Die Sache mit dem täglichen Bloggen

Ich hatte mir ja vor einiger Zeit vorgenommen, wieder täglich etwas aufzuschreiben, in den Blog zu bringen. Um es vorweg zu nehmen, es hat nicht geklappt.

Die Gründe sind vielfältig wie das Leben. Manchmal vergesse ich es, häufig geht niemanden an, was in meinem Leben gerade passiert und meistens passiert so viel, dass es ein irre langer Beitrag werden würde.

Ich könnte über den Besuch mit den Enkelkindern und ihrem Vater in der Show der Ehrlich Brothers in Dortmund berichten. Mit dem Schwiegersohn deshalb, weil die Liebste übelst erkrankt ist. Auch das allein wäre schon bloggenswert, gerade meine Sorge um sie. Dann die Sache mit einem neuen Arbeitsplatz ab dem 01.05.2026 und damit dem Ende des vollen Rentnerdasein, das am 01.03.2026 begann. Die weiteren Experimente mit der Musik unter Mithilfe der KI und einem erstaunlichen Ergebnis zu meiner Lebensgeschichte mit diesem missratenen Konstrukt Körper, in dem ich lebe.

Es gibt also viele Themen, die ich sehr ausführlich behandeln könnte. Es fehlt die Zeit zum Schreiben und eigentlich sollte ich mir überlegen, nicht doch das Projekt Bloggen als Podcast mal ernsthaft anzugehen. Ich könnte lieber erzählen als schreiben. Doch dann wäre wieder mein Anspruch an die Qualität der Aufnahme und das war es dann wohl. Und eigentlich kann man sich Sätze mit dem Wort „eigentlich“ sparen.

Nun ist doch noch ein Beitrag darüber entstanden, weshalb keine Beiträge kommen. Oder zumindest weniger als geplant.

Der Tod kommt plötzlich

Die Liebste und ich beschäftigen uns schon länger mit der Sache des Versterbens. Man muss einfach schon früh darüber sprechen, damit „die Dinge geregelt sind“, wenn es irgendwann einmal soweit ist. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es für Angehörige und Verbliebene schlimm ist, wenn absolut nichts geplant, getan, geregelt ist. Beim Tod eines Angehörigen gibt es unglaublich viel zu tun, schwere Entscheidungen zu treffen und das in einer Situation, in der ein klarer Verstand sicher nützlicher wäre, als eine ohnehin schon emotionsbelastete Situation.

Wir haben uns die diversen Szenarien vor dem Versterben in Gedanken angesehen und sind dann eines Tages (aus Gründen, die in meiner Verwandtschaft liegen) zum örtlichen Notar gegangen. Testamente, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen waren das Ergebnis dieser beiden Termine und eine große Erleichterung, dass alles klar und deutlich verfügt ist. Was uns noch fehlt, ist das für uns passende Grab. Über das wie sind wir uns einig, es braucht nur noch sozusagen die Buchung der letzten Ruhestätte.

Denn wie ich gerade erlebe, kann es auch ganz anders werden. Die Schwägerin ist im Alter von 57 Jahren in der Nacht aufgewacht, hat merkwürdige Geräusche von sich gegeben und ist aus dem Bett gefallen. Der Bruder hat weder Puls noch Atmung feststellen können und hat die 112 angerufen. Er konnte aufgrund der schlechten Liegeposition nicht mit der Reanimation beginnen und musste auf die alarmierten Ersthelfer aus der Kleinstadt warten. Der anschließend eintreffende Rettungsdienst hat die Reanimation erfolgreich beenden können, doch waren laut späterer Feststellung bereits dreiviertel des Gehirns ohne Funktion, da zu lange der Sauerstoff gefehlt hatte. Die Folge war nun die Abschaltung der Geräte und somit trat der Tod nach einer Woche Intensivstation und Koma ein.

