Leider musste es mal wieder sein

Da machste mal wieder was mit Kleinanzeigen und schon schlägt in Form von Nachrichten die deutsche Blödheitskeule wieder gnadenlos zu.

Wir werden alle nicht im dritten Weltkrieg sterben, sondern höchstens, weil irgendein dummer Mensch nach seiner vierjährigen Einarbeitung fragt „Warum stehtn hier, >>Nicht drücken!<<?“ *Drück* *Raketenstart* *Alle tot*

Warum ich 90 Prozent der Video-Tutorials verachte

Video-Tutorials sind seit einiger Zeit offenbar unter jüngeren Menschen das Allheilmittel gegen Unkenntnis. Du weißt nicht, wie man tapeziert? Frag nicht deine Eltern (die vermutlich auch keine Ahnung, keine Zeit oder keine Lust auf Erklärungen haben), frag YouTube. Oder Google, das auf die Seiten von Youtube führt. Du willst wissen, wie man das Getriebe an deinem alten Auto wechselt, ein Buch schreibt, ohne Musikkenntnisse binnen 24 Stunden eine Gitarren-Live-Show hinlegt oder auch den kompletten Bekleidungsstil verändert, um eine gute Partnerschaft zu erhalten? Dann schau dir ein Tutorial an und …

… fruste dich nicht, wenn es nicht klappt. Es gibt ja noch Millionen andere dieser Videos von echten und völlig verblödeten Tippgebenden, die mit Dir einen Haufen Geld für nichts generieren.

Ja, es geht um Geld. Youtube installiert unabschaltbare Werbung vor jedes Video und die Videomachenden können noch einmal selbst bestimmen, wie oft weitere Werbung eingeblendet wird, um Geld zu beschaffen. Das führt dann neben der immer wieder mit großem Mißfallen von mir beobachteten Eigenwerbung durch Wort, Bild und „Subcribe“-Einblendungen zu Einnahmen für die Videomachenden und Nervenverlust von Leuten wie mir. Wenn mir beispielsweise ein Tutorial für den Ausbau der Türverkleidung meines VW versprochen wird, was insgesamt keine fünf Minuten Arbeit bedeutet, ich jedoch 25 Minuten Video schauen muss, davon 10 Minuten Werbung in eigener Sache, dann ein anderes Auto als meinen VW betrachte, weil das gerade „in“ ist, nur um zum Schluss zwei verwackelte Aufnahmen von Schraubenlöchern an einer nicht näher zu identifizierbaren Stelle zu sehen, dann passt da Vieles nicht. Das geht mir leider nicht nur in Einzelfällen so, sondern inzwischen überwiegend. Diese eigene Beweihräucherung als Hauptzweck einer eigentlich guten Sache geht mir tierisch auf den Geist.

Ich habe selbst lange Zeit Tutorials erstellt und das bereits zu Zeiten, als es mit den kleinen Filmchen noch nicht möglich war. Bild für Bild fotografiert, mit erklärenden Texten in einfachen Worten ergänzt und schon war die Schritt für Schritt-Anleitung geboren. Die mit wenig Zeitaufwand half und für sich allein genügend Werbung für mich war. Ich verdiente kein Geld damit. Wozu auch Geld für etwas nehmen, dass ich Wissen nenne und gern weitergebe, wenn es einer anderen Person hilft? Meine Philosophie ist, dass das Wissen dieser Welt allen Menschen kostenlos zur Verfügung stehen muss, sonst kommen wir als Menschheit nicht voran. Es könnte auch Kriege verhindern, Armut vermeiden und vielleicht auch die Bremse von Krieg in Richtung Frieden werden. Könnte, ich weiß.

Jedenfalls empfinde ich diese unsäglichen Tutorials nicht nur vom Aufbau und Anspruch her unbefriedigend, sondern zu einem nicht geringen Anteil auch als nutzlos und sogar gefährlich. Da wird von 20 Minuten Video in drei Minuten tatsächlichem Inhalt gezeigt, wie man einen Autoscheinwerfer austauscht. Es fällt jedoch kein Wort über die Typenzulassung und die dringend nötige Einstellung der Scheinwerfer.

