Lasst euch nur Zeit, ihr Pappnasen

Ich möchte vorweg schreiben, dass ich es absolut nicht leiden kann, in ein Kaufhaus zu gehen und dort Bekleidung für mich einzukaufen. Das ist die Hölle, was diese Suche, die Anproben und dieses Nichtfinden angeht. Nicht umsonst kaufe ich als zufriedener Kunde meine Schuhe schon seit sehr vielen Jahren in der JVA Remscheid, meine Jeans und die Meerschweinchen-Zelte, die als Unterhosen bezeichnet werden, bestelle ich bei einem bekannten Bekleidungshandel und die Hemden, wie auch die Unterhemden kauft die Liebste.

Doch nun stand nach weit mehr als 10 Jahren des dauerhaften Tragens der Kauf einer wasser- und windfesten Funktionsjacke an. Das Geschäft, in dem die aktuelle Jacke damals gekauft wurde, ist nicht mehr. Meine in Norwegen spontan gekaufte Ersatzjacke ist schön, befriedigt jedoch nicht ganz die gewünschte Windfestigkeit für den Winter. Also suchte ich online nach einer passenden Jacke.

Was mich richtig aufregt, sind die verschiedenen Auffassungen von Bekleidungsgrößen. Wo laut Maßtabelle eine 3XL passen sollte, lachte ich mich halb tot, weil ich nach der Lieferung und der folgenden Anprobe wie eine Wurst in praller Pelle aussah. Jacke Nr. 2 in 4XL eines anderen Herstellers bot den gleichen Anblick, nur mit viel zu langen Ärmeln. Wobei mir diese Jacke aufgrund ihrer Funktionalität, Dichtigkeit und der Reflektoren sehr gut gefiel. Also schickte ich beide Jacken an die unterschiedlichen Vertriebe wieder zurück und bestellte bei einem dritten Versandhändler die schöne Jacke in 5XL. Weil der Händler mit der 4XL-Jacke keine in 5XL auf Lager hatte. Bei beiden zurück gesandten Jacken bat ich um Erstattung des Kaufpreises.

So erhielt ich dann von einem der beiden Händler die Nachricht über den Eingang und die nun folgende Bearbeitung der Retoure. Eine Erstattung des Kaufpreises würde baldigst, jedoch frühestens binnen 14 Tagen erfolgen. Der zweite Händler bog die Palme noch viel weiter nach unten, indem er eine Rückerstattung des Kaufpreises, abzüglich von 5 € Gebühren, nach spätestens 30 Tagen versprach. Beides sind übrigens gestandene deutsche Unternehmen und keine Fake-Shops. Zudem kaufe ich nie in diesen Black-Irgendetwas-Wochen.

Ja sage mal, geht es noch? Nun verhungere ich nicht gleich wegen insgesamt 350 € für zwei Jacken. Aber es ist nun einmal ein Haufen Geld von mir, den andere in den Händen behalten, um damit was genau zu machen? Im Zeitalter der Online-Shops und digitalen Kontoführung sollte doch eine Rückerstattung binnen einiger weniger Tage möglich sein.

Man mag über Amazon schimpfen wie man will. Doch hier bringe ich eine Reklamation in die Packstation und wenn ich wieder daheim bin, ist mein Geld auf dem Konto, spätestens jedoch am anderen Tag. So geht Retourenbearbeitung, Ihr Pappnasen.

Ich scheue mich allerdings auch nicht, nach einigen Tagen die Rückzahlung anzumahnen. Auch wenn das sicher gegen alle AGB, Gewohnheiten und die angekündigte Bearbeitungszeit spricht. Und es mag vielleicht wenig tolerant sein, wenn ich keine Rücksicht auf vielleicht kleine Betriebe nehme, die sich gegen die Großen durchsetzen müssen. Alles gut, doch eine so lange Zeit der Rückerstattung von vorn herein auch anzukündigen, zeugt für mich von mangelnder Organisationsbereitschaft. Abgesehen davon war ich lange genug selbständig und bei Retouren und Reklamationen gab es sofort das Geld zurück. Denn auch das gehört zur Kundenbindung.

Übersetzungen von Kleinanzeigen-Codes

Ich sollte Übersetzer für Anzeigen-Codes werden. Mit echter Erfahrung und Intelligenz. Nicht mit KI.

„Charmante Wohnung“ = Bruchbude in schlechter Lage, frisch geweißt, um den Schimmel zu verdecken.