Es gab wohl eine Patientenverfügung und eine Sterbeversicherung, doch aufgrund der persönlichen Lebenssituation der beiden herrscht nun Chaos bei der Planung und in den Handlungen. Unsere Schwester kümmert sich aufgrund örtlicher Nähe und bremst den Bruder immer wieder aus, wenn es um völlig überzogene Wünsche geht. Zumal die finanzielle Situation dort nie gesichert war und eher im Gegenteil jetzt erst richtig die Probleme auftauchen werden. Es hängen auch noch eine Betreuungsregelung für das Kind und ein auf die Verstorbene eingetragenes Eigentum und vieles mehr an diesem Tod. Das alles war vorher nicht besprochen und vor allen Dingen geschrieben. Und da sehen wir alle riesige Probleme auf den Bruder zukommen.

Ich kann daher nur eindringlich dazu raten, sich schon in jungen Jahren darüber Gedanken zu machen, was geschehen soll, wenn man plötzlich handlungsunfähig wird oder verstirbt. Denn das kann von einer Sekunde zur anderen eintreten. Natürlich kann man denken „Was kümmert mich das, ich bin ja tot?“. Doch ich kann sagen, dass es für mich eine große Erleichterung ist, dass meinen Hinterbliebenen „nur“ das Abgeben der Unterlagen an den Bestatter und das Ausräumen meiner Wohnung überlassen ist. Das macht mir das Leben vor dem Tod leichter.

Gestern war nichts

Gestern früh hatte ich noch nichts für diesen einen der letzten Urlaubstage vor. Perspektivlosigkeit hätte man es nennen können. Zumindest am Morgen, wie es aussah. Rückblickend wurde es anders.

Die Liebste war nun nach einer knappen Woche der Elendigkeit durch eine nicht näher zu identifizierende Krankheit wieder auf dem Wege der Besserung. Aus ebenso unerfindlichen Gründen behielt sie nun das moderate Essen bei sich und kam langsam wieder zu Kräften. Die Ursache der kurzfristigen Erkrankung bleibt ungeklärt. Der Hausarzt stellte eine Ungewöhnlichkeit im Blutbild fest, die für uns jedoch aufgrund ihrer fiesen Grunderkrankung normal ist. Das muss er erst noch verstehen, doch den Termin mit ihm in der kommenden Woche nimmt sie wahr. Zumindest ist meine Sorge um sie deutlich weniger geworden.

So sind wir dann gegen späten Vormittag mit dem Auto unterwegs gewesen, um dem Navi ein längst fälliges Kartenupdate zu verpassen. Das soll beim eingebauten Gerät für die mitgelieferte Software blöderweise bei eingeschalteter Zündung passieren. Da das Update jedoch eine gute dreiviertel Stunde dauert, fahre ich dann lieber irgendwo hin und erledige Nützliches. So fuhren wir also zur Garage des Wohnwagens, lieferten eine elektronische Wasserwaage dort ab und testeten sie sogleich. Eine leere Gasflasche sollte gegen eine volle getauscht werden, was dann auch punktgenau zum Ende des Updates gut funktionierte. Leider hatte ich beim Tausch nicht aufgepasst und mir fiel erst hinterher ein, dass ich für die 5 kg-Füllung den Preis einer 11 kg-Füllung bezahlt hatte. Mein Hirn hatte vermutlich eine Auszeit genommen. Reklamation unnötig, da ich dazu immer noch zu sozial und schüchtern bin.

Am Nachmittag begann ich ein altes Taschenbuch zu lesen, dass meine Schwester mir für einen Freund mitgegeben hatte. Bis gestern Abend hatte ich mehr als die Hälfte der rund 360 Seiten durch. Was auch mal wieder gut war, nur nicht für meinen Rücken. Aber irgendetwas ist ja immer.

Der vom Schwiegersohn zu Weihnachten hergestellte Eierlikör musste weg und war mir allerdings zu wenig alkoholisiert und schon zu verfestigt. Nach zwei Gläschen war es dann Schluss damit.

