Ich will den Gedanken des Bloggens oder Nichtbloggens nochmals aufgreifen. Ich hatte mir überlegt, ob ich zu den Kommentaren noch einen eigenen Kommentar gebe. Doch ich kenne mich und mein Verhalten beim Kommentieren. Da schreibe ich spontan irgendwo einen Kommentar und Tage später bin ich wieder auf der Seite und weiß garnicht mehr, wo ich eigentlich noch nachschauen müßte, ob da was hinzugebloggt oder -kommentiert wurde.
Zum "Bekehren":
Ich unterteile die Welt keineswegs in Blogger und Nichtblogger. Keine Sorge, wir sind alle Menschen. Ich unterteile höchsten die Welt in Techniknutzer und Nichttechniknutzer 🙂
Und so kann ich immer wieder nur meine eigene Begeisterung mitteilen und mir wünschen, daß ab und an jemand gleichermaßen entdeckt und fühlt. Ich kenne ja schließlich auch genug Menschen, die Sport für das größte Glück der Erde halten und mich oft genug zu bekehren versuchten. Es blieb eben bei den Versuchen. Ich schaue auch heute noch keinen Fußbal, kein Tanzen, kein Reiten, kein Formel 1. Dafür sind viele dabei, die zuhause nicht einmal einen PC besitzen. Das darf einfach sein.
Worum es mir also geht, wenn ich vom Bloggen schwärme ist recht einfach. Ich habe hier ein Medium gefunden und eine gute Art für mich, inneren Druck abzubauen, mich mitzuteilen. Der Sportbegeisterte geht auf den Platz oder in die Muckibude und tobt sich dort aus, fühlt sich hinterher gut. Ich hingegen sitze hier und schreibe. Der Endeffekt ist der Gleiche, ich muß nur auf mein Gewicht achten 🙂
Ich weiß allerdings auch aus meiner eigenen Geschichte, daß ich niemals schreiben würde, wenn mir meine NLP-Trainerin nicht damals den Schubs gegeben und ihre Begeisterung über das Schreiben als Mittel zum "Dampfablassen" mitgeteilt hätte. Ich wäre auch niemals zum Bloggen gekommen, wenn mir mein Schatz nicht www.seelenfarben.de gezeigt hätte und mir vorgeschwärmt hätte. Auch würde ich nicht bloggen, wenn ich nicht durch www.allesalltaeglich.de und dort miteinander verwobene Blogs einen guten Eindruck gewonnen hätte.
Es ist wie es ist: Ich blogge, weil ich darin eine gute Sache sehe. Ich erlebe es heute, nachdem ich 9 Monate damit hinter mir habe. Ich habe meine eigenen Website, die www.cekado.de, im Jahre 2003 so richtig in den Schwung gebracht, weil es dringend nötig war, mich mitzuteilen.
Damals habe ich festgestellt, daß es mir gut tut, etwas aufzuschreiben, was mir durch den Kopf geht. Der umgang mit der Technik zum Umsetzen des Geschriebenen hat dafür gesorgt, daß ich einen gewissen Abstand zum Selbstverfassten bekam und es nochmals betrachten konnte. Das Hochladen und Veröffentlichen auf der jedermann zugänglichen Website hatte dann für mich den Effekt des Loslassens. Und des Verarbeitet haben.
Heute gibt es viele Postings in diesem Blog und viele Kommentare in anderen Blogs von mir, die etwas mit Loslassen zu tun haben. Ich schreibe mir von der Seele. Ich schreibe auf, was mir auf dem Herzen liegt. Weil ich nicht der Mensch bin, der über seine Gedanken tagtäglich und zu jeder Stunde reden will. Ich mußte aus eigener Erfahrung lernen, daß ich mit meinen Gedanken nicht zurückhalten darf, weil sie mich dann von Innen heraus zerstören. Das machte sich sogar körperlich bemerkbar und ich leide zum Teil noch heute darunter.
Es ist wichtig für mich, gerade Dinge die mich belasten, sofort oder möglichst schnell loszuwerden. Viele Vorgänge kann ich nicht sofort aussprechen und dann bedarf es einer Geschichte oder wilder Notizen. Doch oft schreibe ich es in den Blog und gut ist´s. Der Druck ist weg, es ist verarbeitet und bearbeitet.
Wobei ich damit dann wieder am Anfang dieses Artikels bin. Ich könnte ein Nichtblogger sein, wenn ich eine andere Möglichkeit gefunden hätte, mich mitzuteilen. So bin ich ein Blogger geworden. Zufällig. Oder bereits geschrieben gewesen im "Großen Buch".
Mir hilft das Bloggen und ich kann es empfehlen. Ich setze mich gern mit diesen anderen Meinungen auseinander und ich glaube, ich bin durch das Bloggen auch kritikfähiger geworden.
Noch immer ist das Bloggen an sich kein MUSS für mich. Es ist mir wichtig und es ist Zeit dafür. Ebenso wie für das tägliche Zähneputzen und das Essen.
Der Blogger Irgendlink hat die Stufen des Bloggens und den Zusammenhang mit der Realität auf einige Punkte gebracht. Es fällt im Zusammenhang mit dem Bloggen oft das Wort "Gemeinde".
Diese Bloggergemeinde hat für mich etwas mit "gemeinsam" zu tun. Ein gemeinsames Ziel, sich mitzuteilen und sich öffentlich zu präsentieren. Faszinierend ist dabei für mich, daß es keinen Druck gibt, der nicht aus sich selbst heraus entstanden ist. Die Blogger sind meines Erachtens frei. Frei von Schranken, außer denen, die sie sich selbst auferlegen und die der Menschlichkeit wegen existieren.
Ich genieße die Freiheit, selbst zu verantworten, was ich schreibe. Und meine Worte könne weltweit gelesen und weitergetragen werden. Worte, die ich in völliger Freiheit schrieb. Ein tolles Gefühl.
Und während ich heute einen Blog lese, der bei einer Expedition auf den Mount Everest entsteht, liest der dort in der Kälte sitzende Mensch vielleicht meine Mahlzeit! und wischt sich den Sabber vom Mund. Vielleicht entsteht so ein Wunsch, diese beiden Dinge mal zusammenzubringen, wer weiß.
Champignonschnitzel im Hochland von Tibet? Ein Leseabend mit meinen Geschichten in Korea? Einen Oldtimer vorführen hier bei mir? Eisessen mit einem Münchner in Wuppertal? Alles ist möglich!
Die Welt ist näher zusammengerückt. Für mich dank Computer, Internet und Blog.
Und ich freue mich noch immer über handgeschriebene Briefe und Karten. Auch wenn ich selbst nur noch selten welche versende 😉