Ein anderer, selbst ernannter Tutorialgott des Campings erklärt, dass man „diesen Fehler beim Abstellen der Gasflaschen im Wohnwagen keinesfalls machen soll“, erwähnt jedoch mit keinem Wort, was genau er nun meint und was genau man niemals machen soll. Und ich habe beim Anblick der beiden Gasflaschen in den 60 Sekunden tatsächlichem Inhalts des Videos auch auf den ersten Blick nichts gefunden, was gefährlich wäre.

Die fachlich fundierten Inhalte liegen weit hinter denen der Eigen- und Fremdwerbung zurück. Es gibt auch keine Möglichkeit, Tutorials als gefährlich einzustufen, völligen Blödsinn darzustellen oder gar löschen zu lassen. Denn alle Videos laufen auf ausländischen Servern unter ausländischen Regeln und wir wissen ja alle am Beispiel facebook, dass selbst die schlimmsten Beiträge niemals „gegen die Gemeinschaftsstandards verstoßen“.

Was also am Ende als meine Empfehlung übrig bleibt, ist der Hinweis darauf, kritisch zu bleiben und versuchen, einen gesunden Menschenverstand zu entwickeln. Im Zweifelsfalle fragt live und im echten Leben jemanden, der so etwas schon mal gemacht hat. Ich habe zum Beispiel alles über Elektrik von meinem Großvater, meinem Vater und einigen Handwerkergesellen und -meistern gelernt. Autoschrauben durch Helferarbeiten und Mitarbeit bei Gesellen und Meistern der Branche, Dachdecken mit einem Dachdecker, und so weiter. Manche Dinge und Fähigkeiten habe ich mir selbst beigebracht, wie die Sache mit Hard- und Software in Computern. Doch auch da war der Weg sehr lang, bis alles sicher war und ich dieses Wissen reinen Gewissens weitergeben konnte.

Bleibt also kritisch, fresst nicht jeden Dreck, der euch vorgeworfen wird und macht es wie bei gesundheitlichen Diagnosen, mit denen ihr nicht einverstanden seid: Holt euch eine zweite und ggf. dritte Meinung ein.

90 Prozent der Tipps in Videotutorials und 99 Prozent der Tipps in Foren sind inzwischen aus meiner Sicht blanker Unsinn. Wenn man das weiß, ist schon viel gewonnen.

Kleinanzeigen aus der Hölle

Ich stöbere gern in den diversen Facebook-Gruppen und Kleinanzeigenportalen. Oft aus einfachem Interesse, wie die Marktlage für Gegenstände ist, die ich daheim aufbewahre. Ich lese Texte, schaue mir die Bilder an und wenn ich gebrauchte Dinge suche, geht es auch schon mal gezielt auf die Reise durch diese Angebotsportale. So auch kürzlich für unseren benötigten Fahrradträger für die Anhängerkupplung und aktuell mal wieder für eine andere Wohnung. Wobei Letzteres ein anderes Thema ist.

Was ich in vielen Anzeigen sehe, sind maßlos überzogene Preisvorstellungen. Gerade bei Fahrzeugen wie Anhängern und so ziemlich allem, was mit Fahrzeugen zu tun hat, werden Preise aufgerufen, die fernab von Gut und Böse sind. So sah ich heute einen mehr als 20 Jahre alten, verrosteten Anhänger einer Marke, die es nicht mehr gibt, verranzt, verbeult, mit Rostflecken in allen Ecken und mit dem Hinweis, dass er etwas Liebe benötigen würde, für 1.100 € Festpreis. Da hilft auch die Begründung eines historisch wertvollen Fahrzeugs nichts mehr. Der Verkäufer hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, das Teil wenigstens noch vorher vom Garagenstaub zu befreien.