Den schlechtesten Film aller Zeiten haben wir dann um 20.15 Uhr auf irgendeinem Sender im Magenta TV begonnen und zu unserer Überraschung festgestellt, dass er aus dem Jahre 2024 stammte. Da hat der Sender wohl so eine geballte Ladung an schrottigen Billigproduktionen an Z-Movies aufgekauft. Sowohl das Schauspielen als auch die Tricks entsprachen eher den 70er Jahren und erinnerten stark an „Als die Frauen noch Schwänze trugen (oder hatten)“. Furchtbar.

Jedenfalls war der Tag dann doch gefüllt und heute sortiere ich meine Unterlagen ein, die sich ein Jahr lang angesammelt haben. Ziel ist die zeitnahe Abgabe der Steuererklärung, sobald die letzten Bescheinigungen eingetroffen sind.

Was inzwischen war

Schon wieder einige Tage Stille hier. Das war so nicht geplant, jedoch unvermeidbar.

Ich hatte meinen letzten Arbeitstag vor dem Resturlaub und dem nun doch offenbar unvermeidbaren Renteneintritt am 01.03.2026. Davor schrieb ich Bewerbungen wie verrückt, kassierte die üblichen BlaBla-Standardabsagen und kämpfe gegen die offensichtliche Altersdiskriminierung. Angeblich finden sich immer besser qualifizierte Mitarbeitende als mich, der nicht nur mit jeder Menge passender Zertifikate aufwarten kann, sondern auch noch die dazu notwendige jahrzehntelange Berufserfahrung vorweist. Ich arbeite weiter an einer Lösung.

Unmittelbar nach dem Dienstende sind wir verreist, haben meine Geburtsstadt besucht, die Liebste hat sich dort irgendetwas eingefangen und ist krank. Ich unterstütze im Rahmen dessen, was möglich ist und sortiere ansonsten meine Papiere für die Steuererklärung, die Festplatten, den Unterlagenschrank und den Keller. Für Basteleien am Auto ist es zu kalt und der Wohnwagen ist abfahrbereit und sauber. Kurzum, die Langeweile setzt langsam ein, wie befürchtet.

Ich bemühe mich also, hier weiter zu berichten. Mal wieder versprochen.

Aktuelle Aufgaben- und Vorhabenliste

Ab und an erstelle ich mir auf meinen kleinen Notizklotzzetteln eine Liste. Immer dann, wenn ich das Gefühl habe, den Überblick zu verlieren oder vor Augen eine Liste benötige, um nichts zu vergessen. Heute gibt es also mal die Liste hier, also diejenige mit den mir aktuell selbst gestellten Aufgaben und Vorhaben.

  • Kontakte zu den Lego-Eisenbahnmitbauenden und den drei Raumgebenwollenden aufnehmen bzw. weiter ausbauen.
  • Klassentreffen Briefe schreiben und den Rest der Mitschüler/innen suchen.
  • Großcousine kontaktieren und Treffen vereinbaren, um die Ahnenforschung weiterzuführen und die Sache mit den Stolpersteinen zu klären.
  • Türbeleuchtungen am Auto installieren
  • Lied für die Enkeltocher vorstellen und ihre sicher vorhandenen Wünsche einarbeiten.
  • Wohnung suchen.
  • Urlaubsreise für den Fall der Nichtbeschäftigung planen und durchführen.
  • Jobsuche mit Bewerbungen schreiben.
  • Lesungsorte suchen.
  • Personenbeförderungsschein machen.
  • Rechtes Auge den Nach-Star lasern lassen (Termin habe ich schon).
  • Mindestens vier Konzerte in diesem Jahr besuchen.
  • Den Reha-Sport durchziehen.

Wenn mir noch etwas einfällt, ergänze ich. Das sind zumindest erst einmal die Dinge, die ich im Laufes der nächsten beiden Monate erledigt sehen möchte.

Bevor ich es vergesse

Bevor ich es vergesse, schreibe ich es lieber gleich an dieser Stelle auf.

Am 01.09.2026, also in etwas mehr als sieben Monaten, blogge ich offiziell seit 22 Jahren. In Computerjahren sind das dann 220 Jahre. Was mich dazu berechtigt mitzuteilen, dass das dann meinem eigenen, bisher gefühltem Alter schon sehr nahe kommt. Um es zu erklären, es sind immer noch nur 256 Jahre. Womit ich gefühlt seit 2003 nicht mehr älter geworden bin, was das Seelische angeht. Über den Körper will ich an dieser Stelle nicht schreiben. Das macht mich nur depressiv.

