Ersthelfer mit Lehren daraus

Unfall mit Senior und EBike.
Auf dem Rückweg von der Physiotherapie bin ich auf einsamer und abschüssiger Landstraße auf einen Mann Ü70 gestoßen, der neben seinem EBike aus vielen Wunden stark blutend saß. Sein Freund hatte, ebenso wie er selbst, nichts dabei. Nicht einmal ein Taschentuch.
Ich legte Druckverbände an, stellte seine zeitlichen und örtliche Desorientierung fest und bat eine weitere eingetroffene Helferin um den Notruf.
Der Mann war mit hoher Geschwindigkeit an einem Müllwagen vorbeigefahren und als dieser nach Beladung wieder anfuhr, erschrak der Radler und machte eine Vollbremsung. Das Vorderrad blockierte und er überschlug sich nach Zeugenaussage mehrfach.
Der Fahrradhelm hatte sich in Stirn und Nacken gepresst und Wunden verursacht. Ohne Helm wäre der Kopf des Mannes geplatzt.

Mein Fazit und Rat:
1. Helm
2. Fahrtraining mit EBike
3. Fahre nie schneller, als du noch sicher anhalten kannst
4. Lerne nicht nur fahren, sondern trainiere auch Notfallmanöver ( siehe 2.)
5. Hab immer irgendetwas dabei, was deine Identität feststellen lässt.

Ich brauche jetzt einen neuen Verbandkasten und lege Reinigungstücher mit hinein.

Zu doof für das eigene Marketing

Wohnzimmer im Ferienhaus

Da reisen wir zu einem längeren Urlaub in ein Ferienhaus nach Norwegen. Und mir fällt zum wiederholten (und somit nahezu andauerndem) Male auf, dass in bisher allen Ferienhäusern und -wohnungen, die wir urlaubsmäßig bewohnt hatten, Bücherregale stehen.
Ganz offensichtlich enthalten diese Bücherregale immer Bücher der Gastgebenden, hinterlassene Bücher der Gäste und Geschenkbücher. Und immer wieder erinnere ich mich erst beim Anblick des Bücherregals, dass ich wieder einmal vergessen habe, je ein Exemplar meiner beiden Bücher viral dort in das Regal zu stellen und zu „vergessen“.
Ich könnte mich immer wieder gern in den Allerwertesten beißen, sobald ich irgendwo ankomme, wo Bücherregale und Tauschschränke stehen und ich mit leeren Händen davor stehe.

Die Abfahrt

Wir hatten kürzlich ein Ferienhaus an einem Sund in Norwegen gemietet. Die letzten mehreren hundert Meter Anfahrt sind hier als kleiner Film von der Autokamera zu sehen. Es kommt durch die Kameraperspektive nicht so ganz durch, dass die letzten 200 Meter gut 45 Graf abwärts gehen.

Immerhin ist am Ende zu sehen, dass der Parkplatz zum Haus noch auf Höhe des Dachfirstes liegt.

Das Autofahren in Norwegen ist an sich schon eine schöne Herausforderung. Müde sollte man keinesfalls fahren, denn das könnte nicht nur anstrengend sein, sondern auch durchaus böse enden.

Da sind wir wieder

Da sind wir wieder.
Wir sind zurück aus einem besonderen Urlaub, den wir so auch noch nicht hatten.

Neuharlingersiel Hafen zwischen Weihnachten und Neujahr


Vor Weihnachten an die Nordsee reisen und dort bis nach Silvester bleiben, Restaurants erkunden und zwischen „Boah, der Hammer“, „Naja, war wohl nichts“ und „Immer noch allererste Superklasse“ erschmecken, Wir haben Seehund-Bildung genossen, einen schwimmenden Weihnachtsbaum gesehen, Kinderpunsch (für mich) in fieser Kälte und romantischer Umgebung genossen, Tee getrunken und jede Menge Torten verspeist.

Jedes Fischbrötchen musste einfach sein und ich wurde zwar kein Kniffelmeister, aber auch nicht der letzte Verlierer.

Die Liebste wäscht seit gestern schon wieder die Wäsche, das Auto ist ausgepackt und aller Hausrat wieder verstaut. Denn wir waren zum ersten Mal mit einem anderen Paar in einer Ferienwohnung eingemietet. Die würde ich zwar nicht wieder anmieten, aber immerhin war die Vermieterin gegenüber meinen mitgeteilten Mängeln bei der Rückgabe aufgeschlossen. Wir hatten aber auch eine Menge mitzuschleppen, weil wir es uns mächtig gemütlich gemacht haben. Weihnachtsbraten mitsamt Bräter, Pfanne, Kaffeevollautomat und was man so vermutlich (und tatsächlich dann auch) nicht in einer Ferienwohnung erwarten darf.