Stichwort Mühe geben ist auch noch so eine Sache. Liebe Leute, wenn ihr euren Wohnwagen verkauft, räumt die Kiste wenigstens auf und fotografiert erst dann, wenn es nicht mehr aussieht, als hättet ihr euch kurz nach einer Orgie dazu entschlossen, den Müllhaufen zu verscherbeln. Da hilft auch nicht der niedliche nasse Vierbeiner auf dem Bett und das Spiegelbild des Fotografen mit freiem Oberkörper und in Unterhose beim fotografieren des vergilbten Bades mit auftapezierten Blümchen.

Auch wenn ich schon lese, dass „liebevoll selbst ausgebaut“ wurde und dann die blanken OSB-Platten-Selbstbauschränke schon das zulässige Gesamtgewicht in Gefahr bringen, fällt mir nichts mehr ein. Dagegen sind überdekorierte Wohnmobile, die voller Stolz ebenfalls als „liebevoll und aufwändig renoviert“ präsentiert werden, mit normalen Tapeten und rosa Anstrichen der ursprünglich mit Buchenholz laminierten Möbel schon fast normal. Da wird die Toilette aus dem Camper rausgerupft, um aus dem Raum eine Rumpelkammer, Verzeihung einen Kleiderschrank zu machen. Das selbst gebaute Festbett wird als praktisch in den Maßen 180 cm mal 140 cm angepriesen und als Raumsparwunder dargestellt. Natürlich ist der Wohnwagen trocken und bis auf den behobenen Wasserschaden im Heck, der nur noch etwas Farbe braucht, sofort reisebereit.

Ich neige gerade bei den vielen Anfragen von Neulingen in der Camperwelt dazu, ihnen meine Hilfe bei der Besichtigung ihres Objekt der Begierde anzubieten. Mich beschleicht das Gefühl, dass momentan derart viele Bekloppte und Betrüger inserieren, dass man nur noch mit viel Erfahrung davor bewahrt wird, auf solche Leute reinzufallen und viel Geld für Müll auszugeben. Und damit meine ich keineswegs die offensichtlichen Betrüger, die Vorkasse per PayPal friends verlangen oder ein Wohnmobil mit 35.000 km Tachostand und vier Jahren auf dem Buckel für 20.000 € anbieten. Wo dann das gute Stück zufällig gerade in Finnland steht und für die Überführung 500 € Vorschuss an eine Transportfirma nötig sind. Wer darauf reinfällt, hat es nicht anders verdient.

Nein, vielmehr sind es die Leute mit der festen Überzeugung, dass mit gebrauchten Dingen ein derart gutes Geschäft zu machen ist, dass eine Aufwertung durch die Anbringung von LED-Stripes vom Lidl automatisch zu einer Aufwertung von 1.000 € wegen des „stylischen Upgrades“ führen muss. Ich wünsche diesen Menschen keinen Verkauf. Obwohl sich leider immer wieder ein Dummer findet. Aber das ist ja ohnehin meine Theorie zum Untergang der Menschheit. Wir werden uns aus purer Blödheit selbst vernichten, weil irgendjemand irgendwann den falschen Knopf drückt oder statt einer Flasche Cola das Tor zur Hölle öffnet. Die Kleinanzeigen sind nur die Vorstufe dazu.

Ersthelfer mit Lehren daraus

Unfall mit Senior und EBike.
Auf dem Rückweg von der Physiotherapie bin ich auf einsamer und abschüssiger Landstraße auf einen Mann Ü70 gestoßen, der neben seinem EBike aus vielen Wunden stark blutend saß. Sein Freund hatte, ebenso wie er selbst, nichts dabei. Nicht einmal ein Taschentuch.
Ich legte Druckverbände an, stellte seine zeitlichen und örtliche Desorientierung fest und bat eine weitere eingetroffene Helferin um den Notruf.
Der Mann war mit hoher Geschwindigkeit an einem Müllwagen vorbeigefahren und als dieser nach Beladung wieder anfuhr, erschrak der Radler und machte eine Vollbremsung. Das Vorderrad blockierte und er überschlug sich nach Zeugenaussage mehrfach.
Der Fahrradhelm hatte sich in Stirn und Nacken gepresst und Wunden verursacht. Ohne Helm wäre der Kopf des Mannes geplatzt.

