Tages(b)log vom 16.11.2005

Ich will mal ganz ehrlich sagen: Ich bewundere diese jungen Menschen, die sich dem Casting von "Deutschland sucht den Superstar" stellen. Da sitzen drei Leute in der Jury, die Tausende von Talenten und Nicht-Talenten vor sich sehen und hauptsächlich die Aufgabe haben, Träume zu vernichten.

Das ist keine leichte Aufgabe. Auch wenn ich manchmal die Wut verstehen kann, die einige Bewerber gegen Bohlen und Co. äußern. Manche der Äußerungen würde auch ich als beleidigend empfinden. Doch das wußten alle Bewerber vorher.

Wer aus dem Casting rauskommt und Bohlen mit Team als "Schweine" und mehr bezeichnet, der hat einfach nicht gerafft, daß er vorher wußte, was ihm passieren kann. Jeder ist sich doch sicherlich im Klaren darüber, daß ER sich zwar für Superstar-fähig hält, doch andere darüber entscheiden werden, ob er es wirklich ist.

Na klar, es ist ein blödes Gefühl, die Enttäuschung über eine direkte und vielleicht sogar mies ausgesprochene Abfuhr. Keine Frage. Doch wer dann nicht aufgibt und für seinen TRaum weiter arbeitet, der wird sicherlich auch Erfolge haben.

Es gab da in der heutigen Sendung ein paar Kandidaten, die hätte ich abgelehnt. Doch das Team fand sie gut. Und ich bin kein Profi, nur Zuschauer. Ich denke, so wird es vielen Zuschauern gehen. Ich glaube auch, daß es gerade die Versuche von ganz normalen Menschen sind, berühmt zu werden, die Millionen Zuschauer an den Bildschirm locken.

Es sind, zumindest am Anfang, ein paar Leute mitten aus dem Leben, die sich einen Traum erfüllen wollen. Sie werden schon mit der Maßgabe auserwählt, daß sie wahrscheinlich zum größten Teil scheitern werden. Doch einige Wenige werden es bis zum Finale schaffen. Mit harter Arbeit an sich, keine Frage. Für sie und ihre Familien wird ab sofort nichts mehr so sein wie vorher.

Tragisch finde ich dann nur noch die Tatsache, daß vielleicht in einem Jahr niemand mehr vom Sieger spricht. Wenn er nicht wirklich gut ist und sein Leben nur noch der Arbeit an seiner Musik widmet. Denn genau das zeichnet die heutigen Ikonen der Pop- und Rockmusik aus. Madonna, Herbert Grönemeyer, Robbie Williams, die Scorpions und viele mehr haben sehr viel, wenn nicht sogar alles aufgegeben für ihren Traum.

Ich frage mich dann, wenn ich mir die Gesichter dieser jungen Menschen heute anschaue, ob sie mit 15 Jahren wirklich genau DAS haben wollen.

Warten wir es ab!

Ich wünsche diesen Menschen, daß sie Glücklichsein UND Erfolg erleben. Und mag man über Bohlen denken, wie man will. Der Mann hat eine Idee gehabt und konsequent dafür gearbeitet. Hart und bis über die Grenze des Glücklichseins hinaus. Erfolg will erarbeitet sein. Und es ist eine schlimme Gradwanderung.

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