Also dann, ganz nebenbei erwähnt sei noch, dass ich dann auch gemäß dieses einst festgelegten Datums seit dann 27 Jahren Geschichten aufschreibe und mich an Musiktexten versuche. Relativ erfolglos, womit ich jedoch einwandfrei leben kann. Mit Berühmtheit kann ich nämlich nur temporär umgehen.

Von daher ist alles gut und der Chronistenpflicht ist Genügen getan.

Um es mit Jethro Tull zu sagen: „Too old to Roch´n´Roll, too young to die“.

Die Kleinigkeiten eines vollen Tages

Um 4.00 Uhr piepst der Wecker. Aufstehen, Toilette, Kaffee vom Automaten machen lassen und während zwei Becher Kaffee ohne sonst etwas darin den Weg in mich hinein finden, lese ich Mails, facebook, die wenigen Blogs und schreibe etwas.

Nach Bad und Toilette verlasse mit geschmiertem Brot und Getränkeflasche im Rucksack gegen 05.50 Uhr das Haus. Gegen 06.20 Uhr habe ich Fahr- und Fußweg hinter mir und checke mich im Haus des Arbeitsplatzes der Hauptarbeit ein. Gestern war es ereignislos, abgesehen von einem Selbstlern-Lehrgang über KI-Einsatz und meinen nachfolgenden eigenen Recherchen in Sachen KI und Urheberrecht. Natürlich war das eine Recherche ohne Einsatz von KI: Ich bin jetzt schlauer als vorher und habe bisher alles richtig gemacht.

Verabschiedung einer Kollegin, die gekündigt hat, um umzuziehen, ein Haus zu renovieren und noch keinen neuen Job hat. Bis auf den Umzug habe ich alle dieser Fehler auch schon gemacht. Ich wünsche ihr viel Glück und gutes Gelingen.

Interviewvorbereitung und Interview mit einem Moderator des WDR, der mich am Dienstag angerufen hatte, weil ich vor langer Zeit mal eine Bewerbung für eine Sendung abgesandt hatte. Ich wäre sensationell gut vorbereitet und ein perfekter Interviewpartner sprach man. Das freute mich dann doch sehr.

Meinen Praktikanten hatte ich ausgeliehen und dort blühte er auf. Er darf wohl in der nächsten Woche noch einmal dort hin.

Gegen 16.15 Uhr machte ich Feierabend, fuhr heimwärts und machte per Mail vorher noch einen Termin für Sonntag mit einem Käufer bei Kleinanzeigen klar. Ob das klappt, glaube ich aufgrund meiner Erfahrungen mit Kleinanzeigen erst, wenn es passiert ist. Kurz nach 17 Uhr war ich daheim, stellte mir den Eintopf in die Mikrowelle, sprach kurz mit der Liebsten, die erschöpft von ihrem Wandertag zurück war und hatte dann von 18.00 Uhr bis 20.20 Uhr eine Videokonferenz im Nebenjob. Ich konnte loben, trösten, helfen und mir neue Aufträge abholen.

Danach noch den Flüssigkeitsstand im Körper wieder auffüllen, ein kleines Spiel am Tablet vor dem Fernseher und um 21.00 Uhr lag ich schlafend im Bett.

Wenn ich mir diesen ganz normalen Tag ansehe, wundert es mich nicht, wenn man von einem schnellen Zeitablauf spricht und davon, dass einem die Zeit davonrennen würde. Aber hej, besser so als nichts zu haben und nichts zu tun. Ich bin es zufrieden und das ist wichtig.