Mein Fazit und Rat:
1. Helm
2. Fahrtraining mit EBike
3. Fahre nie schneller, als du noch sicher anhalten kannst
4. Lerne nicht nur fahren, sondern trainiere auch Notfallmanöver ( siehe 2.)
5. Hab immer irgendetwas dabei, was deine Identität feststellen lässt.

Ich brauche jetzt einen neuen Verbandkasten und lege Reinigungstücher mit hinein.

Alphabet des Schicksals

Nächste Woche beginnt die erste Physiotherapie meines Lebens. Um die erste Reha-Kur-Dings meines Lebens bin ich ja mal wieder elegant drumherum gekommen worden.
Irgendwie schleicht sich bei mir rückblickend auf mein Leben das dunkelblau marmorierte Gefühl ein, dass ich für egal was es ist
a) zu alt bin
b) zu jung bin
c) nicht kaputt genug bin
d) zu kaputt bin
e) noch zu früh bin
f) zu spät bin
g) nicht qualifiziert genug bin
h) überqualifiziert bin
i) zu männlich bin
j) nicht männlich genug auftrete
k) die Frage nicht verstanden habe
l) zu viel auf die Frage geantwortet habe.

Ich könnte das auflistende Alphabet vollständig füllen. Doch vermutlich bin ich

m) zu langatmig erklärend
n) nicht ausführlich genug erklärend.

Wer es bis hierhin durchgehalten hat, wird vermutlich Gleiches denken und fühlen. Herzlich willkommen.

Warum ich Dinge manchmal lieber wegwerfe

Ich hatte schon mehrfach über meine Erlebnisse mit Kleinanzeigen und Co. berichtet. Kürzlich musste ich jedoch aus ökologischer Verantwortung heraus wieder mal einige überflüssig gewordene Dinge aus unserem Haushalt abgeben. Da ich mich weigere, gut erhaltene und nützliche Gegenstände einfach wegzuwerfen, in der Mülltonne zu entsorgen oder zum Recyclinghof zu bringen, bleibt nur das Angebot, diese noch guten Stücke zur Abholung oder manchmal für kleines Geld in den gängigen Anzeigenportalen anzubieten.

Was ich immer wieder bereue und wo ich ebenso immer wieder in meiner Annahme bestätigt werde, dass die Menschheit eines Tages wegen ihrer vollständigen Verblödung aussterben wird. Damit meine ich keineswegs den 3. Weltkrieg, sondern ganz simpel ein massenhaftes Versterben daran, dass Mann und Frau zu dumm sein wird, die einfachsten Grundregeln des Überlebens in dieser Welt einzuhalten. Und damit meine ich nicht nur die „Smobys“, diese Smartphone-Zombies, die ohne hinzuschauen über die Straße laufen oder hinter Lenkrad ihres fahrenden Autos WathsApp-Nachrichten lesen und schreiben als Priorität für ihr eigenes Leben und das der anderen Verkehrsteilnehmer gesetzt haben.

Nein, ich erlebe auch jüngere und mittelalte Menschen gleichermaßen, denen vor Einfahrt der Regionalbahn einfällt, dass sie auf dem falschen Bahnsteig stehen und mal eben schnell noch vor dem Zug die Gleise überqueren. Das Laufen gegen geschlossene Glastüren des Discounters, weil heute ein Feiertag ist, könnte dagegen noch lustig wirken. Die allseits eingetretene fehlende Lösungskompetenz bei scheinbar unvorhersehbaren Problemen seit geschenkt. Doch ich will zurück zu den Kleinanzeigen.

