Wieviele Schlüssel?

Mich interressiert im Zusammenhang mit der wachsenden Anzahl passwortgeschützter Blogs mal im Vergleich eine Frage in der Realität:

Wieviele Zugangscodes oder Schlüssel habt ihr so für die Gebäude oder Räume anderer Menschen?

Ich nehme wahr, daß vermehrt nicht für die Öffentlichkeit gebloggt wird. Einzelne Beiträge oder auch ganze Blogs verschwinden hinter einer virtuellen Tür mit Schloß und wer dort Beiträge lesen will, soll bitte um ein Passwort fragen. Nun, das mag für den Betreiber eine Möglichkeit sein, einen bestimmten Personenkreis der Leser auszuschließen. Eben solche Menschen, die nicht lesen sollen, was dort über sie steht. Oder solche Menschen, die sich das Maul darüber zerreissen könnten, was dort steht.

Doch wenn ich als Blogbetreiber nur einem explizit auserwähltem Personenkreis etwas mitzuteilen habe, dann könnte ich das auch per Email machen. Und müßte damit nicht dem Rest der Leser mitteilen, daß ich gern wüßte und bestimmen möchte, wer was wann bei mir liest und ob der um das Passwort Bittende auch dazu gehört.

Ich bleibe dabei, daß ich niemanden um ein Passwort für seinen Blog bitte. Weil ich lesen möchte, was für die Öffentlichkeit ist. Und ich möchte nicht zu einem erlauchten Kreise Auserwählter gehören. Weil das mit Sicherheit Personen sind, die keine Kritik üben sollen, zu allem Geschriebenen mit dem Kopf nicken dürfen und eben als wohlwollend eingestuft sind. Das kann und will ich nicht sein. Ich gebe meine Meinung kund, wenn ich glaube, das es wichtig ist. Und wenn ein Beitrag oder Blog mit Passwort verschlossen ist, dann ist meine Meinung aus der Öffentlichkeit heraus eben nicht gefragt.

Hinzu kommt, daß ich nicht gewillt bin, eine Liste von Passwörtern zu führen, damit ich lesen kann. Ich laufe ja auch nicht mit einem Schlüsselbund aus 100en von Schlüsseln durch die Gegend.

Ebenso wenig möchte ich mich in vielen Blogs als Voyeur outen, der neugierig eben jene geschützten und obergeheimen Dinge lesen will. Ich kann meine Neugierde bezähmen. Kein Problem.

Also gibt es für mich konsequenterweise nur diese Handlungsweisen: Ich nehme keine Passwörter an und ich fordere sie auch nicht an. Wo ich blockiert werde, bleibe ich draußen. So wichtig bin ich dann eben nicht mit meinem Lesen und meiner Meinung. Wenn ein Blog vollends oder überwiegend mit Passwort geschützt ist, fliegt er aus der Linkliste. Weil ich ihn dann nicht mehr selbst lese und weil ich ihn dem öffentlichen Leser meines Blogs nicht mehr empfehlen kann.

Mein Blog bleibt offen für alle. Wenn ich etwas für wenige Personen oder nur für mich schreibe, dann mache ich das per Mail oder offline. Was ins Netz gestellt wird, ist und bleibt öffentlich.<

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