Nur noch vier Monate

Und dann sind es seit heute nur noch vier volle Monate bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters. Meine Güte, ist das gruselig.

Da sitze ich hier und habe in den letzten Tagen für die Nebentätigkeit noch einen Haufen Arbeit vorbereitet und die wiederum habe ich unbefristet, also ohne automatischem Ende bei Erreichen der Regelaltersgrenze. Warum der Tarifvertrag meines Arbeitgebers einen solchen Quatsch aus uralten Zeiten noch enthält, weiß wohl niemand mehr.

Perspektivisch bin ich also gefühlt ab dem 01.03.2026 wieder einmal arbeitslos und könnte alternativ die volle Rente beantragen. Was ich aber nicht will, da ich erstens gern arbeite und zweitens einen monatlichen Vermögens- bzw. Einkommensschaden von mehr als 1.000 € erleiden würde. Das ist schlicht und einfach inakzeptabel.

Ab Montag bin ich ja wieder im Dienst und werde dann massiv meine dienstlichen Kontakte nutzen, um mir eine Arbeitsperspektive im Konzern zu schaffen.

Es klingt völlig bekloppt, wenn ich in Zeiten, wo jeder lieber heute als morgen in Rente gehen würde, vorzeitiger Rentenbezug als goldenes Ziel im ganzen Verwandten- und Bekanntenkreis im Raume steht und ich hingegen nicht aufhören will. Gern natürlich in Teilzeit, es geht letztendlich nur um diese 1.000 € monatlich, wobei ich gern auch mehr nehme und natürlich auch rentenwirksam meine Beiträge abführen lassen will. Denn rein rechnerisch würde ich, wenn ich weiter rentenwirksam arbeite, meine Rente nach drei Jahren der weiteren Tätigkeit um 20 Prozent erhöhen. Was bei mir immerhin brutto schon eine mächtige Entspannung verschaffen würde. Mal ganz abgesehen von der geplanten Steuerfreiheit des Verdienstes, wenn sie denn eingeführt wird.

Also lautet das Fazit für mich: Rente? Nein danke, jetzt noch nicht!

Lasst uns mal über die Rente reden

2008 habe ich meine letzte Zeit der Arbeitslosigkeit beendet und bin seitdem durchgehend wieder in Vollzeit tätig.
Damals war meine Rentenerwartung auf brutto 946 € monatlich gesunken. Das war durch die beiden Rentenreformen und die Zeiten von Arbeitslosigkeiten gesteuert, die mich als Mitglied der „Generation Boomer“ hart getroffen haben.

Seitdem war und bin ich auf der Aufholjagd, um nicht in die Altersarmut abzurutschen, sobald ich in Rente gehe. Durch die stetige Ausübung von Minijobs neben dem Hauptjob und deren Vereinbarung der Rentenwirksamkeit bin ich jetzt bei einer voraussichtlichen Brutto-Rente von ca. 2.000 € monatlich angekommen. Was für mich bedeutet, dass ich selbst dann, wenn ich allein wäre, nicht in die Sozialhilfe müsste, jedoch auch mein aktuelles „Luxusleben“ mit laufenden Gehältern definitiv aufgeben muss. Mir werden dann, wenn ich auch den Teilzeit-Minijob aufgeben müsste, mehr als 1.300 € netto monatlich fehlen.

Als sich Einzahlungen in die Rentenkasse noch gerechnet hätten, war ich dazu finanziell nicht in der Lage. Heute wäre es möglich, lohnt aber nicht mehr, da ich mehr einzahlen müsste, als am Ende herauskommt. Würde ich eine Rücklage hätte schaffen können, die mich mit monatlich 300 € unterstützt, müsste diese mehr als 70.000 € groß sein. Solch eine Ansparung war zu keinem Zeitpunkt in meinem Leben möglich.

Einzig das Vertrauen darin, dass ich meinen jetzigen oder einen anderen Minijob weitermachen kann, vielleicht sogar in Teilzeit im Hauptberuf weiterarbeiten werde und wir zwei daheim uns sehr gut auf alle Veränderungen einlassen und uns anpassen können, lässt mich etwas lockerer bleiben. Denn die Rente der Liebsten geht rechnerisch komplett für die Fixkosten drauf, mein Gehalt dient rechnerisch für die Rücklage für Notfälle, Urlaub, Fahrtkosten und Ernährung. Wir haben es nur intern anders aufgeteilt, damit es nicht nur einem von uns gefühlt leerräumt.

Was ich am Ende dieses Beitrags sagen möchte, ist ein Tipp für alle, die die 50 noch nicht erreicht haben. Macht jeden Minijob rentenwirksam. Die paar Euro weniger im Monat erhöhen jedoch euer rentenwirksames Entgelt aus dem Hauptjob um das des Minijobs. Bildet Rücklagen und spekuliert nicht. Aus meiner Erfahrung heraus hat sich keine Geldanlage jemals dauerhaft über Jahrzehnte hinweg gelohnt. Legt das Geld irgendwo auf ein sicheres Konto, in ein Bankschließfach (kostet nicht viel) oder in eine andere sichere Unterbringung. Vergesst den Hausbau als Altersvorsorge. Wenn ihr schuldenfrei seid, sind Heizung, Dach, Sanierung der Straße und mehr fällig. Ein Haus ist niemals eine Geldanlage, sondern eine Geldvernichtungsmaschine, die euch gern als Altersvorsorge und Mietersparnis verkauft wird. Ihr werdet es niemals zu dem Preis verkaufen, zu dem ihr es gebaut habt. Der Verlust wird sehr gern verschwiegen.

Der letzte Punkt ist etwas unangenehm, denn ihr müsst tatsächlich arbeiten gehen. Es ist schön, wenn man ewig studiert, einen Studienabschluss hat und sich dann treiben lässt. Das alles bringt kein laufendes Gehalt, keine Rentenzahlung und am Ende Altersarmut. Ein guter Vollzeitjob für Geld und Spaß, ein hübscher Nebenjob für Spaß und Geld und eine stabile Beziehung sind alles, was du brauchst. Werde Handwerker, bilde dich im Job weiter, spezialisiere dich zum Allrounder und stapele dein Geld auf einem Haufen. Das ist alles, was dir ein alter weiser Mann raten kann. Mach etwas draus!