Die Vorgeschichte ist der Fund einer Baumwurzel, die ich als Beispiel hier aufzeigen möchte. Diese Wurzel habe ich von unserem damals bewohnten Privatgrundstück geborgen, mühsam gereinigt und viele Jahre trocken gelagert, bis sie von der Liebsten zum Adventsgesteck umgestaltet wurde. Das war sie einige Adventszeiten und nach unserem Umzug in eine kleinere Wohnung wurde sie einfach zu groß und landete abgeschmückt im Keller. Sie war nun zu schade für die Biotonne und so bot ich sie in einer Facebook-Gruppe an, deren Ziel es ist, in der Region Dinge vor dem Sperrmüll zu retten und kostenlos an andere Interessenten abzugeben. Die Betonung liegt auf kostenlos. Wobei auch das einige Gruppenmitglieder nicht verstanden haben und sehr schnell nach Aufgabe ihrer Anzeige die Gruppe wieder verlassen müssen. Doch das sei nur am Rande und der Vollständigkeit in Sachen Blödheit erwähnt.

Ich inserierte also mit Bildern der Wurzel, gab die Maße an, erklärte die Abgabe gegen Abholung und bat darum, mir eine private Nachricht zu senden. Da diese in den Nachrichtenanfragen bei Facebook häufig nicht signalisiert werden, bat ich auch um einen Kommentar im Beitrag, dass mir eine PN gesandt wurde. So wäre ich dann in der Lage mit dem jeweiligen Menschen zu kommunizieren. Ich teilte aufgrund leidiger Erfahrungen auch mit, dass ich auf Nachrichten mit vollen Sätzen und Anrede voll abfahre und Drei-Wort-Nachrichten geflissentlich ignorieren werde. Auch der ungefähre Abholort war von mir genannt. Und ganz wichtig sei zu erwähnen, dass ich schrieb „Solange die Anzeige sichtbar ist, ist der Artikel auch noch zu haben!“

Ich muss wohl nicht erwähnen, dass es viele Kommentare in der Form „Habe Interesse“ ohne jede PN gab. Auch solche mit mehr Worten und ohne PN kamen vor, waren jedoch eher selten im Vergleich zu den Vollpfosten-Kommentaren mit zwei Worten. Doch es gab dann auch erfolgreiche Kontaktaufnahmen, die mich innerlich in die Schreibtischkante beißen ließen. Die zumeist erste Frage lautete „Ist der Artikel noch zu haben?“ Aaaaaaaaahhh!

Danach folgte die Frage „Wie teuer ist die Wurzel?“ Nein, sie ist nicht teuer, auch nicht preiswert, sie ist kostenlos abzuholen, wie es im Beitrag erwähnt ist und du Knallfrosch weißt schon, in welcher Gruppe du bist?

Ich erspare mir weitere Schilderungen der Fragen nach Angaben, die schon im Beitrag ausführlich erwähnt wurden. Auch der Abholort war Inhalt, ebenso wie die ungefragte Mitteilung und Frage, ob ich auch versenden würde, weil man keinen Führerschein habe und aus Bayern käme. Ernsthaft, ich erfinde das nicht. Die Menschen sind inzwischen wirklich so dumm.

Doch dann bekam ich einen vielversprechenden Kontakt und wir vereinbarten einen Abholtermin am gleichen Abend, nachdem ich meine vollständige Adresse mitgeteilt hatte. Eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Termin erhielt ich die Nachricht, dass der Ehepartner länger arbeiten müsse, der Mensch selbst keinen Führerschein besäße und somit leider einen anderen Termin brauche. Wir vereinbarten eine Uhrzeit für den nächsten Tag. Doch man ahnt es schon, oder besser, man ahnt es nicht, denn es folgte am anderen Tag die Frage, was überhaupt die Wurzel kosten solle. Bevor mein Kopf auf den Tisch schlug, schrieb ich noch das Wort „Nichts“ und ging dann erst einmal weinend auf meinen Balkon. Die dort unsere Balkonblumen besuchenden Hummeln wurden mir ob ihrer einfachen Intelligenz und Problemlösungskompetenzen deutlich sympathischer als die Menschheit am anderen Ende meiner Kupferleitung ins Internet.