Der nächste Urlaubsstop ist nun ein Wochenende mit den Kindern und Enkelkindern in Hamburg zum Besuch des Miniatur-Wunderlands. Danach folgt eine große Norwegenreise und dann noch ein kurzer Urlaub in Wien. Vielleicht schaffen wir ja noch ein oder zwei verlängerte Wochenenden irgendwo an der See, aber das richtet sich nach meinen Arbeitszeiten.

2024 kommt noch

Für das heute endende Jahr 2024 hatte ich schon einige Bilder zum vorgenommenen Jahresrückblick herausgesucht. Doch dann kam eine geplante und doch ganz plötzlich eintretende Reise dazwischen. Nun wird es mangels der Lust und der Bilder mitsamt dem PC, auf dem sie gelagert sind, doch erst 2025 werden, bis der Beitrag erscheint.

Dafür kann ich jetzt schon berichten, dass wir im kommenden Jahr leider den Wohnwagen stehen lassen müssen und dafür im Vorsommer eine längere Reise nach Norwegen antreten und ich der Liebsten im Herbst die Stadt Wien zeigen werde. Danach ist, bis auf die zu verwendenden Urlaubstage um die Weihnachtszeit und Neujahr herum, mein Urlaubsanspruch beim Arbeitgeber auch verbraucht.

Das ist überhaupt so ein Ding, das die Gewerkschaften bei ihren Verhandlungen für den für mich geltenden Tarifvertrag so richtig versemmelt haben. Ich entsinne mich an Zeiten, da bekam man mehr Urlaubstage, je älter man wurde. Das wurde irgendwann abgeschafft und führt jetzt zu abzubummelnden Überstunden und aus meiner Sicht unnötigen Krankschreibungen wegen leichter Erkältungen. Aber wer bin ich schon, der die großen Verhandler auf ihre Fehler hinweisen könnte?

Jedenfalls steht für 2025 noch mindestens eine Operation an, vor der mir etwas graut. Ich werde berichten.

Und wir haben schon jetzt zwei Konzertbesuche gebucht, auf die wir uns freuen. Immer in der Hoffnung, dass es noch einige mehr werden, können wir uns über Max Raabe und das Palastorchester und Helge Schneider freuen. Beides findet in Hagen statt, dessen wunderbare Stadthalle schwer begeistert und zufrieden macht. Auch wenn ich sonst dieser Stadt absolut nichts abgewinnen kann, ist die Stadthalle doch seit unserem Konzertbesuch mit Karat auf unserer Liste der guten Konzertorte ganz weit oben angekommen. Dagegen weigere ich mich, die Mitsubishi Hall in Düsseldorf aufgrund ihrer unterirdischen Akustik und der strunzblöden Anreise- und Parksituation jemals wieder aufzusuchen. Die Lancess-Arena in Köln werden wir nur dann wieder mit dem Auto anfahren, wenn wir genug Verpflegung und eine mobile Toilette für die stundenlange Ausfahrt aus dem Parkhaus dabei haben. Früher regelten noch Polizeibeamte bedarfsgerecht den Autoverkehr bei Abreiseverkehren. Das scheint heute nicht mehr Bestandteil der Ausbildung und Diensteinteilung zu sein.

2025 habe ich schon zwei Lesungstermine klargemacht und würde mich über weitere Termine freuen. Irgendwie habe ich jedoch auch den Eindruck, dass sich die Menschen mit meinem Angebot des Honorarverzichts und meiner grundsätzlichen Einstellung zu ausschließlichen Benefizlesungen nicht vereinbaren können. Es scheint ihnen unheimlich zu sein, dass jemand freiwillig auf Geld verzichtet. Zudem kommt sehr wahrscheinlich dazu, dass mich niemand kennt. Was ich verstehen kann und wenn man dann nicht die Katze im Sack für „Null Euro“ engagieren möchte, entgeht einem etwas, was man ohnehin nicht gewusst hätte. Nun ja, es wird sich noch etwas ergeben, um meinen Spaß an der Präsentation vor Publikum zu befriedigen.

Heute sind wir zum Essen verabredet, werden dann mit relativ bekannten Menschen den Jahreswechsel begehen und morgen dann die Rückreise vorbereiten. Am 06. gehe ich wieder arbeiten und irgendwie freue ich mich schon auf den normalen Rhythmus und den Alltag.

Reiseplanungsgeplauder

Alter Schwede, ach nee Norweger.
Wir werden irgendwann im kommenden Jahr eine größere Reise nach Norwegen antreten. Nicht diese übliche Fahrt bis ans Nordkap hoch, wo man nur fährt und fährt und fährt. Auch keine Schiffsreise, weil ich es vermutlich nicht aushalte, wochenlang nur Wasser und zwischendurch immer wieder mal nur eine Stunde Hafen zu sehen.

