Was ich nicht leiden kann …

… sind Ungerechtigkeit und ungerechtfertigte Bereicherung an der Not von Menschen.

Ich mußte heute einfach jemanden zum Amtsgericht schicken, um einem Insolvenzanwalt das schmutzige Handwerk zu legen. Der hatte nämlich die Pfändungsfreigrenze einfach mal eben auf „Allein“ gesetzt, obwohl drei Personen unterhaltsberechtigt sind. Macht mehr als 700 € weniger Geld im Monat für die Familie, die trotz Arbeit beider Erwachsenen dadurch Anspruch auf Hartz IV hätte.

Hinzu kommt noch, daß dieser Kerl der Familie Geld für ein Auto abnimmt, das sie bereits bezahlt hatten und das so alt ist, daß sie es auch behalten durften. In welche Kanäle dieses Geld verschwindet, wage ich garnicht zu raten.

Da werde ich sowas von sauer, daß ich mich beherrschen muß. Dies ist nicht der erste Fall von Anwälten, die als Insolvenzverwalter bei Privatinsolvenz eingesetzt wurden und über alle Stränge schlagen.

Nur um das allen Betroffenen mal klar zu machen:

Der Insolvenzanwalt ist nicht EUER Anwalt, sondern vom Gericht eingesetzt, um die Forderungen FÜR Eure Gläubiger zu regeln. Er arbeitet im schlimmsten Falle GEGEN Euch! Allein das Amtsgericht, das Euer Insolvenzverfahren abwickelt, steht Euch bei und sorgt im Beschwerde- oder Fragefalle für Euren Rückhalt. Die sind also entgegen der landläufigen Meinung keineswegs die Bösen. Ganz im Gegenteil, sie helfen Euch auch gegen Ungereimtheiten, die der Fantasie des Insolvenzanwaltes entspringen.

5 Gedanken zu „Was ich nicht leiden kann …“

  1. Tja, Geldgier auf der einen, (gesteuerte) Unbildung / Unwissenheit auf der anderen Seite. Wer da in aller Regel gewinnt, ist klar.

    Beruhigend, dass es – wenig aber immerhin – Menschen wie dich gibt, denen früh genug der Kragen platzt und helfend beisteht.

  2. @ Münsterschneggen: Seitdem ist Ruhe im Karton, nicht wahr?

    @ Anne/LE: Machtgier zieht sich allerdings durch alle Bildungs- und Bevölkerungsschichten. Wobei die scheinbar Ungebildeteten von den Machtgierigen öfter ausgenutzt und betrogen werden als umgekehrt.

    @ menzeline: Jeder kann gegen einen solchen Anwalt etwas unternehmen und bekommt Recht durch das Amtsgericht.

    Und ich selbst werde in diesem falle erst einschreiten, wenn die Familie scheitern sollte. Was ich nicht glaube.

    Sollte das Amtsgericht einen groben Verstoß feststellen, wird dem Anwalt sozusagen "die Lizenz für Insolvenzfälle" entzogen. Von Strafen bei Straftaten natürlich abgesehen.

  3. Kannst du denn gegen so einen Insolvenzanwalt ankommen?

    Was hast du unternommen und was geschieht weiter?

    Wird dieser Mensch abgezogen, verurteilt und bestraft, oder darf er weiterhin solche armen Menschen ausbeuten?

  4. Bildung verleiht "Macht" und deshalb ist Unbildung sehr vorteilhaft. Wir müssen das auf die Finger kloppen beständig beibehalten!!!!

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