Was soll ich sagen, eine halbe Stunde vor dem neuen Termin folgte die Absage mit der Begründung, dass kein Auto zur Verfügung stünde. Das ist übrigens auch die gängige Ausrede bei angebotenen dingen gegen Bezahlung. Abgesehen von „Der Geldautomat hat gestreikt“, „Ich habe nur 50 € vom Geldautomaten bekommen“, „Der Mann / die Frau hat meine Bankkarte mitgenommen“, „Wir haben gerade einen platten Reifen festgestellt“, „das Kind hat Fieber“ und der Klassiker „der Hund musste schnell zum Tierarzt“.

Letztendlich bin ich alle Dinge bisher noch losgeworden, obwohl ich leider auch sehr viel entsorgt habe, weil ich einfach nicht mehr die Energie aufbringen wollte, mich mit diesen dummen Menschen zu beschäftigen. Ich halte mich selbst nicht für überragend intelligent. Doch irgendwie komme ich mit meiner sozialen und praktischen Dusseligkeit noch so gut durch das Leben, dass mich solche Knalltüten immer noch mächtig aufregen.

Eigentlich möchte ich die überflüssigen Dinge in unserem Haushalt einfach in die Tonne werfen und mir so einen Haufen Stress ersparen. Doch ich weigere mich, als „Boomer“ dem zu folgen, das wir als Kinder gelernt haben, die Wegwerfgesellschaft zu gründen und zu pflegen. Ich möchte noch etwas wieder zurück zum Guten wenden. Ob es auch andere Menschen machen, kann ich nicht bewerten, doch wo anders soll ich anfangen, wenn nicht bei mir selbst?

Doch zurück zum Aussterben aus Blödheit. An anderer Stelle schrieb ich schon einmal über die Verniedlichung mütterlicher Bezeichnungen für an sich klare Benennungen. Das Wort „Kita“ für die Kindertagesstätte, „Pubi“ für den pubertierenden Teil unserer Jugend und viele andere Verkleinerungen in Worten zeigen nicht nur den Willen nach Abkürzungen, sondern ganz besonders den Abgang der Ernsthaftigkeit. Das geht einher mit dem vehementen Auftreten von Müttern in den ersten zehn Schulklassen, wenn es darum geht, dass die Kinder gefälligst lernen und nicht nur spielen sollen. „Der Paul ist doch noch klein. Wieso soll der in der zweiten Klasse Hausaufgaben machen? Der will doch noch spielen und das darf er auch.“ Jawohl, und wenn der Paul dann das Abitur machen soll, setzt der Stress mit dem Ernst des Lebens in der Klausurphase so richtig ein.

Gleiches gilt auch für den Erwerb des Führerscheins. Denn wir wissen inzwischen, dass die Durchfallendenquote die Zahl der bestandenen Prüfungen bei weiterem überschritten hat. Abgesehen von der völlig blöden Tatsache, dass viele Fahrschulen die praktischen Fahrübungen erst nach bestandener Theorieprüfung beginnen, können die heutigen Eltern ihren Kindern nicht einmal mehr die Verkehrsregeln erklären, geschweige denn das richtige Verhalten im Straßenverkehr üben. Denn sie haben selbst keine Ahnung mehr und nehmen am Straßenverkehr nur noch mit Reflexen teil, wie ich leider immer wieder erlebe. Die Kinder sitzen im Auto und haben das Datengerät vor der Nase, damit sie nicht die Eltern von ihren eigenen WhatsApp-Nachrichten hinterm Steuer ablenken. Die sind ja noch klein. Wer denn nun, lautet meine Frage.