„Lichtdurchflutet“ = Im Sommer brütend heiß, dafür geht die Heizung im Winter nicht.

„Verkehrsgünstige Lage“ = Mitten in der Partymeile, Autoposer ab Einbruch der Dunkelheit direkt vor dem Schlafzimmerfenster.

„Einkaufsmöglichkeiten fußläufig erreichbar“ = Ein Tankstellenshop in fünf Kilometern bergauf.

„Kindergarten, Schule, Ärzte in nächster Umgebung“ = Hahaha, alle nehmen aber niemanden mehr auf, ihr Trottel.

„Freundliche Mietergemeinschaft“ = Ein „ehrenwertes Haus“, wie es Udo Jürgens einst besang.

„Gemeinschaftsgarten“ = Keiner mäht den Rasen und eine der Familien feiert an jedem Wochenende darin bis zum Morgengrauen.

„Liebevoll ausgebaut“ = Der Wohnwagen/das Wohnmobil ist mit Material aus dem Baumarkt zusammengefrickelt und mit unnützer Deko von Temu überladen.

„Treues Fahrzeug“ = Hat nie eine Werkstatt gesehen, keine Inspektionen bekommen und über die Defekte wurde großzügig hinweg gesehen. Lief ja immer, wozu auch reparieren?

„Gern genutztes Familienvehikel“ = Kühlschrank dient als Schuhschrank, den Stauraum unter den Betten haben sich die Hunde und alte Socken geteilt, Wände bemalt und Wartung war Glückssache.

„Sofort reisebereit“ = Du kannst die alten Socken und das restliche Abwasser behalten, das noch irgendwo herumgammelt. Und wir haben leider das Putzen in der Eile nicht mehr geschafft. Aber hej, dafür hast du eine Liste der Werkstätten in ganz Europa im Handschuhfach liegen, weil das Fahrzeug vermutlich nach 100 Kilometern wieder die üblichen Macken auslebt.

„Kleiner Wasserschaden behoben“ = Wir haben das Leck nicht gefunden, aber wozu gibt es Silikon und Wandfarbe aus dem Baumarkt?

„Keine üblen Gerüche“ = Wir haben keine Investitionen gescheut und jede Menge Febreze gegen die jahrelang mit uns im Fahrzeug schlafenden nassen Hunde versprüht.

Fortsetzung folgt.

Alphabet des Schicksals

Nächste Woche beginnt die erste Physiotherapie meines Lebens. Um die erste Reha-Kur-Dings meines Lebens bin ich ja mal wieder elegant drumherum gekommen worden.
Irgendwie schleicht sich bei mir rückblickend auf mein Leben das dunkelblau marmorierte Gefühl ein, dass ich für egal was es ist
a) zu alt bin
b) zu jung bin
c) nicht kaputt genug bin
d) zu kaputt bin
e) noch zu früh bin
f) zu spät bin
g) nicht qualifiziert genug bin
h) überqualifiziert bin
i) zu männlich bin
j) nicht männlich genug auftrete
k) die Frage nicht verstanden habe
l) zu viel auf die Frage geantwortet habe.

Ich könnte das auflistende Alphabet vollständig füllen. Doch vermutlich bin ich

m) zu langatmig erklärend
n) nicht ausführlich genug erklärend.

Wer es bis hierhin durchgehalten hat, wird vermutlich Gleiches denken und fühlen. Herzlich willkommen.

Betrüger ohne Ende

Gerade eben wieder getestet und zum wiederholten Mal Betrug aufgedeckt.
Meine daraus schon lange resultierenden Facebook Marketplace-Regeln aus Erfahrung:
1. Ist der Preis sehr günstig, sei wachsam!
2. Nutze die Google Bildersuche und prüfe, ob dieses Bild auch woanders auftaucht.
3. Kaufe NIEMALS per Vorkasse oder paypal friends. Spende das Geld lieber gleich an Leute, die es gebrauchen können. Oder verbrenne es, was der Vorkasse oder paypal friends gleichkommt.
4. Bestehe auf persönlicher Übergabe gegen Barzahlung. Findet der Verkäufer Ausreden, ist es Betrug.
5. Auch wenn es schwerfällt, frage niemals nach Versand bei weit entfernt angebotenen Artikeln. Wenn du nicht hinfahren kannst, vergiss es!
6. Auch Käuferschutz lässt sich inzwischen anscheinend übergehen. Vergiss den Versand! Auch wenn ich mich wiederhole.
7. Melde alle betrügerischen Artikel und die Betrüger als Betrug. Facebook wird sie nicht löschen oder manchmal sehr verspätet. Ist doof, aber mehr kannst du nicht machen.