Nein, wir haben zu dritt ein hübsches Ferienhaus direkt am Fjord gemietet, fahren mit dem Auto bis Kiel, nehmen die Nachtfähre bis nach Oslo und von dort aus geht es in die Unterkunft.

Die vierstellige Summe pro Person für die Überfahrten schlägt schon mächtig im Kontor ein, doch wenn ich eines in meinen Hartz IV-Zeiten gelernt habe, dann ist es eine gute Einteilung der Kosten für Urlaube.
Durch die gestaffelten Zahlungen von Zwischenübernachtung, Fähre, Ferienhaus und Provianteinkäufen verbleibt während des Urlaubs nur das an Ausgaben, was vor Ort zum Leben und Erleben nötig ist.
Natürlich erschrecke ich mich noch heute, wenn schlagartig das zurückgelegte Geld erst einmal wieder weg ist. Doch es ist noch lange hin bis zum Urlaub und bis dahin füllt sich das Konto wieder an. Und der Spaß, dass wir dann in den Urlaub fahren, gefühlt ohne diesen noch bezahlen zu müssen, ist einfach wundervoll.

Immer wieder höre und lese ich von Menschen, die für ihren Jahresurlaub einen Kredit aufnehmen. Das würde mich unruhig machen und ich hätte vermutlich keinen schönen Aufenthalt. Dann lieber vorher alles geklärt wissen und unbeschwert bleiben.

Auf jeden Fall ist das die bisher größte und längste Reise, die Schatz und ich antreten werden und wir freuen uns bereits behutsam.

Noch ein Lebenslied

Da komme ich von meiner Reise nach Wien zurück in unser Zuhause und am ersten Fernsehabend hat die Liebste einen vorher von ihr gespeicherten Film laufen.

Es ist „Der Mann mit dem Fagott“, die Familiengeschichte von Udo Jürgens. Dessen Ehrengrab ich auf dem Wiener Zentralfriedhof ebenfalls besucht hatte. Und auch die kleinen Kreise schließen sich, da „Ich weiß, was ich will“ eines meiner Lebenslieder ist.

Ehrengrab Udo Jürgens
Ehrengrab Udo Jürgens, Wiener Zentralfriedhof

Kleine Pilgerfahrt

Wenn man als Mensch in meinem Alter die groß(artig)e Stadt Wien besucht, gehört eine Station mit Sicherheit dazu. Eine meiner persönlichsten Pilgerfahrten musste einfach sein, um hier inmitten von schwatzenden Menschengruppe dieses Erinnerungsfoto zu machen und dann auf einer Bank im Anblick des Ehrengrabes abzuschließen.

Insbesondere eines der Lieder, die dort genannt sind, geht mir seit meiner schlimmsten Zeit nicht mehr aus dem Kopf und es war gut so, den Titel hier vor Ort zu lesen und es still für mich zu rezitieren und innerlich zu singen (Für hörbaren Gesang bin ich zu unterirdisch schlecht).

Es war ein wichtiger Moment für mich, so ganz allein in dieser fremden Stadt, bei trübem Wetter und recht einsam mit dieser kurzen Zeit des Abrunden eines Teils meiner Lebensgeschichte. Es war eine gute Idee, diesen Ort an meinem freien Wochenende während dieser Dienstreise aufzusuchen. Ich fühle mich irgendwie etwas leichter und fröhlicher, warum auch immer. Darüber nachzudenken, macht keinen Sinn mehr. Ich fühle mich einfach zu einem weiteren Teil von mir „Out of the dark“.

Falco Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof

Haken auf der Löffelliste

Es ist vollbracht. Ich bin am Samstag ganz offiziell selbst eine Straßenbahn gefahren. Ich hatte das Glück, sogar im Zwillingbetrieb zu fahren, also zwei Wagen aneinander gekoppelt zu bewegen.

Damit habe ich fast 80 Tonnen auf den Schienen bewegt und das alles nur mit einem einzigen Hebel. Für berufsmäßige Straßenbahnfahrer sicher Normalität, doch für mich ein Erlebnis, dass ich nun erst häppchenweise verarbeite.

Es hat mir unglaubliche Freude bereitet und es ist eine kleines Suchtgefühl entstanden. Ich werde sehr wahrscheinlich nicht zum letzten Mal gefahren sein.

Ein Kindheitstraum ist war geworden, auch wenn es nun „nur“ eine Straßenbahn von 1974 war, die ich fuhr. Immerhin habe ich deren erste Einsetzung noch miterlebt.