Gerade beim Autofahren fällt mir die Vollkommenheit der allgemeinen Verdummung sehr auf. Unabhängig von der herrschenden Rücksichtslosigkeit, die ich in meiner Kurzgeschichte „Irgendein Arsch mäht immer den Rasen“ im aktuellen Buch „Gebratene Ente“ beschrieb, sei nur ein kleines Beispiel galoppierender Dummheit genannt. Die Situation ist bekannt, es herrscht eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf einer beliebigen deutschen Straße und der Verkehr fließt entsprechend mehr oder minder regelkonform. Dann kündigt sich in den meist mitlaufenden Apps ein stationäres Geschwindigkeitsmessgerät, im dummen Volksmund „Blitzer“ genannt an. Beim Anblick des Geräts am Straßenrand tritt das gemeine Blödvolk am Steuer des Wagens auf die Bremse und schleicht mit Schrittgeschwindigkeit am Gerät vorbei, um kurz dahinter wieder Vollgas zu geben und die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten. Gern findet dieser Vorgang mit deutlich heftigerem Bremspedaldruck vor den mobilen Geräten statt. Immer in der fälschlicherweise gedachten Gewissheit, nicht erfasst worden zu sein. Abgesehen von diesem absolut dummen und gefährlichen Verhalten wissen diese Idioten nicht, dass die Geräte sie schon erfasst haben, bevor sie sie überhaupt gesehen haben. Einzig die Tatsache, dass ein vorausfahrendes Fahrzeug regelkonform die Geschwindigkeit eingehalten hat, rettete sie vor dem Auslösen des roten Blitzes.

Ich komme immer wieder zu dem Schluss, dass die Menschen unterhalb der Boomergrenze unglaublich viel Wissen zur Verfügung bekommen, dieses jedoch im Alltag nicht anwenden können, weil die Denkkapazität ihres Gehirns von Kindheit an auf ein Niveau deutlich unterhalb der Leistungsfähigkeit der Eltern gehalten wurde. Weil diese zwar gern keine Handwerker, sondern studierte Kinder haben möchten, doch Angst davor haben, dass ihre Kinder irgendwann mal schlauer sind als sie selbst. Boomer kennen noch den Spruch „Meine Kinder sollen es später einmal besser haben als ich.“ Leider ist damit etwas anderes getan, als gemeint war.

Deshalb auch meine schon lange gern immer wieder erwähnte Theorie, dass wir im Zusammenhang mit der erneut auftauchenden Diskussion über die Wehrpflicht keine Sorge über die Kriegsteilnahme unserer Söhne und Enkel haben müsse. Denn sollte es wirklich so sein, dass ein junger Mann in einem Graben liegt und ein gegnerischer junger Mann schießt auf ihn, wird er seiner Mami eine WhatsApp über den bösen Gegenüber-Schützen schicken und Mami wird zu ihrem Sohn eilen und den gegnerischen General zur Rechenschaft ziehen. Schließlich ist ihr Junge noch klein und auch wenn er schon viele Jahre Erfahrungen mit Ego-Shootern vorweisen kann, bedeutet das noch lange nicht, dass man ihm eine echte Kugel in den Kopf jagen darf. Die Armee der Mütter, die ihre Kleinen beschützen, wird den 3. Weltkrieg regeln. Vorausgesetzt, sie finden den Weg ohne Navigationsgerät, haben einen Führerschein, der Gatte das Auto nicht braucht oder der Hund gerade nicht zum Tierarzt muss. Oder nicht noch zufällig gerade der Einkauf im Aldi wegen des Sonderangebots von letzter Woche erledigt werden muss, falls es noch zu haben ist.

Deshalb würde ich manchmal lieber Dinge wegwerfen. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass wir uns selbst ausrotten werden und meine kleinen Bemühungen umsonst sind. Bundesweit betrachtet.

Forrest Gump hat gesagt, seine Mama hat gesagt „Dumm ist nur, wer Dummes tut.“ Ein Kollege von mir hat mal gesagt „Dumme Menschen machen mich traurig.“. Mir machen sie Zahnschmerzen, weil ich so oft in meine Schreibtisch kante beiße.