Facebook Marketplace-Albernheiten

Da willlste was im Facebook Marketplace kaufen und schreibst die Anbieter (in diesem Falle nacheinander vier) per Nachrichtenfunktion an und was passiert? Keine Reaktion über Tage hinweg.
Da frage ich mich doch allen Ernstes, ob ich
a) zu höflich bin und in ganzen Sätzen geschriebene Anfragen die Leute überfordern,
b) all die hübschen Anzeigen ein Fake sind,
c) die Menschen doch nicht so häufig in den (a)sozialen Medien abhängen wie gedacht,
d) die Menschen einfach nur zu doof sind, die Nachrichten als solche zu erkennen.

Bitte ergänzt gern die Liste.

Der ewige Quell der Freude

Und wieder einmal Kleinanzeigen, dieses Mal als Kaufender.
Ich: Günstiges Angebot gefunden und selbstverständlich die anderen Angebote des Verkäufers angesehen. Alle sind günstig, schöne Bilder, Verkäufername ist „Privat“, also nicht offen sichtbar.

Ich: Höfliche Nachricht mit meinem Interesse am Artikel und wie wir das regeln, da wir rund 300 km voneinander entfernt sind.

Verkäufer: Schlägt Vorkasse mit PayPal Friends vor.

Ich: Erkläre, dass ich dann keinerlei Garantie für den tatsächlichen Versand habe und schlage das geschützte System von Kleinanzeigen zur Zahlung vor (Käuferschutz), alternativ normales PayPal mit Käuferschutz.

Verkäufer: Erklärt, dass er das nicht macht, weil er damit schlechte Erfahrungen habe. Bietet eine Kopie seines Ausweises an.

Ich: Lache herzlich, da der Trick sehr bekannt ist. Schlage vor, den Artikel am kommenden Wochenende persönlich gegen Barzahlung abzuholen.

Verkäufer: Das ist nicht möglich, weil der Artikel bis dahin bestimmt verkauft sei und er überhaupt keine Zeit für Übergaben hätte.

Ich: Meldung an Kleinanzeigen über offensichtlichen Betrugsversuch.

Schnauze voll vom Seriengerät

So, ich habe jetzt die Nase voll mit diesem Discover Media in unserem VW Tiguan und werde demnächst das Projekt „Austausch gegen ein Android-Gerät“ angehen.

Nachdem auch der Support bei VW die Sache mit dem CarNet-Dienst nicht mehr auf die Reihe bekommen hat und ich trotz TMC dreimal im Stau gelandet bin, wird jetzt gehandelt. Hinzu kamen so einige Dinge, die mich immer unbefriedigt ließen, zumal ich nicht bereit bin, auf Apple-Geräte zu wechseln, weil irgendwie auf Reisen immer der eine USB-Anschluss anders benötigt wird.

Der Kostenvoranschlag für den Austausch des Discover Media gegen ein Dynavin-Gerät betrug stolze 1.500 € in einer örtlichen Car Media-Werkstatt. Das Problem dort war die Beschaffung des neuen Rahmens und die Anbindung an den CanBus, wo angeblich auch Kabel durchtrennt und somit ein Rückbau bei einem möglichen Verkauf sehr aufwändig gewesen wären.

Nun hat AliExpress geliefert und in zwei Paketen wurde das neue Infotainment-System mitsamt eigenem Slot für die Simkarte, Sprachsteuerung, Anschlüssen für die zusätzliche Frontkamera, eine alternative Rückfahrkamera und vielen hübschen Dingen mehr geliefert. Mit dabei ist der CanBus-Adapter und der Rahmen. Kosten waren zum Zeitpunkt der Bestellung: 257,99 € incl. Versand. Kein Zoll. Ich werde das Gerät in Kürze verbauen und dann berichten.

Rahmen VW Tiguan für Android-Infotainer und CanBus-Adapter

Sammelort der Doofen

Inseriere etwas auf kleinanzeigen Punkt de und du erfährst binnen Sekunden, womit die Dümmsten der Verblödeten ihre Freizeit verbringen.

Meine Güte, weder lesen noch schreiben, geschweige denn Geschriebenes verstehen, scheint möglich zu sein.