Sport ist noch immer nicht meins

Ich habe Reha-Sport verordnet bekommen. Wegen der üblen Rücken-Operation gab es für mich nach der Physiotherapie und der Akupunktur dann eben auch Sport für Menschen mit Rückenproblemen. Sportler würden über einmal wöchentliches Armekreisen, Beinheben, Dehnen und Körperraufundrunterdrücken lachen. Ich könnte vor Schmerzen schreien und komme nach drei Minuten schon ins Schwitzen.

denke ich an den alten Nazi zurück, der mir in der Realschule in seiner Eigenschaft als Sportlehrer den Sport und das Leben vermiest hat, werde ich wütend. Mein Leben wäre sicher anders verlaufen, hätte man damals schon meinen vermurksten Körper anders zu Aktivitäten gebracht, als mit Anschreien und Beleidigungen, ja sogar mal einer Ohrfeige.

Nun gut, mein Sport bestand dann als Kind und Jugendlicher aus Radfahren, Schwimmen und Judo. Als Erwachsener sanierte ich dann Häuser und fällte Bäume, schleppte die Baumstämme, hackte tagelang Holz und saß zum Ausgleich im Büro.

Heute muss ich mich zu diesem Reha-Sport zwingen, auch wenn es mir letztendlich doch ein klein wenig Spaß macht. Glückshormone habe ich nicht, aber immerhin Adrenalin. Und das ist ja auch etwas, das in Schwung halten kann.

Keine Zeit, keine Lust und dennoch …

… fehlt mir das tägliche Bloggen.

In den Anfangszeiten dieses Blogs, damals noch unter der Url tagesblog.de ohne Bindestrich, schrieb ich täglich auf, was ich den Tag über erlebt habe oder was mich bewegte.

Dann rannte mir die Zeit davon, ich begann die intensive Vollzeittätigkeit mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Ich hätte genügend blogbares Material, doch der Datenschutz, Schutz der Persönlichkeit und all diese Dinge hemmten mich. Na klar, es hätten auch weiterhin die Mahlzeiten sein können, Urlaubsberichte und das ganze Blablabla des Lebens drumherum. Doch irgendwie war die Luft raus und, Blogger kennen das, es stellte sich die Frage für wen und aus welchem Grund überhaupt noch bloggen.

Irgendwann im vorletzte Jahr habe ich dann meine ganzen facebook-Äußerungen hier ins Blog übertragen und in täglicher Kleinarbeit zumindest mit vernünftigen Überschriften versehen. Und nun, so kurz vor der erzwungenen und nicht gewollten Rente, habe ich mir überlegt, dass ich doch noch einmal den Versuch starten werde, wieder täglich etwas zu schreiben. Denn immerhin habe ich dieses, diesen Blog einst auch als Tagebuch und Erinnerungsbuch für mich genutzt. Als Rechtfertigung für mein Leben, als geschriebene, erlebte Geschichte für mich und am Ende für die kurze Zeit zwischen dem Moment meines Todes und dem des Löschens, weil mein Provider kein Geld mehr für den Serverplatz bekommt.

Dabei fällt mir die absichtliche oder unabsichtliche Weisheit eines früheren Freundes ein, der seinem Provider in einer Zeit, als es ihm finanziell gut ging, derart viel Geld überwiesen hat, dass er vermutlich noch 20 Jahre nach seinem Tod noch virtuell am Leben bleibt. Es sei denn, der Provider geht pleite. Das digitale Erbe ist so eine Sache, die bei uns hier im echten Leben ungeklärt und in Gesprächen unerwünscht ist. Tod bedeutet gleich Abschaltung des digitalen Seins, abgesehen von den laufenden (kostenlosen) Accounts. Die werden dann sicher irgendwann gelöscht.

Ich gehe da sehr pragmatisch an die Sache heran. Wo ich mir früher ein Grab mit Grabstein, eine ewige Erinnerungsseite und mehr gewünscht hatte, ist es mir inzwischen egal, was von mir übrig bleibt. Die Erinnerung an mich wird bleiben. Und zwar bei denen, die sich gern an mich erinnern. Mehr braucht es nicht. Und für das digitale Leben gibt es letztendlich auch die wayback machine des Internets. Und die NSA vermutlich. Aber das ist eine andere Geschichte.

Nun, wir werden lesen, was aus meinem Vorhaben geworden ist.