In diesem Sinne, bleibt intelligent. Das weiß ich, weil ihr bis hierhin gelesen habt.

Facebook Marketplace-Albernheiten

Da willlste was im Facebook Marketplace kaufen und schreibst die Anbieter (in diesem Falle nacheinander vier) per Nachrichtenfunktion an und was passiert? Keine Reaktion über Tage hinweg.
Da frage ich mich doch allen Ernstes, ob ich
a) zu höflich bin und in ganzen Sätzen geschriebene Anfragen die Leute überfordern,
b) all die hübschen Anzeigen ein Fake sind,
c) die Menschen doch nicht so häufig in den (a)sozialen Medien abhängen wie gedacht,
d) die Menschen einfach nur zu doof sind, die Nachrichten als solche zu erkennen.

Bitte ergänzt gern die Liste.

Der ewige Quell der Freude

Und wieder einmal Kleinanzeigen, dieses Mal als Kaufender.
Ich: Günstiges Angebot gefunden und selbstverständlich die anderen Angebote des Verkäufers angesehen. Alle sind günstig, schöne Bilder, Verkäufername ist „Privat“, also nicht offen sichtbar.

Ich: Höfliche Nachricht mit meinem Interesse am Artikel und wie wir das regeln, da wir rund 300 km voneinander entfernt sind.

Verkäufer: Schlägt Vorkasse mit PayPal Friends vor.

Ich: Erkläre, dass ich dann keinerlei Garantie für den tatsächlichen Versand habe und schlage das geschützte System von Kleinanzeigen zur Zahlung vor (Käuferschutz), alternativ normales PayPal mit Käuferschutz.

Verkäufer: Erklärt, dass er das nicht macht, weil er damit schlechte Erfahrungen habe. Bietet eine Kopie seines Ausweises an.

Ich: Lache herzlich, da der Trick sehr bekannt ist. Schlage vor, den Artikel am kommenden Wochenende persönlich gegen Barzahlung abzuholen.

Verkäufer: Das ist nicht möglich, weil der Artikel bis dahin bestimmt verkauft sei und er überhaupt keine Zeit für Übergaben hätte.

Ich: Meldung an Kleinanzeigen über offensichtlichen Betrugsversuch.

Kleinanzeigen

Was macht Mann, wenn Frau arbeiten geht und er selbst sich noch im Krankenstand befindet?
Mann inseriert überflüssigen Kram bei „Kleinanzeigen“ und freut sich über die immer wieder aus dem Nichts auftauchenden Vollpfosten, die nicht lesen können.

Ich im Text: „Der Preis wird ausschließlich vor Ort bei Übergabe verhandelt.“
Interessent: „Ich hole es zum halben Preis sofort ab.“

Ich im Text: „Mails mit drei und weniger Worten werden kommentarlos gelöscht.“
Interessent: „Geht 50“

Ich im Text (der Klassiker): „Ein Versand ist nicht möglich.“
Interessent: „Versenden Sie auch nach Österreich?“

Fehlen jetzt nur die Nichterscheinenden bei verbindlicher Terminvereinbarung und diejenigen, die zwar erscheinen, aber der Geldautomat gerade defekt war oder nur noch 100 Euro-Scheine ausgegeben hat. Die anderen Interessenten melden dann so Hindernisse wie „Hund entlaufen“, „Babysitter abgesagt“, „Reifenpanne“ und „Der Mann will doch nicht“, nachdem ich zum Termin fünfmal nachgefragt habe, wo sie bleiben.

Leider ist ein Inserat bei Kleinanzeigen so ziemlich alternativlos. Zumal es die Vollpfosten überall zu geben scheint. Wären mir die angebotenen Sachen nicht noch zu wertvoll, würde ich sie wie bei uns üblich verschenken oder in den Sperrmüll geben. So bleibt es bei den Notizen dieser obigen Erfahrungen.

Klimaanlage zu verkaufen