Ich habe vor wenigen Tagen meine dritte Gleitsichtbrille bekommen. Meine Sehstärken haben sich im Alter verändert und ich bin immer weniger kurzsichtig, dafür in der Nahsicht immer mehr auf eine Brille angewiesen. Weil ich einen Brillenwechsel bei jeder Tätigkeit vermeiden möchte, trage ich eine Gleitsichtbrille, die zwei Stärken in einem Glas beinhaltet. Und das braucht immer ein wenig Gewöhnung.
Wenn sich die Sehstärke verändert, dann geschieht das schleichend. Irgendwann merkt man jedoch, dass es mit dem Sehen nicht mehr so richtig klappt und stellt beim Optiker des Vertrauens die Änderung in Zahlen fest. Bei mir verändern sich regelmäßig in zwei Jahren rund 0,75 Dioptrin und das ist schon deutlich spürbar. Die neue Brille ist schnell ausgesucht, die Gläser bestellt und dann gilt es, etwa eine Woche noch mit dem alten Gerät auf der Nase herumzulaufen.
Wenn die neue Brille dann geliefert ist, wird im Optikergeschäft die Anprobe laufen und danach sollte sie einwandfrei passen. Danach setze ich sie wieder ab, stecke sie in die Tasche und fahre mit meiner alten Brille heim. Aus Sicherheitsgründen, denn es braucht bei jeder neuen Brille eine gewisse Gewöhnungszeit. In dieser Übergangszeit sind Gänge auf Treppen, Autofahren und das Bedienen von Maschinen unter Umständen besonders fehlerträchtig. Gerade bei Gleitsichtbrillen und ganz besonders bei der ersten ihrer Art, sollte man sehr gut aufpassen, wohin man tritt und greift. Das Sichtfeld verändert sich gravierend und die Kopfbewegungen müssen sich erst einmal einspielen, um immer scharf zu sehen.
Anfangs sind Schwindelgefühl und Kopfschmerzen durchaus möglich. Dabei hilft es, die neue Brille ab und an abzusetzen und sich mit der alten Brille ein wenig zu erholen. Auch nutze ich am Abend die Gelegenheit vor dem Fernseher, die Augen an die neue Sichtweise zu gewöhnen. Habe ich nach einem bis drei Tagen das Gefühl, mit der neuen Brille schlechter sehen zu können, ist es Zeit für einen vollständigen Wechsel. Dann wird die neue Brille am Abend getragen und am Morgen, mit frisch ausgeruhten Augen wieder aufgesetzt. Danach ist die Gewöhnung meist vollzogen und lediglich das neue Sichtfeld muss noch längere Zeit durch Kopfbewegungen angepasst werden.
Denn bei einer Gleitsichtbrille bewegt man in der Fernsicht mehr den Kopf nach links und rechts, da das Sichtfeld zum Rand hin kleiner ist. Zum Lesen und für die nähere Sicht hingegen lässt man den Kopf geradeaus und senkt nur die Augen, um durch den Nahsichtbereich der Brille zu blicken. Das hat man ziemlich zügig drauf, weil das Bestreben ja eine klare und scharfe Sicht ist.
Noch ein Wort zu den Kosten. Einzig aus modischen Gründen muss es ein teurer Rahmen sein und da darf sich niemand über horrende Summen beschweren. Es geht auch gut und günstig für zwanzig Euro, ohne wie eine Eule auszuschauen. Es muss auch keine Tönung sein, auch wenn das gern empfohlen wird, wie auch eine doppelte Entspiegelung, ein erweitertes Sichtfeld und viele andere lustige Dinge mehr. Selbst eine Gleitsichtbrille ist deutlich unter 200 Euro zu bekommen, auch mit Kunststoffgläsern. Man kann dem Optiker durchaus sagen, dass der Geldbeutel dünn ist, dann reduzieren sich, wie durch ein Wunder, auch die Kosten.
Ich habe gute Erfahrungen mit der Gleitsichtbrille und wechsele sie alle zwei bis drei Jahre. Ich habe keine Probleme beim Autofahren, Lesen und Handwerken. Einzig bei Arbeiten im sehr nahen Bereich muss ich sie absetzen. Das liegt an der Veränderung meiner Sehstärken im Alter. Die Altersweitsichtigkeit holt meine Kurzsichtigkeit ein und verändert die Sehschärfe in allen Bereichen. Die Hoffnung, eines Tages für eine gewisse Zeit keine Brille mehr tragen zu müssen, wird sich daher leider wohl nicht erfüllen.
Meine alte Brille kommt jetzt ins Handschuhfach des Autos. Für den Fall, dass ich meine jetzige zerstöre. Ich wäre nicht fahrfähig, würde ich keine Brille tragen. Und im Notfall reicht sie gerade noch, um sicher nach Haus fahren zu können.
Gleitsichtbrillen sind was superfeines! Trage sie auch. Und mache es FAST wie du. Anprobieren beim Optiker, wieder einpacken und dann am anderen Morgen auf die ausgeschlafenen AUgen. VOrzugsweise an einem Tag, an dem ich nicht Auto fahren muss. Und da bleibt die Brille dann und meist habe ich mich am nächsten Tag schon dran gewöhnt und kann wieder alles machen.
Und, ich mache tatsächllich Preisvergleiche bei den verschiedenen Optikern und da spart man gewaltig!