Von insgesamt 80 Anfragen innerhalb von 30 Minuten sind zwei aufgrund ihrer Lesbarkeit und des offensichtlichen Verstehens des Angebots übrig geblieben.

Den Rest der Menschen hinter den Nachrichten mit teilweise nur einem Wort oder sogar nur einem Zeichen musste ich blockieren. Dabei waren Anfragen wie diese hier:
„intresse“
„halo“
„?“
„??“
„???“
„wieso antworten sie nicht“

Das erzeugt in mir Aggressionen und ich bin dankbar für die Funktion „Nutzer blockieren“.

Ärsche auf der Autobahn

Und dann war da noch in einem kleinen Stau auf der Rückreise vor uns der Reisebus, durch dessen Heckfenster uns nackte Ärsche gezeigt wurden.

Etwas später hielt der Bus auf einem Parkplatz, an dem wir vorüberfuhren. Fußballfans vor dem Bus, davon einige splitterfasernackt mit Bierdosen und -flaschen in der Hand.

Der Parkplatz war voller anderer Reisender, darunter sicher auch Kinder.

Das ist die Gesellschaft, die ich zutiefst verachte und die nur unter „Fans“ dieser einen Sportart vorkommt. Und das sind die Männer (ich kann mir nicht vorstellen, dass Frauen so etwas tun), denen ich wünsche, dass irgendwer Bilder von ihnen ins Netz stellt und sie die Konsequenzen ihrer Dämlichkeit durch Verlust ihres Studien-, Arbeits- und WasauchimmersolcheAssistun-Platz spüren dürfen.

Ich hätte sie wegen allerlei netter Straftatbestände anzeigen können. Aber will sich ernsthaft jemand mit einer Meute besoffener Fußball“fans“ konfrontiert sehen? Und genau das wissen sie.

Wir haben nur an den armen Busfahrer gedacht, der diesen sicher später vollgekotzten, -gepissten und verdreckten Bus wieder reinigen muss. Soviel Geld könnte mir niemand zahlen, dass ich eine solche Horde fahren würde.

Wir brauchen keine StVO mehr

Auf der Hin- und Rückfahrt zu und von unserem letzten Urlaubsort ist mir aufgefallen, dass wir in Deutschland für die Zukunft viel mehr Geld sparen können, indem wir alle Verkehrszeichen abbauen und die Straßenverkehrsordnung aufheben. Denn es hält sich gefühlt niemand mehr an die Regeln.

– Rettungsgasse? Fehlanzeige, da alle LKW beim Anblick eines Staus auf die mittlere Spur wechseln und die PKW auf dem Standstreifen weiterfahren.

– Geschwindigkeitsbeschränkungen? Durchgehende Betrachtung als zu ignorierende Empfehlung.

– 80 km/h Höchstgeschwindigkeit für LKW? Ich wurde mit meinem Wohnwagengespann permanent mit knappen und guten 100 km/h überholt.

– Blitzer? Vor dem Blitzer Vollbremsung bis deutlich unter der Geschwindigkeitsbegrenzung und unmittelbar nach dem Blitzer wieder Vollgas.

– Rotlicht an Ampeln? Solange der Querverkehr nicht anfährt wird das Anhaltegebot eher als Empfehlung betrachtet.

– Abstand? Nur weniger als drei Meter Abstand auf der Autobahn hilft bei der Beschleunigung des Voranfahrenden.

– Rechtsfahrgebot? Guter Witz!

– Handyverbot? Nie gehört!

Es herrscht im Straßenverkehr Anarchie, weil es keinerlei Überwachungsdruck mehr gibt. Das andauernde Gebrülle „Überwachungsstaat“ hat inzwischen Wirkung gezeigt. Der deutsche Zwang zum Überholen ist nicht mehr nur eine Zwangsstörung, sondern Normalität. Die Einstellung „10 km/h drüber kostet nichts“ ist inzwischen zu „kontrolliert ja keiner“ geworden.

Sinkende Zahlen der Verkehrstoten berechtigen zur Anarchie. Und dem kann der Staat begegnen, indem wir alle Regeln abschaffen. Macht doch einfach, was ihr wollt, weil ihr sowieso schon macht, was ihr wollt.

Es fällt mir immer schwerer, im deutschen Straßenverkehr gelassen zu bleiben. Wo sind die Wächter, wenn man sie braucht?