. Außerdem fuhren wir an die Nordsee, ich trank heißen Apfelpunsch, aß jede Menge Fischbrötchen und heizte mehrmals täglich den Wohnwagen. Außerdem bekam ich eine Absage zu einer Bewerbung um einen neuen Job und aufgrund meiner sehr zufriedenstellenden Leistungen im Nebenjob eine Gehaltserhöhung. Aber nur im Nebenjob, versteht sich.
Außerdem kauften wir einen neuen Fernseher, der sich nicht mit dem alten Receiver vertrug und der neue Receiver vertrug sich nicht mit dem alten TV-Tarif. Somit ist nun alles neu und den alten Fernseher haben wir an jemanden verschenkt, der sich jetzt über ein riesiges Bild freut, wo vorher nur ein kleiner Bildschirm war. Der alte Receiver ist bei den Kleinanzeigen abgetaucht. Hatte ich erwähnt, dass ich Kleinanzeigen hasse? Entweder tut sich nicht oder die Leute sind doof. Hier ist nun der erstere Fall eingetreten.

Zwischenmeldung

Mal ne kurze Zwischendurch-Meldung von mir.
Es geht mir relativ gut, auch wenn ich gerade zwischen Arbeit, Nebentätigkeit, Ärztemarathon mit mehreren Operationsplänen, Enkelkindern, Wohnung optimieren, Auto optimieren, Dinge regeln und dem üblichen Kram ziemlich ausgelastet bin.

Im Moment haben wir zwei hier ziemlich viele Termine, eine große Urlaubsvorbereitung, eine Reisevorbereitung und sehr viel dies und das zu tun.
Von daher rauscht das alltägliche Leben gerade an mir vorüber. Es wird sich aber mehr oder minder zwangsläufig in einigen Wochen und Monaten wieder verlangsamen.